Ich lebe ja gerne im Ausland, da ist es einfacher, deutsch zu sein.
(aus der Reihe: Was der akademische Abschaum so schwätzt)
Ich lebe ja gerne im Ausland, da ist es einfacher, deutsch zu sein.
(aus der Reihe: Was der akademische Abschaum so schwätzt)
Grönemeyer
Tagesgeld
Geigerzähler
(laut GMX heute die meistgesuchten Begriffe)
Gestern ist es wieder einmal passiert. Als die Kellermanns in “Goodbye Deutschland” in die DomRep ausgewandert sind, lief plötzlich in einer Szene als Hintergrundmusik Calexico. Keine Ahnung, in wie vielen Dokumentationen, Reality-Formaten und sonstigen Fernsehsendungen ich diese Band schon im Hintergrund gehört habe. Zu oft, um an einen Zufall zu glauben. Deshalb die Frage an die geneigte Leserschaft: Warum immer wieder Calexico?
Mein schönstes Erlebnis in dieser Sache war übrigens eine Dokumentation über Russland, als die Bilder in Verbindung mit Calexico eine russische Folkloreatmosphäre erzeugen sollten. Vielleicht ist das auch schon die Antwort auf die Frage: Diese Musik taugt als globale Folklorequintessenz oder wohl eher -schablone, von Arizona bis Russland, von Singapur bis Aberdeen.
Irgendwo, ich weiß nicht mehr wo, habe ich neulich einen Artikel über die Wahl der hessischen Ausländerbeiräte gelesen, in dem sich über die geringe Wahlbeteiligung mokiert wurde: Da gibt man, so der indignierte Unterton, den Ausländern schon freundlicherweise die Möglichkeit, ein (politisch wenig bedeutungsvolles) Gremium zu bestimmen, das dann “Empfehlungen” aussprechen darf, an die niemand gebunden ist, und dann machenses nich. Vermutlich wird auch irgendwo von irgendwem der perfide Konnex “mangelnde Wahlbeteiligung – mangelnde Integrationsbereitschaft” hergestellt. Dabei muss man eigentlich nur einen Blick auf die Wahlankündigung werfen, um zu sehen, warum 91,8 % der Wahlberechtigten den Weg in die Kabine gescheut haben:
Ich glaube, im mecklenburgischen Grevesmühlen ist man vorrangig bemüht, einen guten Eindruck zu vermitteln. Diesen Gedanken frischte mir heute Abend die Aktuelle Schaubude im NDR auf. Denn das ist – bei sonnigstem Wetter und direkt vom Grevesmühlener Marktplatz gesendet – mit Bernhard Brink, Axel Schulz und City, die sich modisch heutzutage übrigens in keinster Weise von den Scorpions unterscheiden, zumindest aus Sicht des allgemeinen Fernsehzuschauers öffentlich-rechtlicher Programme gut gelungen.
Erstmalig hatte ich diesen Gedanken, als sich mir vor einiger Zeit während einer Zugfahrt im Bahnhof von Grevesmühlen folgendes Bild präsentierte:
Während ich gestern das Finale der Heranwachsenden-EM über den ZDF-Stream verfolgen wollte, rief mich meine gute Freundin Maria Böhmer an. Zunächst war ich als guter Freund schwer beunruhigt, da Maria nicht aufhörte, zu schluchzen. “Maria, was ist los?” oder so etwas ähnliches werde ich wohl gesagt haben. “Ich will hier nicht weg.” Mehr konnte Maria nicht antworten, bevor sie neue Salven in ihr Taschentuch schnäuzte. Eigentlich nicht nah am Wasser gebaut, löst dieses Geräusch bei mir immer einen Mitweinreflex aus, seitdem ich 1992 mit Merle W. im Gloria in Harburg My Girl – Meine erste große Liebe gesehen habe. Nun also ebenfalls flennend, versuchte ich Maria davon zu überzeugen, dass sie ja gar nicht hier weg müsse, es sei denn, sie wolle es so. Aber Maria wiederholte ständig – nun singend – diesen einen Satz: “Ich will nicht weeeeeeeeeeg.” “Maria, so geht das nicht. Ich weiß ja gar nicht, wovon Du sprichst.” Zu mehr Einfühlungsvermögen war ich nicht fähig. Maria legte auf und schickte mir eine E-Mail.
Nun verstand ich, dass Maria nicht die bitteren Tränen der Trauer sondern die süßen Tränen der Rührung weinte.
Liebe Leserinnen und Leser,
in aller Schnelle ein Hinweis mit eingebundener Aufforderung zum Mitmachen. Am 16. Juni endet die Online-Petition “Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten”. Gegenstand dieser Petition ist die Forderung, “daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt.”
Diese Gesetzesänderung bedeutete de facto eine Zensur des Internets in Deutschland, die nicht einmal den positiven Nebeneffekt mit sich brächte, dem vorgeschobenen Grund – der Bekämpfung von Kinderpornographie – zu dienen. Da gibt es andere, wirkungsvolle Möglichkeiten, ganz ohne Gesetzesänderung.
