Immer dieser Schiller. Warum spielt man den überhaupt noch? Die Message, die der junge Revoluzzer seinen Zeitgenossen überdick aufs Brot schmierte (Verkommenheit des Adels, Integrität des Bürgertums blablabla), ist kaum mehr von Relevanz und wird auch kaum verstanden, zumal mehrere Zuschauer beim Verlassen des Theaters über die schwer verständlichen Verse klagten. Zur Ankurbelung der Konjunktur hatte man einige Cellistinnen in Lohn und Brot gesetzt, die Stupide-Melodiöses cellten und so die Qual von Vater Miller vergrößerten, der als Musiklehrer und aufrechter Bürger sicher mit einem Bombenmusikgeschmack ausgestattet ist. Der Tatsache, dass das nach Abzug des Bürgerstolzes übriggebliebene Thema des Stückes (upper-class boy meets lower-class girl) heutzutage bei Veronica Mars besser aufgehoben ist, wusste man auf zweierlei Weise zu begegnen: Einerseits durch das mittlerweile obligatorische Alexander-Kluge-Zitat im Programmheft (wieder so ein Binnennachfrage-Trick?), das irgendetwas ebenso Kluges wie aus dem Zusammenhang Gerissenes von einer Nazi-Versuchsanordnung faselte: sowas hat der Kulturindustrie-Ami bestimmt nicht zu bieten, das können nur wir Deutschen, ha! Andererseits, und da muss man Regisseur Falk Richter zumindest in einem kleinen Punkt eine gewisse Rafinesse bescheinigen, durch die Besetzung eines Ferdinands, der wirklich eine verfluchte Ähnlichkeit mit Duncan Kane hatte.
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archivierung boy meets girl dasmeinendienichternstoder groovy leidenschaft musik respektFreitag, 5. Dezember 2008
antimateur unterwegs: Für Sie in der Hochkultur
Immer dieser Schiller. Warum spielt man den überhaupt noch? Die Message, die der junge Revoluzzer seinen Zeitgenossen überdick aufs Brot schmierte (Verkommenheit des Adels, Integrität des Bürgertums blablabla), ist kaum mehr von Relevanz und wird auch kaum verstanden, zumal mehrere Zuschauer beim Verlassen des Theaters über die schwer verständlichen Verse klagten. Zur Ankurbelung der Konjunktur hatte man einige Cellistinnen in Lohn und Brot gesetzt, die Stupide-Melodiöses cellten und so die Qual von Vater Miller vergrößerten, der als Musiklehrer und aufrechter Bürger sicher mit einem Bombenmusikgeschmack ausgestattet ist. Der Tatsache, dass das nach Abzug des Bürgerstolzes übriggebliebene Thema des Stückes (upper-class boy meets lower-class girl) heutzutage bei Veronica Mars besser aufgehoben ist, wusste man auf zweierlei Weise zu begegnen: Einerseits durch das mittlerweile obligatorische Alexander-Kluge-Zitat im Programmheft (wieder so ein Binnennachfrage-Trick?), das irgendetwas ebenso Kluges wie aus dem Zusammenhang Gerissenes von einer Nazi-Versuchsanordnung faselte: sowas hat der Kulturindustrie-Ami bestimmt nicht zu bieten, das können nur wir Deutschen, ha! Andererseits, und da muss man Regisseur Falk Richter zumindest in einem kleinen Punkt eine gewisse Rafinesse bescheinigen, durch die Besetzung eines Ferdinands, der wirklich eine verfluchte Ähnlichkeit mit Duncan Kane hatte.
Geschrieben von ja_be
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23:33
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Montag, 24. November 2008
d.O.d.D.
Unter der Tatsache, dass Akronyme vielfach für eine besonders geistreiche und zeitgemäße Form der Belabelung gehalten werden, leiden nicht nur Leute, die in Pisa oder in einem Iglu wohnen. Auch all jene Wissenschaftler, die sich neben der Suche nach der Weltformel immer mehr mit Sponsoring und Drittmittelakquise beschäftigen müssen, wissen davon ein traurig’ Lied zu singen. Am Beispiel des Heinrich-Hertz-Instituts lässt sich das Drama anschaulich illustrieren: Sicherlich herzensgute, aber etwas weltfremde Physiker sehen sich plötzlich vor die Aufgabe gestellt, ihr Wirken fachfremden Techno- und Bürokraten mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne präsentieren zu müssen. Zunächst werden die von den Kollegen Aufmerksamkeitsökonomen gemachten Vorgaben trotzig ignoriert, und es entstehen MoBüD, die Mobilen Bürgerdienste. Dieses ambitionierte Projekt fristet daraufhin ein trauriges Dasein, woran auch das regelwidrig großgeschriebene D nichts mehr ändern kann. Zähneknirschend beugt man sich dem Akronymzwang und ersinnt etwas mit dem Titel “Bringing User Satisfaction to Media Access Networks”, kurz BUSMAN. Diese Anspielung auf den “man on the Clapham omnibus” wird von niemandem verstanden, und man ist dem Ziel nicht nähegekommen. Bei BREAD ist erstmals ein allgemein als solches erkennbares Akronym entstanden, wobei die Herleitung von “BRoadband in Europe for All: a multi-Disciplinary approach” noch etwas bemüht wirkt. Die “Advanced Three-Dimensional Television System Technologies”, vulgo ATTEST, sind da anders, doch das diesem Apronym zugrundliegende Nomen ist den Investoren nicht sexy genug. Mittlerweile mit allen Wassern der Titulierung gewaschen, ersinnen die Berliner Forscher daraufhin ihr Meisterstück, das aus den gemachten Fehlern die entsprechenden Lehren zieht: Man nehme zum einen seine “Citizen-friendly Trans-European mGovernment Services”, zum anderen als Zielvorgabe einen locker-spritzigen Begriff, den man einfach sympathisch finden muss. Desweiteren schere man sich nicht weiter um den mangelnden Zusammenhang zwischen Zeichen und Bezeichnetem und gehe selbstbewusst und -ironisch mit der Definition von “Akronym” um, mit der das ganze Elend einmal angefangen hatte - Voilà!
Freitag, 29. August 2008
count(heileWelten) - 1
Es ist zwar schon ein paar Tage her, nichtsdestoweniger hat dieser Vorfall die Anzahl meiner heilen Welten dauerhaft um 1 reduziert.
Update: Ich hatte den Diät-Skandal um Kiwi ganz vergessen. Diese Welt war ja schon kaputt.
Update: Ich hatte den Diät-Skandal um Kiwi ganz vergessen. Diese Welt war ja schon kaputt.
Geschrieben von to_sc
in Tier werden
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00:33
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Samstag, 5. Juli 2008
Independent-Plattencover
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Kommentare
Mi, 10.12.2008 23:03
Und die Alexander Kluges dieser Welt, was tun sie dagegen - nichts!
Di, 09.12.2008 21:00
So ungerecht ist die Welt manchmal. VM wurde nach drei Staffeln abgesetzt, [...]
Mi, 19.11.2008 20:23
Da die Forschung sich bezüglich der Krähentaxonomie [url=http://de.wikiped [...]
Mi, 19.11.2008 14:43
Ich hätte aufgrund der Beheimatung des Vogels auf einen corvus corone schi [...]