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Montag, 2. Juni 2008
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Geschrieben von ja_be
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Sonntag, 6. April 2008
Lufthoheit
Die Gegenseite hatte ordentlich vorgelegt: Besonders mit der bösen Anti-Tempelhof-Oma war man im Begriff gewesen, sich ins kulturelle Gedächtnis einer Generation einzuschreiben. All die Twentysomethings unserer Zeit, die zum Studium oder Praktikum nach Berlin gekommen waren, würden sich in einigen Jahren auf den Parties in Hamburg, Mannheim oder Frankfurt mit wohligem Grusel an sie und ihr “Aba nich’ von Tempelhof” erinnern und ansonsten der Meinung sein, dass Berlin doch eigentlich damals eine ganz nette Stadt gewesen sei. Diesen billigen popkulturellen Triumph konnte man, soviel war klar, nicht auf sich beruhen lassen, und so holte die dunkle Seite, die mit ihren Kernanliegen Wurschtigkeit, Widerlichkeit und Kleingeisterei in einer sich internationalisierenden Stadt schon beinahe auf dem Rückzug schien, zum finalen Gegenschlag aus. Mit Erfolg: Nach dem Hören dieses Liedes wird niemand mit der Buchstaben- bzw. Lautkombination B-E-R-L-I-N etwas anderes als das nackte Grauen verbinden können. Recht so.
[via Gebülde]
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Geschrieben von ja_be
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Mittwoch, 12. Dezember 2007
S + U Friedrichstraße
Man sollte meinen, im hässlichen Herz der hässlichen Metropole würde den Leuten schon beim Anblick des Opel-Buildings alle Luftschlossbauerei vergehen: Wenn etwas ernüchternd ist, dann ja wohl diese uninspirierte Glasarchitektur von Leuten, die offenbar schon vor dem ersten Anflug von Visionen zum Arzt gegangen sind. Es scheint sich aber genau umgekehrt zu verhalten: Wer hier längere Zeit steht, um den Leuten irgendetwas aufzuschwatzen, ist prinzipiell nicht ganz dicht. Das kann ganz unterhaltsam sein, etwa bei dem Kerl von der BüSo, der neben einem Plakat mit einem offenbar von Kinderhand gemalten Transrapid steht und raunt: “George Bush will Euch verrrschleppennn”. Manchmal sind es wohl auch die Marketingkniffe, die den Leuten in Promotion-Seminaren beigebracht werden: Wenn das Gehirn dem nichts entgegenzusetzen hat, verselbstständigen sie sich und haben bald den gesamten Verstand sowie das Sprachzentrum unterjocht. So entspann sich folgender Dialog mit einer jungen Dame, die eine der hauptstädtischen Mistblätter unters Volk bringen wollte (“´” kennzeichnet ein Wegrutschen der Stimme in unnatürliche Höhen):
Sie: Hállo! Bist Du Student?
Ich (clever sein wollend): Nein.
Sie: Súuuper. Gehst Du denn gerne ins Kino?
Ich (vorgewarnt, aber auf die Schnelle keine bessere Antwort findend): Nein.
Sie: Súuuper.
Ich: ?
Sie: Ich habe Kíno-Freikarten für Dich!
Sie: Hállo! Bist Du Student?
Ich (clever sein wollend): Nein.
Sie: Súuuper. Gehst Du denn gerne ins Kino?
Ich (vorgewarnt, aber auf die Schnelle keine bessere Antwort findend): Nein.
Sie: Súuuper.
Ich: ?
Sie: Ich habe Kíno-Freikarten für Dich!
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Samstag, 4. August 2007
Jetzt also auch in Berlin
Am Hamburger Hauptbahnhof hat man sich ja schon fast damit abgefunden, demnächst kann einem auch in Berlin eine einfache Ubahnfahrt die abgrundtiefe Schlechtigkeit der Welt im Allgemeinen und einiger widerlicher BVG-Schergen im Besonderen vor Augen führen. Es gibt wohl kaum eine Maßnahme, die treffender die abartige Verlogenheit moderner Innenstadtplanung versinnbildlicht, als das Vertreiben von Obdachlosen u.ä. mit Kuschelklassik. Gleichzeitig kann wohl kaum etwas mehr geeignet sein, den gesellschaftliche Standort von Musik überhaupt zweifelhaft erscheinen zu lassen: Die Übergänge zwischen dem weichgespülten Müll, der nicht nur hier zum Einsatz kommt, sondern anderswo beispielsweise ein angenehmes Kaufklima schaffen soll, und Musik, die man selbst schätzt und die man zur stilistischen Ausstaffierung der eigenen sich eher konsumkritisch gebenden Individualität nutzt, sind ja durchaus fließend, und nichts bewahrt einen vor der Aussicht, die Klänge, die man liebt, demnächst als Waffe eingesetzt zu sehen. Zwar scheint mir vieles von dem, was ich höre, einigermaßen immunisiert gegen eine solche Verwendung, aber erstens ist das nicht unbedingt gesagt und zweitens müssen gerade diejenigen Platten, auf die das nicht zutrifft, die also einen sagen wir “harmonischeren” Charakter haben, zunehmend dem Verdacht ausgesetzt sein, auch jenseits des Bahnsteiges der akkustischen Verzuckerung einer Welt zu dienen, die eigentlich unerträglich ist.
