Für mit allen Abwassern gewaschene Medienexperten dürfte es ein alter Hut sein, aber für ein hauptsächlich von der öffentlich-rechtlichen Gießkanne umsorgtes Pflänzchen hielt der gestrige Fernsehabend eine ungeheure Überraschung parat. Nachdem sich der Besuch der alten Christiane Hörbiger verabschiedet hatte, wollte ich mal sehen, was an den vielgelobten Serien Californication und Dexter so lobenswertes ist. Die waren ganz gut. Nur vorher ... Uijuijui. Auf den Sendeplatz vorher hat nämlich der liebe Gott “Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit” platziert. Um dort 10.000 Euro zu gewinnen, musste die in der Blüte ihres Lebens stehende Kandidatin folgende Fragen beantworten:
1. Sind Sie schon einmal für sexuelle Gefälligkeiten entlohnt worden?
2. Hatten Sie schon einmal an einem Tag Sex mit zwei Männern, die Sie nicht kannten?
Dass ihre Antworten dann auf eine bewegte Berufsbiographie schließen ließen - geschenkt. Aber besonders gut hat mir dann folgender Dialog gefallen:
Moderator (zum auf der Familien-Freunde-Couch sitzenden Sohn): “Stefan, hört man so etwas gern über seine Mutter?”
Sohn: “Nicht immer.”
Nicht, dass ich jetzt in Abendlanduntergangslamenti einstimmen möchte, nur eine Frage bleibt. Warum sollte ein Kandidat bei dieser Show nicht die Wahrheit sagen, wenn dies a) sofort in überlebensgroßen Buchstaben allen Interessierten mitgeteilt wird und b) er/sie die ganze Kohle dann bei RTL II lassen kann?
Dienstag, 14. Oktober 2008
In Mutter ist Wahrheit eine Schlampe
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