Endlich eingereiht in die Riege der Country-Fans möchte ich gleich auf folgendes Versäumnis der gemeinsamen Berichterstattung aufmerksam machen.
Scott Tuma hat bereits im April ein
neues Album veröffentlicht. Da es aber so zeitlos großartig wie jede seiner Aufnahmen ist, macht diese Verspätung dann irgendwie aber auch nicht so wirklich was aus.
of everything music could be
Just like The Stones I was rolling a lone
Like a ship lost out on the sea
And Joplin would die for the future
And Dylan would write poetry
And in Texas the talk turned to Outlaws
Like Willie and Waylon and me
- als großer Songwriter gilt, er schrieb beispielsweise Tanya Tuckers Hit Would you lay with me (in a field of stone), vielen bestimmt besser bekannt von einer der unzähligen Rick-Rubin-melkt-Johnny-Cash-CDs
- sich durch langjährige Gefängnisaufenthalte den Status eines Country-Outlaws wirklich verdient hat, es geht das Gerücht, dass er einen Mitinsassen umgebracht haben soll, der von ihm Oralsex forderte
- sich auf der Rückseite seines Albums Rides Again als Prophet (“We Must Unite Now”), One Percenter (“In Memory Of My Dead Brothers”), Rhinstone Cowboy (“And They Shall Ride To The Death”) und Ex-Convict (“They Said It Couldn’t Be Done”) bezeichnet hat
- als Mysterious Rhinstone Cowboy mit Maske aufgetreten ist, ein Konzept, das Jahre später wieder von Sido aufgegriffen wurde
- Ende der 70er/Anfang der 80er zwei Alben mit Liedern veröffentlicht hat, die andere unter anderem als rassistisch eingestuft haben, er selbst jedoch unter “bawdy-but-fun” einordnet, Titel lauten zum Beispiel “I made Linda Lovelace gag” oder “Nigger Fucker”
- zusammen mit Teilen von Pantera unter dem Namen “Rebel meets Rebel” ein Country-Metal-Album im fürchterlichsten Kid-Rock-Stil herausgebracht hat
Alles in allem ist DAC also einer dieser angenehm widersprüchlichen Country-Individualisten, die beeindruckend, unglaubwürdig und abstoßend zugleich sind. Und sein Vorbild scheint Hank Williams zu sein, so dass du wohl auch Recht hast.