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Donnerstag, 12. Juli 2007
Ein T-Shirt, wo was draufsteht
Bisher musste man, wenn man sein dogmatisches, borniertes, abergläubisches, dummes Wesen nach außen tragen wollte, in den USA einkaufen. Da einige der dort angebotenen Waren hier aber wohl sagen wir mal nicht konsensfähig wären, hat sich die hiesige Steiner-Sekte damit befasst, einige liebenswert kuschelige Verdummungs-Textilien für den deutschsprachigen Markt zu entwerfen, die mit ihrem treudoofen Humor fast noch widerlicher sind als die Mordaufrufe gegen Schwule und Abtreibungsgegner, die man drüben so trägt.
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Freitag, 4. Mai 2007
-575
Indeed, über Fahrradhändler kann man gar nicht genug schreiben, und zwar nur Negatives. Die faschistoide Macke der hiesigen Gesellschaft, den Sport und alles Sportliche zu idolisieren, sorgt dafür, dass ausgerechnet die grundsolide, grundsympathische Tätigkeit des Fahrradfahrens einen zwingt, gelegentlich mit Branchensolipsisten zusammenzutreffen, die in allen anderen Bereichen menschlicher Tätigkeit schon längst von der gnädigen Hand des Marktes hinweggefegt worden wären. Dass jemand nicht an nerdigem Raserequipment interessiert ist und auch nicht daran, irgendwelche Nummern und Bezeichnungen (und sei es nur “Dunlopventil”) auswendigzulernen, dass es Leute gibt, die einfach entspannt diejenigen Gegenstände erwerben wollen, die zum Betrieb des Fahrrads unabdingbar sind und die sie nicht selber herstellen können, will diesen Kretins nicht in die kohlenhydratriegelverseuchte Birne. Okayokay, auch die andere Seite muss sich kritisieren lassen. Warum ich zB demjenigen Exemplar, das auf meine Frage nach einem Fahrradmantel 47-622 mit nicht nur leicht herablassender Geste dozierte, das sei eine unkorrekte Angabe, man müsse entweder 28x1,75 oder 47-622 sagen, und das auf meine Entgegnung, genau das letztere hätte ich gerade verlangt, nur hintergründig grinste, nicht einfach einen Siebenfach-Schraubkranz in seinen Gewindekonus appliziert habe, versteht kein Mensch.
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Freitag, 13. April 2007
Barrio Alemán
Die drei Perkussionisten-Lurche, hässlich wie die Nacht, in der ich sie traf, waren alle drei schonmal in Kuba gewesen, und jeder war bestrebt, die beiden anderen in Sachen ekelhafte Gemeinplätze alt aussehen zu lassen. Es war gar nicht mal so sehr die äußerste Abgelutschtheit der ausgespuckten Phrasen, die mir die Currywurst im Halse stecken bleiben ließ, sondern eher die mitausgespuckte Gewissheit, ein ziemlich witziger und ziemlich welterfahrener Zeitgenosse zu sein. Eine Überlegung allerdings ließ mich dann doch aufhorchen: Alle drei wollten sie gerne in Kuba ansässig werden, und der jüngste, der auch schon mal in Toronto, Kanada, gewesen war und sich ansonsten eines servilen Schweigens befleißigte, sagte ungefähr folgendes: “Naja, wenn der alte Fidel erstmal abgekratzt ist, werden sich da im Tourismussektor doch einige Chancen auftun. Gerade uns Deutsche nehmen die doch mit Handkuss - bei unseren Erfahrungen mit Umwälzungen.” Genau Alter, dachte ich und war auf einmal ganz beglückt ob dieser Kollektivqualifikation und ob der Aussicht, diese drei elenden Dummschwätzer demnächst nach weit weit weg gebraindraint zu sehen.
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Montag, 19. März 2007
Gastro
Das Geheimwissen, mit dessen Hilfe in der HU-Mensa diese charakteristische grau-durchsichtige, mit Leipziger Allerlei vermischte Sauce hergestellt wird: Ich kann auf es verzichten. Die Kühnheit, besagte Sauce ausgerechnet mit (ansonsten ungewürztem) Couscous zu kombinieren: Ich hätte sie gern. Der unverhohlene Ekel, mit dem Schlangestehende auf meinen Teller schauen: Ich kann ihn nachvollziehen. Die Unschuld, mit der die noch auf das Essen Wartenden auf das Essen warten: Sie ist dahin.
