Achmadinedschad (mich beeindruckt nebenbei gesagt die nonchalante Kompetenz, mit der Radio- und TV-Leute seinen Namen auszusprechen wissen) hat eine Lösung für die Probleme der Welt. Ja, für alle. Ich nehme an, das wird wieder irgendwas mit dem seinem Buddhismus zu tun haben.
Dienstag, 19. September 2006
...und die Erde wird der schönste Platz im All...
Montag, 18. September 2006
Biobrotbonzen
Kreuzberg: Hauptstadt der (ökofaschistischen) Bewegung. Was ist das für ein Stadtteil, wo DirektkandidatInnen trotz behämmerter Slogans (“kiezgerecht”, “Kreuzberg verpflichtet”) und Wahlplakaten, die von Ziska mehr sehr schlecht als schlecht gestaltet sind, Mandate holen können? Graue Panther, holt mich hier raus!
Samstag, 16. September 2006
Essen, sozusagen serielles
“Beim lauwarmen Confit vom Kabeljau mit Tatar von Austern und Staudensellerie, gerösteten Kräutersaitlingen und Steinpilzcreme sollte man auf die Gewohnheit, bestimmte Elemente eines Gerichtes zu einem Akkord zusammenzustellen, verzichten. Durch die hier ausgeprägt wirksame Funktion des ‘Gewürzraumes’ (des Nachhalls von Aromen im Mund) ergeben sich beim sozusagen seriellen Essen immer neue Zusammenhänge.”
Ich bekenne, dass heute morgen beim Zeitungskauf einzig die Überlegung, sonst den Dollase zu verpassen, den Ausschlag für die FAZ gegeben hat. Warum schreibt der Mann nicht mal einen Roman? Nur die für einen Ex-Musiker überraschende Unbeholfenheit beim Hantieren mit Musik-Metaphern irritierte, ach was, verstörte mich beim seriellen Essen von Croissant und Müsli:
“Bei Kreationen dieser Art liegt die Schwierigkeit vor allem in der minutiösen Steuerung der Proportionen, durchaus vergleichbar dem Orchesterklang eines im Tutti gehaltenen Akkordes: Je nach Lage der Dinge könnte es als sehr störend empfunden werden, wenn etwa die Quinten durch falsche Instrumentierung (durch den Komponisten oder Dirigenten, also den Koch) oder undiszipliniertes Soiel (des Orchesters, also der Küchenmannschaft) zu kräftig wären und die Akkordwirkung beeinträchtigten.”
Wahrscheinlich kennt er nur serielle Musik, höhö.
Freitag, 15. September 2006
Mein Lieber Günter Grass,
in dem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst öffentlicher Aufmerksamkeit zwischen Natascha, Joachim Fest und Ihrer Person, gebührt die Krone des wahrhaften Könners und Manipulators doch ganz alleine Ihnen. Die Messlatte in diesem makaberen Spiel ist, wie bei makaberen Spielen nun einmal üblich, der letztmögliche, ja endgültige Maßstab überhaupt: der Tod. Hatte es Natascha immerhin acht Jahre Vorbereitung gekostet, ihren Peiniger im wahrsten Sinne des Wortes »zur Strecke« zu bringen und vermochte Joachim Fest am Ende nur den eigenen Tod in die Waagschale des öffentlichen Interesses zu werfen, so war es Ihnen, Günter Grass, hingegen möglich, dem Tod selbst, der ja bekanntlich ein Meister aus Deutschland ist, zur Hand zu gehen. Damit steht fest, Sie alleine sind in dieser Ménage à trois der einzig wahre »Todesking« und keine Natascha und kein Fest der Welt vermag sie auf jenem Terrain zu schlagen, auf dem Sie schon immer, Zeit Ihres Lebens zu Hause waren. Oder um es in Ihren eigenen Worten zu sagen: »Komm, lieber Tod, mach mich gesund.«
Wir wünschen beste Genesung.
ten steps that shook the world
Hoppla, der neue Danielewski ist da. Angeblich soll er das Experimentelle seines Vorgängers , der hiermit allen AUF DAS ENTSCHIEDENSTE empfohlen sein soll, noch “zehn Schritte weiterführen”, so zumindest amazon.com. Wo man dann landet, ist angesichts des ja bereits mit allen postmodernen Wassern gewaschenen “House of Leaves” etwas unklar (das hier zu findende Bild lässt Böses ahnen), aber trotzdem ist die Freude groß. Vielleicht gibts den Danielewski ja doch in echt (Thomas Pynchon hat ja demnächst ein eigenes Buch am Start).
