Gut, Deutschland ist nicht Russland, und heftiger Regen in Teilen des Südens des Landkreises Osnabrück ist nicht vergleichbar mit abgebrannten Dörfern und radioaktiv verseuchten Wäldern usw. Trotzdem: Das ist die langweiligste Naturkatastrophen-Fotostrecke, die ich überhaupt je gesehen habe. Ein Jammer, dass man die fünf im Treibsand jämmerlich krepierten Feuerwehrleute aus medienhistorischen Gründen (s.u.) nicht bringen konnte, denn so blieb nur der Kollege, der im Untergeschoss eines Hotels ein Bett auf Funktionsfähigkeit überprüft. Faszinierend aber: Die Tatsache, dass die Wasseroberfläche völlig glatt ist, zeigt seine Arbeitsgeschwindigkeit an. Ich sehe die Schlagzeile in einer Woche schon vor mir:
Tief Cathleen: Aufräumarbeiten dauern an!
Donnerstag, 26. August 2010
Treibsand
Ganz wunderbarer Artikel. Zunächst denkt man: “Ach, diese amerikanischen Nerds mit ihren lustigen kleinen Ideen”, dann kommt eine kulturwissenschaftliche Beweisführung, die sich gewaschen hat.
Geschrieben von ja_be
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Sonntag, 30. Mai 2010
Nicht vergessen:
Samstag, 24. April 2010
Szene einer Ehe
Am Flohmarktstand. ER hält ein undefinierbares Etwas aus Lederriemen hoch:
“Kiek ma, hier is n Maulkorb für Dich.”
SIE: “Brauch ick nich.”
“Kiek ma, hier is n Maulkorb für Dich.”
SIE: “Brauch ick nich.”
Samstag, 4. Juli 2009
This is it
Die erste Welle der Nachrufe und der Trauerarbeit (auch hier) ebbt langsam ab, aber immer neue Videos tauchen auf, die die letzten Tage Michael Jacksons und die Vorbereitung auf seine Konzerte in London dokumentieren. Heute habe ich ein Filmchen gefunden, dass uns Zynikern hier eine Steilvorlage und den anderen ein mundgerechtes Häppchen der ewig traurigen Geschichte von großen Träumen und ihrem jähen Ende bietet. Mein Kumpel Olli würde das, was die Tänzer wohl gerade durchmachen, “Abfuck” nennen. Eigentlich können alle froh sein, dass uns diese Casting-Show erspart blieb.
Samstag, 27. Juni 2009
Auch hier
soll dem verstorbenen King of Pop gedacht werden.
Dienstag, 9. Juni 2009
Stil Ikonen
Manche musikalischen Höhepunkte sind mir in meiner Jugend entgangen...
Grund genug dieses neulich erst entdeckte Video mit Euch zu teilen!
Man achte besonders auf:
- Gesamtarrangement
- Kleidung
- Choreografie
Grund genug dieses neulich erst entdeckte Video mit Euch zu teilen!
Man achte besonders auf:
- Gesamtarrangement
- Kleidung
- Choreografie
Geschrieben von bj_fi
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21:17
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Freitag, 22. Mai 2009
W.d.S.-V. (1)
Der real existierende Sozialismus hat es derzeit nicht leicht: Anlässlich von 100 Jahren BRD und 50 Jahren Wende wird uns sein Scheitern täglich vor Augen geführt, seine Kunst wird schändlich verschwiegen und die Tatsache, dass seine Schergen unseren guten Benno Ohnesorg auf dem Gewissen haben, macht ihn vollends zum bad guy.
Aus Trotz rufe ich daher zur Woche der Sozialismus-Verharmlosung auf und eröffne diese mit einem Video, das allen Totalitarismustheoretikern den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte:
[via b3ta]
Aus Trotz rufe ich daher zur Woche der Sozialismus-Verharmlosung auf und eröffne diese mit einem Video, das allen Totalitarismustheoretikern den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte:
[via b3ta]
Geschrieben von ja_be
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16:35
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Sonntag, 10. Mai 2009
I want to break free, It's easy if you try
Dieses Video möchte ich Euch auf keinen Fall vorenthalten!
