Während ich gestern das Finale der Heranwachsenden-EM über den ZDF-Stream verfolgen wollte, rief mich meine gute Freundin Maria Böhmer an. Zunächst war ich als guter Freund schwer beunruhigt, da Maria nicht aufhörte, zu schluchzen. “Maria, was ist los?” oder so etwas ähnliches werde ich wohl gesagt haben. “Ich will hier nicht weg.” Mehr konnte Maria nicht antworten, bevor sie neue Salven in ihr Taschentuch schnäuzte. Eigentlich nicht nah am Wasser gebaut, löst dieses Geräusch bei mir immer einen Mitweinreflex aus, seitdem ich 1992 mit Merle W. im Gloria in Harburg My Girl - Meine erste große Liebe gesehen habe. Nun also ebenfalls flennend, versuchte ich Maria davon zu überzeugen, dass sie ja gar nicht hier weg müsse, es sei denn, sie wolle es so. Aber Maria wiederholte ständig - nun singend - diesen einen Satz: “Ich will nicht weeeeeeeeeeg.” “Maria, so geht das nicht. Ich weiß ja gar nicht, wovon Du sprichst.” Zu mehr Einfühlungsvermögen war ich nicht fähig. Maria legte auf und schickte mir eine E-Mail.
Nun verstand ich, dass Maria nicht die bitteren Tränen der Trauer sondern die süßen Tränen der Rührung weinte.
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