Während ich gestern das Finale der Heranwachsenden-EM über den ZDF-Stream verfolgen wollte, rief mich meine gute Freundin Maria Böhmer an. Zunächst war ich als guter Freund schwer beunruhigt, da Maria nicht aufhörte, zu schluchzen. “Maria, was ist los?” oder so etwas ähnliches werde ich wohl gesagt haben. “Ich will hier nicht weg.” Mehr konnte Maria nicht antworten, bevor sie neue Salven in ihr Taschentuch schnäuzte. Eigentlich nicht nah am Wasser gebaut, löst dieses Geräusch bei mir immer einen Mitweinreflex aus, seitdem ich 1992 mit Merle W. im Gloria in Harburg My Girl – Meine erste große Liebe gesehen habe. Nun also ebenfalls flennend, versuchte ich Maria davon zu überzeugen, dass sie ja gar nicht hier weg müsse, es sei denn, sie wolle es so. Aber Maria wiederholte ständig – nun singend – diesen einen Satz: “Ich will nicht weeeeeeeeeeg.” “Maria, so geht das nicht. Ich weiß ja gar nicht, wovon Du sprichst.” Zu mehr Einfühlungsvermögen war ich nicht fähig. Maria legte auf und schickte mir eine E-Mail.
Nun verstand ich, dass Maria nicht die bitteren Tränen der Trauer sondern die süßen Tränen der Rührung weinte.
Dienstag, 30. Juni 2009
Alles Jackpot hier
Samstag, 27. Juni 2009
Auch hier
soll dem verstorbenen King of Pop gedacht werden.
Beispiel für keine Gefangenen machen II
Nachdem sich Pepe schon in mein Herz getreten und geschimpft hat, hier nun ein Beispiel für eine Blutgrätsche aus dem Literaturbetrieb. Der Vortrag ist zwar etwas schleppend, aber der Inhalt trifft wie Grosso in der 119. Minute – direkt in das Herz. Einfach auf “Die Rede von Josef Winkler” klicken und staunen.
Montag, 22. Juni 2009
Flughafenbesetzung
Nennt mich zynisch oder politikverdrossen. Aber statt der Clownsarmee am Columbiadamm lausche ich lieber diesem Protestsong.
Nach einem gelungenen, spannungssteigernden Intro geht es los.
“Flugzeuge im Bauch, im Blut Kerosin”.
Donnerstag, 18. Juni 2009
reCAPTCHA
Vermutlich jeder Blogbetreibende hat sich schon einmal Gedanken machen müssen, wie Spam in Artikelkommentaren zu verhindern ist. So auch hier. Denn selbst in dieses notorisch unterbesuchte Blog verirren sich die unaufgeforderten Nachrichten der Spammer. Und egal wie höflich diese Einladungen zur einseitigen Geschäftsbeziehung auch wirken, willkommener werden sie in der Masse dadurch nicht.
“Was tun?”, spricht Zeus, stellvertretend für all die anderen Blogger. Das Mittel der Wahl zur Spamabwehr nennt sich CAPTCHA, was soviel bedeutet wie “Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart”. Meist handelt es sich dabei um eine Grafik mit für Computer hoffentlich nicht erkennbaren Zeichen, die vom Menschen in ein Textfeld getippt werden müssen und zusammen mit beispielsweise dem Blogkommentar abgeschickt werden. Stimmen die Zeichen aus der Grafik mit den eingegebenen überein, dann hat man es wohl mit einem Menschen zu tun. Wenn nicht, dann eher mit einer Spammaschine. Wie bei allen Verfahren gibt es hier die Fehleranfälligkeit gratis mitgeliefert.
Die Umsetzung kann verschiedenartig erfolgen. Ziel ist es immer, die Fehleranfälligkeit niedrig zu halten. Manche setzen auf das vermeintlich überlegene Geschichtswissen von Menschen gegenüber Computern:

Andere verbinden das Notwendige mit dem Nützlichen. Bei reCAPTCHA werden dem Nutzer immer zwei Zeichenfolgen präsentiert. Eine dient dazu, die Unterscheidung zwischen Mensch und Computer zu treffen, die andere zur Digitalisierung von Büchern und Zeitungen. Wie das genau von statten geht, kann die interessierte Leserschaft auf der Website von reCAPTCHA nachlesen.