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Dienstag, 27. Februar 2007
Die drei großen monotheistischen Religionen
...unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten: Erstens ihrem jeweiligen Feiertag. Die Moslems sind zuerst dran, nämlich am Freitag, dann kommen sonnabends die Juden und schließlich am Sonntag die Christen. Zweitens sind die Christen im deutschen Fernsehen derzeit deutlich besser repräsentiert. Weitere Unterschiede kann ich nicht erkennen, zumindest wenn man dieses Wort zum Freitag und dieses Wort zum Samstag mit dem aus der ARD Bekannten vergleicht. Es mag freilich sein, dass nach den ersten 30 Sekunden, wenn man bereits weggeklickt bzw. weitergeschaltet hat, noch der Aufruf zu Kreuzzug, Dschihad oder Brunnenvergiftung folgt. Das wäre eventuell ein Argument, die Sendungen im Programm zu lassen oder reinzunehmen. Ansonsten ist derartiges Gewäsch doch in diesem neuen Berlin-Edel-Youtube ganz gut aufgehoben, zumindest bis das ersehnte Gesetz kommt, das Religionsausübung aller Art unter Strafe stellt.
Ein bisschen blöd kommt es mir jetzt doch vor, alle Religionen so feige ringparabelmäßig gleichzustellen. Truth be known: Der muslimische Vertreter ist am sympathischsten. Von dem lasse ich mir gerne mal erklären, wieso Allah “der Alabama” genannt wird.
Ein bisschen blöd kommt es mir jetzt doch vor, alle Religionen so feige ringparabelmäßig gleichzustellen. Truth be known: Der muslimische Vertreter ist am sympathischsten. Von dem lasse ich mir gerne mal erklären, wieso Allah “der Alabama” genannt wird.
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21:21
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Dienstag, 23. Januar 2007
Studenten!
Ihr glaubt, die Melodie zu pfeifen, die bei “Kill Bill” gepfiffen wird, wäre witzig. Ihr glaubt, ein Radio-Eins-Tshirt zu tragen, wäre cool. Ihr glaubt, Eure Meinung zu Stadtteilfragen wäre interessant. Ich aber sage Euch: Dem ist nicht so.
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Sonntag, 19. November 2006
Et in Arcadia ego
Spandau Arcaden, Potsdamer Platz Arcaden, Ring Center I, Ring Center II, Biesdorf Center, Schönhauser Allee Arcaden, HavelPark Dallgow, EKZ Wust, GesundbrunnenCenter, Neukölln Arcaden. Dass selbst diese Schaufassade des Kapitalismus über ein widerliches Grinsen nicht hinauskommt, ist bezeichnend, ökonomisch aber irrelevant, da die Zielgruppe (Zielgruppe Loser / Loser und Normalos) dieses Grinsen offenbar für ein freundliches Lächeln hält. Und es wird nicht nur gekauft. Das wäre nicht schlimm. Es wird die standardisierte Hohlheit nachgelebt und nachgefühlt, was das Zeug hält. Da fällt einem eigentlich nur adornitische Kulturkritik der plattesten Art zu ein. Wenn man wenigstens über adornitische Sprachgewalt verfügen würde! Da dem nicht so ist, bleibt es ganz schlicht beim “Burn, Warehouse, burn”. Auch wenn das wieder mal nur ein Zitat ist.
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Samstag, 18. November 2006
Unsympathisch:
Leute, die einem beim Reden ständig das Gefühl geben wollen, ihre Ansicht sei nicht nur richtig, sondern die einig mögliche. Sie hätten sich mit dem Thema bereits eingehend beschäftigt, vielleicht auch diese oder jene Alternative erwogen, aber am Ende sei halt nur diese eine Schlussfolgerung zu ziehen. Sie hätten ja Verständnis, aber man müsse nun mal den Tatsachen ins Auge sehen. Also eigentlich 95% aller Leute.
Geschrieben von ja_be
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13:57
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Kommentare
Mi, 06.08.2008 22:30
Yeah, three days a week, don’t need no sleep. To all the chicks on the tri [...]
Mo, 21.07.2008 23:24
Aber gibt es von ihm auch eine Aufnahme mit Peter Alexander wie diese? htt [...]
Mo, 21.07.2008 21:49
Das ist der David Allen Coe, der [*]als großer Songwriter gilt, e [...]
Do, 17.07.2008 13:31
Schade, dass die Uhr rechts im Bild nicht auf fünf vor zwölf steht. Vilele [...]