Es ist gut, als Gegner von Internetsperren die eigenen Argumente zu kennen, ein Blick auf die der Fürsprecher schadet bestimmt auch nicht. Wobei beachtet werden sollte, dass in letzterem Fall, Argumente weitestgehend im Sinne von Quatsch und Lügen zu verstehen sind.
Weitere Worte will ich nicht verlieren, die Informationen hinter den obigen Links nehmen schon genug Zeit in Anspruch, so dass ich mich in der Hoffnung, unter der Leserschaft die eine oder andere Mitzeichnung der Petition ausgelöst zu haben, aus diesem Blogeintrag verabschiede.
Zeitungszeugen: Wenn wir von dem idiotischen Titel einmal absehen, eine hervorragende Idee. Historische Zeitungen verraten zwar keine Fakten, die man nicht anderswo besser nachlesen könnte, aber durch ihre kunterbunte Zusammenstellung (Schlagzeilen – Lokalteil – Werbung – Wetter – Kleinanzeigen – Reportage) erreichen sie ganz von selbst eine polyperspektivische, unhierarchische Sichtweise, die man sich in der Geisteswissenschaft erst mal erarbeiten musste. Wobei normalerweise nicht immer die Zeit und Motivation da ist, sich derlei Dokumente zu verschaffen (und wer schon einmal in einer Bibliothek den “Völkischen Beobachter” bestellt hat, weiß, dass es da zusätzlich eine gewisse Schwelle zu überschreiten gibt, die am Kiosk wegfällt). Also jekauft dit Ding. Und in der U-Bahn die “Reichsausgabe” der “Deutschen Allgemeinen Zeitung” vom 31. Januar 1933 gelesen, was einem spezielle Blicke einträgt, aber die Bereitschaft, so eine Reihe zu abonnieren, erstmal nicht schmälert. Dann aber die Ummantelung des Ganzen: Eine Katastrophe. Dass man Zeitungen wie “Der Angriff” mit Leitartikel des Herausgebers Dr. Goebbels nicht unkommentiert lassen kann, ist ja klar. Allerdings besteht der Kommentar aus einigen läppischen Seiten, die, wenn nicht “Prof. Dr. Wolfgang Benz” drunterstehen würde, ebensogut aus einem Schulbuch für die 5. Klasse hätten kommen können. Desweiteren haben wir eine Einführung in die Fraktur (was sicher richtig ist), die bei der Transkription eines kurzen Beispieltextes zwei Fehler macht. Wir haben eine Zeitungsauswahl, die (durch die Hereinnahme einer kommunistischen, einer Nazi- und einer Dazwischenzeitung) Ausgewogenheit suggeriert, als Zeitung der Mitte aber die schon erwähnte, sehr rechte “D.A.Z.” nimmt. Wir haben als Extra dieses Poster, das angesichts der thematischen Ausrichtung der Reihe für die nächsten Ausgaben faschistische Plakate erwarten lässt. Muss ich mir die dann alle aufhängen? Wir haben ein Abomodell (Vergünstigungen bei Abschluss bis zum 31. Januar), das haargenau dem Nazi-“Angriff” entnommen ist. Und wir haben einige Thesen zur Geschichtphilosophie, die für die erwünschte Diskussion Böses erahnen lassen:
Ich finde es wichtig, den Menschen die Geschichte des Landes nahe zu bringen und sie lebendig zu halten. Deshalb finde ich das Projekt sehr gut und hoffe, dass es alle Generationen erreicht.
Geschichte ist wie Musik: Man muss sie erleben können, um sie zu begreifen. Zeitungszeugen macht deutsche Geschichte hautnah nachvollziehbar – ein wertvolles Projekt.
Ich finde, es ist eine innovative und interessante Idee. Gut zu lesen und anschaulich aufbereitet.
Heute abend erschien auf der Website von kicker online die folgende Meldung:

Ich weiß nicht, wie andere das sehen, aber eigentlich ändert sich bei Buchstabendrehern doch nur die Reihenfolge und nicht die Anzahl der Buchstaben, oder?
Ich stelle nachfolgendes Bild als Schulungsmaterial für alle Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung, die in Sozialkunde ein Beispiel für gelungene Integration benötigen. Gezeigt wird ein im Hamburger Osten gelegener chinesischer Imbiss, hier China Express genannt, der einen regionaltypischen Namen trägt:
Dieses Video ist nur für Euch.
Für alle Nichtfußballfans, die morgen trotzdem mitreden wollen, zeigt Arte heute abend mit “Knallhart” das filmische Pendant zum EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei.
Kroaten! Obwohl Ihr meiner von keiner Sachkenntnis getrübten Meinung nach allesamt fanatische Nationalisten und Thompson-Hörer seid: Das habt Ihr sehr, sehr gut gemacht.
Das Nationalgefühl beeinflusst das Fußballwetten-Geschäft. Das ist das Ergebnis einer Studie des RWI Essen und der Humboldt- Universität zu Berlin. Wetter schätzten ihre Nationalmannschaften unabhängig vom Können oft besser oder schlechter ein als objektiv erwartet.(pdf)
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