Montag, 21. März 2011
Betr.: Titel
Den Spiegel, bzw. seine Redaktion, muss ich ausdrücklich loben. Das aktuelle Heft trägt NICHT den Titel “Fukushima – Anatomie einer Katastrophe”. Hätte ich jetzt fest mit gerechnet. “Fukushima – Was wirklich geschah” erzeugt dagegen richtig Spannung. Steckt Al Qaida dahinter? Oder Godzilla? Oder Siemens?
Weitere Titel, die ich in den nächsten fünf Jahren nicht lesen möchte:
Männer – Ein Auslaufmodell?
Dumm, dümmer, Deutschland – Wie die Schule unseren Kindern das Lernen abgewöhnt.
Grünes Öl – Ist unser Planet doch noch zu retten?
Obama – Das Ende einer Hoffnung.
Brüssels Eurokratie – Eine geschlossene Gesellschaft regiert gegen 300 Millionen.
Social Networks – Hat Big Brother schon gewonnen?
Plagiator II – Guttenberg ist zurück. [Titelbild ist klar, oder?]
Freitag, 18. März 2011
Kein Haiku
Grönemeyer
Tagesgeld
Geigerzähler
(laut GMX heute die meistgesuchten Begriffe)
Kein guter Frühling für OBI
Mittwoch, 9. März 2011
Alaaf
Ist heute dieser Tag, wo man sich in gewissen Gegenden lustig verkleidet? Ich weiß es nicht, aber es gehört keine große Kenntnis der Karnevalskultur dazu, um zu erkennen, dass das ältere Ehepaar, das sich heute clownsmäßig geschminkt in der Preußischen Staatsbibliothek einfand, an diesem nüchternsten Ort der Welt reichlich fehl am Platze war. Die aufgebaute Spannung entlud sich dann in einem öffentlich ausgetragenen Ehestreit, dessen Lautstärke aber nicht dazu angetan war, den Ausdruck der Verachtung auf den Gesichtern der sonstigen Nutzer zu mildern.
Montag, 7. März 2011
~
Wenn man (GOtt sey’s geklagt!) Tag für Tag mit von Feiglingen verfasster und daher einigermaßen thesenloser Literatur zu tun hat, muss jede Abweichung vom Prinzip der Vorsicht und Augewogenheit als attraktiv erscheinen, unabhängig von ihrer sachlichen Rechtfertigung. Deswegen ernenne ich nachträglich zum Buchtitel des Jahres 1834:
Soll die plattdeutsche Sprache gepflegt oder ausgerottet werden?
Gegen Ersteres und für Letzteres
von Ludolf Wienbarg.
Sonntag, 6. März 2011
Aus Chanty-Mansijsk kommt die Musik
Heute morgen zeigte die ARD einen Nachbericht über den Goldlauf von Arnd Peiffer bei der Biathlon-Weltmeiterschaft in Chanty-Mansijsk. Als Hintergrundmusik des Beitrags war einer der Slawischen Tänze des Komponisten Antonín Dvořák zu hören. Während nun Chanty-Mansijsk im Westen Sibiriens liegt, sind die Slawischen Tänze böhmischen und mährischen Volkstänzen nachempfunden. Zwischen der Stadt der Biathlon-Weltmeisterschaft einerseits und Böhmen und Mähren andererseits liegen somit genügend Kilometer, um die musikalische Untermalung als unpassend bezeichnen zu können, ohne allzu kleinkariert zu wirken. Vielleicht reicht ja auch die eine Kategorie Ostblock für alles, was da hinter Oder und Neiße kommt, für den Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus. Auf jeden Fall leisten die Slawischen Tänze nun der Musik von Calexico beste Gesellschaft als vielseitig einsetzbare Folklorefeelingerzeuger.
Touch a girl (ahhh)
Wollte nur mal fragen, ob jemand Lust hat, mit mir die magische Handbewegung von Pharrell Williams einzuüben. An der VHS gibt es dafür leider keine Kurse.
Mittwoch, 2. März 2011
Immer wieder Calexico
Gestern ist es wieder einmal passiert. Als die Kellermanns in “Goodbye Deutschland” in die DomRep ausgewandert sind, lief plötzlich in einer Szene als Hintergrundmusik Calexico. Keine Ahnung, in wie vielen Dokumentationen, Reality-Formaten und sonstigen Fernsehsendungen ich diese Band schon im Hintergrund gehört habe. Zu oft, um an einen Zufall zu glauben. Deshalb die Frage an die geneigte Leserschaft: Warum immer wieder Calexico?
Mein schönstes Erlebnis in dieser Sache war übrigens eine Dokumentation über Russland, als die Bilder in Verbindung mit Calexico eine russische Folkloreatmosphäre erzeugen sollten. Vielleicht ist das auch schon die Antwort auf die Frage: Diese Musik taugt als globale Folklorequintessenz oder wohl eher -schablone, von Arizona bis Russland, von Singapur bis Aberdeen.
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