Geschrieben von bj_fi
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Freitag, 5. Dezember 2008
antimateur unterwegs: Für Sie in der Hochkultur
Immer dieser Schiller. Warum spielt man den überhaupt noch? Die Message, die der junge Revoluzzer seinen Zeitgenossen überdick aufs Brot schmierte (Verkommenheit des Adels, Integrität des Bürgertums blablabla), ist kaum mehr von Relevanz und wird auch kaum verstanden, zumal mehrere Zuschauer beim Verlassen des Theaters über die schwer verständlichen Verse klagten. Zur Ankurbelung der Konjunktur hatte man einige Cellistinnen in Lohn und Brot gesetzt, die Stupide-Melodiöses cellten und so die Qual von Vater Miller vergrößerten, der als Musiklehrer und aufrechter Bürger sicher mit einem Bombenmusikgeschmack ausgestattet ist. Der Tatsache, dass das nach Abzug des Bürgerstolzes übriggebliebene Thema des Stückes (upper-class boy meets lower-class girl) heutzutage bei Veronica Mars besser aufgehoben ist, wusste man auf zweierlei Weise zu begegnen: Einerseits durch das mittlerweile obligatorische Alexander-Kluge-Zitat im Programmheft (wieder so ein Binnennachfrage-Trick?), das irgendetwas ebenso Kluges wie aus dem Zusammenhang Gerissenes von einer Nazi-Versuchsanordnung faselte: sowas hat der Kulturindustrie-Ami bestimmt nicht zu bieten, das können nur wir Deutschen, ha! Andererseits, und da muss man Regisseur Falk Richter zumindest in einem kleinen Punkt eine gewisse Rafinesse bescheinigen, durch die Besetzung eines Ferdinands, der wirklich eine verfluchte Ähnlichkeit mit Duncan Kane hatte.
Montag, 24. November 2008
d.O.d.D.
Unter der Tatsache, dass Akronyme vielfach für eine besonders geistreiche und zeitgemäße Form der Belabelung gehalten werden, leiden nicht nur Leute, die in Pisa oder in einem Iglu wohnen. Auch all jene Wissenschaftler, die sich neben der Suche nach der Weltformel immer mehr mit Sponsoring und Drittmittelakquise beschäftigen müssen, wissen davon ein traurig’ Lied zu singen. Am Beispiel des Heinrich-Hertz-Instituts lässt sich das Drama anschaulich illustrieren: Sicherlich herzensgute, aber etwas weltfremde Physiker sehen sich plötzlich vor die Aufgabe gestellt, ihr Wirken fachfremden Techno- und Bürokraten mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne präsentieren zu müssen. Zunächst werden die von den Kollegen Aufmerksamkeitsökonomen gemachten Vorgaben trotzig ignoriert, und es entstehen MoBüD, die Mobilen Bürgerdienste. Dieses ambitionierte Projekt fristet daraufhin ein trauriges Dasein, woran auch das regelwidrig großgeschriebene D nichts mehr ändern kann. Zähneknirschend beugt man sich dem Akronymzwang und ersinnt etwas mit dem Titel “Bringing User Satisfaction to Media Access Networks”, kurz BUSMAN. Diese Anspielung auf den “man on the Clapham omnibus” wird von niemandem verstanden, und man ist dem Ziel nicht nähegekommen. Bei BREAD ist erstmals ein allgemein als solches erkennbares Akronym entstanden, wobei die Herleitung von “BRoadband in Europe for All: a multi-Disciplinary approach” noch etwas bemüht wirkt. Die “Advanced Three-Dimensional Television System Technologies”, vulgo ATTEST, sind da anders, doch das diesem Apronym zugrundliegende Nomen ist den Investoren nicht sexy genug. Mittlerweile mit allen Wassern der Titulierung gewaschen, ersinnen die Berliner Forscher daraufhin ihr Meisterstück, das aus den gemachten Fehlern die entsprechenden Lehren zieht: Man nehme zum einen seine “Citizen-friendly Trans-European mGovernment Services”, zum anderen als Zielvorgabe einen locker-spritzigen Begriff, den man einfach sympathisch finden muss. Desweiteren schere man sich nicht weiter um den mangelnden Zusammenhang zwischen Zeichen und Bezeichnetem und gehe selbstbewusst und -ironisch mit der Definition von “Akronym” um, mit der das ganze Elend einmal angefangen hatte - Voilà!
Mittwoch, 27. August 2008
Aus der Reihe "Bedeutungsschwangere Bahnhofsbauten"
Odessa-Hauptbahnhof. Willkommen in der Heldenstadt.
Montag, 7. Juli 2008
Bildungsbürger-Special
Bei all den ganzen Weisheiten zu Musik und Fußball und all den nonchalant hingerotzten Youtubevideos ist die bildende Kunst hier ein wenig vernachlässigt und somit ein meinungsbildendes, zahlungskräftiges Publikumssegment ausgeschlossen worden (bis auf das großartige Foto neulich). Gemäß dem im geheimen antimateur-Strategiepapier formulierten Anspruch, “für die visual arts die nr. 2 nach spiegel online” zu werden, hier also als Korrektur zwei Ausstellungsbesprechungen.
1.
Alexander Rodtschenko im Martin-Gropius-Bau, Berlin
Lohnt sich.

2.