Mittwoch, 13. September 2006
Liebes Café Morgenrot,
mal ein offenes Wort. OK, Du bist die einzige ansteuerbare Lokalität in der scheißversnobten Kastanienallee, und das strengt an. Ein freier Tag sei Dir deswegen gegönnt. Auch das Offenlassen der Türen trotz freien Tages ist angesichts der Temperaturen absolut im Bereich dessen, was man verständlich nennen könnte. Aber wie Dein ausnahmslos links-szeniges Personal einen anschnauzt, wenn man trotz – szeneintern wahrscheinlich seit langem bekannten – Schließungstag die – offene – Tür durchschreitet, das geht nicht. Ich muss jetzt gar nicht mit Servicewüste Deutschland, Der-Kunde-muss-König-sein usw. anfangen. Der linke! Philosoph Georg Lukács sprach einmal von der “transzendentalen Obdachlosigkeit”, die er in der Rosenthaler Straße empfinde, seit dort der “Eimer” für immer seine Pforten schloss. Soll es ihm und mir und uns allen in der Kastanienallee genauso gehen? Denk mal drüber nach.
Dienstag, 12. September 2006
Perfide Promotion
Vorbei die Zeiten, in denen Käufliches nur per Zeitungsanzeige oder Fernsehspot angepriesen wurde! Dahin die Gewissheit, dass Werbung und Nichtwerbung mit der liebenswerten Ausnahme von Gottschalks Gummibärchen sauber zu unterscheiden sind!
Nippelgate und Schleichwerbung im Marienhof haben den Luftballon der Verkaufsförderung stramm aufgeblasen, Günther Grass hat ihn jüngst geschmacklos platzen lassen. Damit schien zunächst die Messlatte unerreichbar hoch gelegt worden zu sein.
- In der Zwischenzeit hat sich der geplatzte Luftballon unbemerkt und auf wundersame Weise in ein randvolles Fass aus Holz mit Boden verwandelt –
Doch falsch gedacht: Joachim Fest ist es gelungen, seinem Buch “Ich nicht” durch seinen eigenen Tod punktgenaue Medienaufmerksamkeit zu verschaffen. Das ist der Tropfen, der das Fass der Verkaufsförderung überlaufen lässt und ihm gleichzeitig den Boden ausschlägt!
Es ist nicht allzu abwegig, zu vermuten, dass Joachim Fest zusammen mit Elvis und Kurt Cobain auf einer geheimen Insel beim Kartenspiel sitzt und hoch erfreut die steigenden Verkaufszahlen seines aktuellen Buches verfolgt.
Trends
IN: Sein
OUT: Schein
So heute die BZ.
Montag, 11. September 2006
die verlehrerisierung schreitet voran
“Liebe Eltern” – wer geglaubt hat, ich würde niemals einen Text schreiben, der so anfängt, liegt seit gut einer Stunde ziemlich falsch.
Mittwoch, 6. September 2006
Strategie & Schmackes - leider schon vorbei
“Schon bei den Aufnahmen zu Ernie Schmiedels Cocktail-CD hat Ackie alle anderen an die Wand gesungen. Sie hat eine großartige Stimme und singt Soul und R&B perfekt und ganz ohne Akzent. Sie ist heute Frontfrau in Ernies neuer Formation mit dem vielversprechenden Namen SOUL SHADOWS. Hier geht der Meister selbst wieder mal ganz neue Wege und bringt dazu seine neueste Erwerbung mit: einen großen schweren Kasten namens Hammond B3. Wenn Ernie sie heute Abend mit Händen und Füßen bedient, steht ihm mit Günther Kara ein ganz ausgebuffter Stratege an den drums zur Seite. Jeder der drei ist eine Klasse für sich. So kann das eigentlich nur ein Abend mit richtig Schmackes werden.”