Und nun zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte: reCAPTCHA wird seit heute in diesem Blog für die Leserkommentare verwendet.
Donnerstag, 11. Juni 2009
Don't drink and drive
Da ich schon früh gelernt habe, keinen noch so nahe liegenden und billigen Witz auszulassen, soll auch bei dieser Artikelüberschrift, die heute Nachmittag bei Spiegel Online zu lesen war, keine Ausnahme gemacht werden: “Astra will mit Billig-Opel um Kunden buhlen” (Schon alleine wegen der möglichen Synergieeffekte in Zeiten allgemeiner Insolvenz)
Mittwoch, 10. Juni 2009
Petition gegen Internetsperren
Liebe Leserinnen und Leser,
in aller Schnelle ein Hinweis mit eingebundener Aufforderung zum Mitmachen. Am 16. Juni endet die Online-Petition “Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten”. Gegenstand dieser Petition ist die Forderung, “daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt.”
Diese Gesetzesänderung bedeutete de facto eine Zensur des Internets in Deutschland, die nicht einmal den positiven Nebeneffekt mit sich brächte, dem vorgeschobenen Grund – der Bekämpfung von Kinderpornographie – zu dienen. Da gibt es andere, wirkungsvolle Möglichkeiten, ganz ohne Gesetzesänderung.
Es ist gut, als Gegner von Internetsperren die eigenen Argumente zu kennen, ein Blick auf die der Fürsprecher schadet bestimmt auch nicht. Wobei beachtet werden sollte, dass in letzterem Fall, Argumente weitestgehend im Sinne von Quatsch und Lügen zu verstehen sind.
Weitere Worte will ich nicht verlieren, die Informationen hinter den obigen Links nehmen schon genug Zeit in Anspruch, so dass ich mich in der Hoffnung, unter der Leserschaft die eine oder andere Mitzeichnung der Petition ausgelöst zu haben, aus diesem Blogeintrag verabschiede.
Dienstag, 9. Juni 2009
Stil Ikonen
Manche musikalischen Höhepunkte sind mir in meiner Jugend entgangen…
Grund genug dieses neulich erst entdeckte Video mit Euch zu teilen!
Man achte besonders auf:
- Gesamtarrangement – Kleidung – Choreografie
Donnerstag, 4. Juni 2009
Die Stimme des Dichters
Kleine Freuden des Bibliotheksbenutzers: Aus einem Buch fiel unerwartet eine Art große Salzburg-Postkarte heraus.
Diese wiederum enthüllte, Multimedia 1959, bezaubernderweise etwas ganz besonders Auratisches.
Die Aufnahme ist von 1907, und Hofmannsthal schafft es, gleichzeitig wie der See-Elefant, wie Lothar Frohwein und wie ein netter Kerl zu klingen:
Manche freilich müssen drunten sterben,
Wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,
Andre wohnen bei dem Steuer droben,
kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.
Manche liegen immer mit schweren Gliedern
Bei den Wurzeln des verworrenen Lebens,
Andern sind die Stühle gerichtet
Bei den Sibyllen, den Königinnen,
Und da sitzen sie wie zu Hause,
Leichten Hauptes und leichter Hände.
Doch ein Schatten fällt von jenem Leben
In die anderen Leben hinüber,
Und die leichten sind an die schweren
Wie an Luft und Erde gebunden:
Ganz vergessener Völker Müdigkeiten
Kann ich nicht abtun von meinen Lidern,
Noch weghalten von der erschrockenen Seele
Stummes Niederfallen ferner Sterne.
Viele Geschicke weben neben dem meinen,
Durcheinander spielt sie alle das Dasein,
Und mein Teil ist mehr als dieses Lebens
Schlanke Flamme oder schmale Leier.
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