Einar Schleef im alten Centrum-Kaufhaus, Halle
Im Gegensatz zu Rodtschenko, den die mit allen Wassern der bildungsbürgerlichen Distinktion gewaschenen antimateur-Leser mit Sicherheit auf dem Schirm haben und der sich völlig problemlos dem Diskurs “Sowjetische Avantgarde - schade, dass Stalin sie plattgemacht hat” einverleiben lässt, ist Schleef als Maler weniger bekannt. Böse Zungen raunen, dass die Hallenser die oben gezeigte Beschriftung des Ausstellungsgebäudes als Werbung eines lokalen Fassadenanstreichers interpretieren könnten. Das wäre schade, denn Schleefs Gemälde und Zeichnungen (es sind ziemlich viele - ein richtiger Feuilletonist hätte jetzt natürlich die genaue Zahl zur Hand) lassen sich zwar schwer irgendwie zuordnen, sind aber umso toller. Brachiales Pathos, das - wie in seinen Büchern - immer nur von Schleef selber handelt und so vermeidet, den Einzelnen zum Bestandteil einer ästhetischen Inszenierung zu reduzieren. Leiden, Trauer, Verzweiflung. Muss man nicht mögen, sollte man aber, insbesondere, wenn man vor der ganz grandiosen Wirkung des Ausstellungsorts, der genauso aussieht, wie ein leerstehendes Kaufhaus im Dunkeln eben aussieht, nicht die Augen verschließt. Das Ganze gibts noch bis zum 20. Juli und müsste bis dahin, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, von allen dies lesenden Menschen besucht worden sein.
1.
Alexander Rodtschenko im Martin-Gropius-Bau, Berlin
Lohnt sich.
2.
Einar Schleef im alten Centrum-Kaufhaus, Halle
Im Gegensatz zu Rodtschenko, den die mit allen Wassern der bildungsbürgerlichen Distinktion gewaschenen antimateur-Leser mit Sicherheit auf dem Schirm haben und der sich völlig problemlos dem Diskurs “Sowjetische Avantgarde - schade, dass Stalin sie plattgemacht hat” einverleiben lässt, ist Schleef als Maler weniger bekannt. Böse Zungen raunen, dass die Hallenser die oben gezeigte Beschriftung des Ausstellungsgebäudes als Werbung eines lokalen Fassadenanstreichers interpretieren könnten. Das wäre schade, denn Schleefs Gemälde und Zeichnungen (es sind ziemlich viele - ein richtiger Feuilletonist hätte jetzt natürlich die genaue Zahl zur Hand) lassen sich zwar schwer irgendwie zuordnen, sind aber umso toller. Brachiales Pathos, das - wie in seinen Büchern - immer nur von Schleef selber handelt und so vermeidet, den Einzelnen zum Bestandteil einer ästhetischen Inszenierung zu reduzieren. Leiden, Trauer, Verzweiflung. Muss man nicht mögen, sollte man aber, insbesondere, wenn man vor der ganz grandiosen Wirkung des Ausstellungsorts, der genauso aussieht, wie ein leerstehendes Kaufhaus im Dunkeln eben aussieht, nicht die Augen verschließt. Das Ganze gibts noch bis zum 20. Juli und müsste bis dahin, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, von allen dies lesenden Menschen besucht worden sein.
Montag, 2. Juni 2008
Zürich Anfang Juni
Donnerstag, 14. Februar 2008
Eto Leto Svet
So ein Youtubevideo wollte ich ja schon immer mal embedden, und was könnte für den Anfang besser geeignet sein als der estnische Beitrag zum European Song Contest 2008?
Es gehört keine große Prophezeiungsgabe dazu, zu prophezeien, dass uns allen diese kulturindustriell zugerichtete Campness schon sehr bald auf die Nerven gehen wird, aber was solls. Und wenn jemand die Aussprache des Russischen noch schlechter beherrscht als ich, gibt das auf jeden Fall Sympathiepunkte.
[Hinweis von Herrn Newski]
[EDIT: Ich komme gerade auf den Gedanken, dass das womöglich gar kein Russisch sein soll, sondern Serbisch. Vermutlich völlig akzentfrei.]
Es gehört keine große Prophezeiungsgabe dazu, zu prophezeien, dass uns allen diese kulturindustriell zugerichtete Campness schon sehr bald auf die Nerven gehen wird, aber was solls. Und wenn jemand die Aussprache des Russischen noch schlechter beherrscht als ich, gibt das auf jeden Fall Sympathiepunkte.
[Hinweis von Herrn Newski]
[EDIT: Ich komme gerade auf den Gedanken, dass das womöglich gar kein Russisch sein soll, sondern Serbisch. Vermutlich völlig akzentfrei.]
Geschrieben von ja_be
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