Montag, 4. September 2006
Bombe nicht geplatzt
So, an dieser Stelle mal echter Premium Content, von einem der dabei war und nicht schweigen kann, bis die Wahrheit von allen Mauern widerschallt. Am Freitag war ich als nichtsahnend vorbeikommender Passant auf dem Weg von Marburg in meine schöne Heimat Arnsberg. Und als ich dann am Bahnhof Wilhelmshöhe aussteige, wundere ich mich ob der eng gepferchten Massen in der Bahnhofshalle. Ist halt Kegelgruppenfreitag, denke ich, der Sauerland Stern soll ja eine tolle Massage bieten, aber schon einige Meter weiter gefriert mir das Blut in den Adern. Eine Reihe von Sicherheitsbeamten hat sich zwischen mir und dem begehrten Kamps’schen Marzipan-Croissant postiert, Terrorverdacht, Bombenstimmung, was auch immer. Mit besorgten Gedanken über meine Bartlänge muss ich also auf den Bäcker im Tegut ausweichen, hat den Vorteil, dass die Sprite da ungefähr 1,50€ günstiger ist. Also gehe ich um den Bahnhof herum, den Gedanken an die Bombe ängstlich in mir tragend. Mit Brötchen, Sprite und Tofu-Burger im Rucksack kehre ich schließlich ans Gleis zurück, mein Zug kommt nur leicht verspätet an. Ich lasse mich auf einem freien Platz nieder und freue mich auf Brotzeit als ein leises Murmeln meine Aufmerksamkeit fesselt: “Sind mit ca.12minütiger Verspätung in Kassel eingefahren, der Aufenthalt verzögert sich aufgrund eines Bombenalarms, verlassen den Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe um Punkt 13.22.” Hurra, freue ich mich, endlich lernst du mal Walter Kempowski kennen, vielleicht kriegst du jetzt einen Platz in der kommentierten Ausgabe von “Das Echolot, Band 25”, in dem alle Änderungen von der Manuskriptfassung der Karteikarte bis zur dritten Auflage des evangelischen Bücherdienstes sechsspaltig dokumentiert sind. Doch leider fehlt der Schnurrbart-ein ganz gewöhnliches Ehepaar aus der Flakhelfer-Generation mit Dokumentationszwang und einem guten Tipp: “Diese Leute haben es ja mit der Symbolik. Am 11. September sollte man es tunlichst vermeiden, Zug zu fahren, tunlichst.” Na, dann weiß ich ja Bescheid.
Freitag, 1. September 2006
Ficksequenzen
Kultfilm im Kultkino: Das musste ja schiefgehen. Die Beschreibung eines vor dem Kino herumlungernden Kenners (so ein schwedischer Regisseur…hat früher Werbefilme gemacht…..geht um Drogen….semiprominent besetzt…) trifft in allem zu, und bei der Prominenz der Besetzung hat er eher untertrieben: Mickey Rourke, Brittany Murphy, Debbie Harry und Rob Halford (!) brauchten offenbar dringend Geld, und auch irgendwelchen absolut skrupellosen Hollywood-Mogulen schien die Gleichung “Drogen plus Titten plus Drogen plus voll abgewrackte Typen gleich Spitzenfilm” irgendwie aufzugehen. Die Handlung wiederzugeben, lohnt sich nicht, eigentlich lohnt sich gar nichts bei so einem Scheißfilm außer der schnellstmöglichen Flucht. Zwar gewöhnt man sich nach einiger Zeit an die hektischen Schnitte und die immer gleiche Kombination aus Kameragewackel und abgefahrenem Sound, die jede reingezogene Line begleitet, aber es passiert ja irgendwie auch nichts außer weiteren Lines und ein paar Girls und noch paar Lines und total abgefuckten Bullen (ok, die sind wirklich ganz lustig) und einigen Fickcomicsequenzen bzw. Comicficksequenzen, die wohl das Prädikat filmischer Innovation sicherstellen sollen. Erwähnte ich, dass die Musik von Billy “Smashing Pumpkins” Corgan stammt? Also nichts wie weg, wir sehen uns in der Oper. (“Spun”, USA/S 2002, 101 Minuten, in Argentinien 106 (?))
Deutsch ist geil
Verzeihung, dass ich hier wieder nur Links weiterreiche und den journalistischen Premium-Content bisher vermissen lasse, aber ich musste so lachen.
Mittwoch, 30. August 2006
holidays in the sun
wie verbringt j.b. seinen urlaub? ein frz. fotoreporter hat sich für sie, liebe leser, an seine fersen geheftet.
reiter&affen
der bisher beste Kommentar zu GraSS, finde ich.
(der zweitbeste)
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