Seit einigen Tagen räume ich meinen Schreibtisch auf und weiß mittlerweile wieder, welche Farbe die Tischplatte hat (braun). Vorläufig harren noch der Wegräumung: Münzen (Schweden, Deutschland nach 2002, Deutschland vor 2002, Luxemburg, Rumänien), ein Rabattzettel der Sophiensäle mit immerhin zwei Stempeln, ein enormes Kontingent an Karten (zwei für das Shellac-Konzert am 2. Mai, die von ihren glücklichen Besitzern in spe noch nicht gegen weitere Münzen eingetauscht wurden, eine Spielkarte (Kreuzdame), ein komplettes, mit der Kreuzdame nicht in Einklang zu bringendes Kartenspiel (“magyar kártya”) sowie die Theory Trading Cards) und insgesamt vierzehn derjenigen Gegenstände, die auf deutsch angeblich Rundkopfklammern, auf französisch Attaches parisiennes und auf italienisch Fermagli a testa bombata heißen. Da ich zwar – der aufmerksame Leser mag es bereits ahnen – selber einmal eine Schachtel solcher Dinger erwarb (und zwar – die noch aufmerksamere Leserin mag es bereits ahnen – in der Schweiz), diese jedoch ganz woanders steht und außerdem silberfarbene Modelle enthält, die gefundenen jedoch bei aller sonstigen Verschiedenheit ausschließlich gülden glänzen, muß ich annehmen, dass ich seit dem letzten Aufräumen vierzehn durch derartige Klammern gesicherte Briefe erhielt – von den mit woanders gelandeten Klammern gesicherten ganz zu schweigen!
Und, was machen Sie so?
Sonntag, 30. März 2008
Aufregendes aus dem Hause _be
Samstag, 29. März 2008
Meta Meta
Die Käufer dieses großartigen Albums sollen angeblich in Strömen in die Plattenläden zurückgekehrt sein, um vermeintliche technische Defekte zu reklamieren, wo doch in Wirklichkeit allenfalls die experimentelle Ader des Interpreten (vermutlich in Verbindung mit reichlich Drogen) verantwortlich zu machen gewesen wäre. Nun möchte ich ja nur ungern eine ähnliche Banausität begehen und traue mich daher kaum zu fragen: Das, was einem seit einigen Tagen entgegenblickt, wenn man antimateur öffnet, gehört das jetzt so? Oder lädt da irgendwas nicht richtig?
Freitag, 28. März 2008
Us & Them (II)
(Ernst Krüger: Heimat am Pruth. Erinnerungen an Mariental, Bessarabien. Mit Beiträgen von Albert Wutzke, Eduard Klotzbücher und Emmanuel Krämer. Salzgitter 1990)
Us & Them (I)
(Heimatbuch der Bessarabiendeutschen. Im Auftrage des Hilfskomitees der evangelisch-lutherischen Kirche aus Bessarabien e.V. Hannover und der Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen e.V. Stuttgart bearbeitet und herausgegeben von Pastor Albert Kern. Hannover 1976)
Donnerstag, 20. März 2008
Nichts für Studienfachwechsler:
Szientistische Tätowierungen. Mir fehlen da natürlich ein wenig die Geisteswissenschaften. Bin noch am überlegen, ob der Tractatus oder der Mann ohne Eigenschaften besser zu meinem Oberarm passt. Oder die blaue MEW-Reihe als Bändchen um den Knöchel.
Samstag, 15. März 2008
KINGDOM
Neulich bin ich auf die Website des Magazins The FADER geraten, wo man sich inhaltlich auf den ersten Blick irgendwo im Dreieck von Hip-Hop, Fashion und Afrika bewegt. Für mich als altgedienten Vertreter der graubeigebraun-Mode ist es dort zwar eine Spur zu stylish, aber nichtsdestotrotz gibt es da musikalisch das eine oder andere Schmankerl zu entdecken wie beispielsweise den New Yorker KINGDOM, der auf mich wie ein Wiedergänger YAZOOs mit eingebauter Rap-Erweiterung wirkt. Glaubt ihr nicht? Hier ist der Beweis:
Mittwoch, 12. März 2008
Deutsche Tradition
“Wenn das ein Stück Deutsche Tradition ist, die sich hier fortsetzt, ähh,- ja, dann passt das wohl ganz hervorragend, dann kann ich auch sagen, – mit Stolz, dass ist eben Deutsche Geschichte und wenn diese Deutsche Geschichte hervorragende Arbeit leistet so wie dieser xxx hier oder auch seine Verwandtschaft und Bekanntschaft sage ich mal: dann bitte typisch Deutsch und da bin ich dann sogar auch Stolz drauf!”
Das xxx ist durch Hund zu ersetzen, in dem Bericht geht es um Dackel! Ferner, der Ton des Sprechers:
“Das sieben Grad kalte Wasser in der Brandenburgischen Taiga hat keine Chance gegen den neopren-artigen Rauhaarpanzer der hartgesottenen Teckeldame Amsel.”
“Obwohl noch vor kurzen mit vier Welpen schwanger,
weiss sie, was sie ihrem Herrchen schuldig ist”
gefunden bei spiegel.de:
http://www.spiegel.de/video/video-28070.html
Dienstag, 11. März 2008
How to fry an egg with paper
Auch die britische Küche hat ihre Highlights. Aber eine solche Bücherverbrennung kommt einem im Angesicht der Spezialitäten der Prophetin dann doch ein wenig awkward vor:
coconut milk, lime juice, crème fraiche, “classic fresh tomato sauce”
Dienstag, 4. März 2008
Omnipräsentes Schiff
Gustloff, überall Gustloff. Wie gerne würde ich sagen: “Titanic fand ich aber geiler!”, doch habe ich weder den einen noch den anderen Film gesehen. So bleibt mir nur übrig, auf diesen gelungenen Kommentar zu verweisen.
Sonntag, 2. März 2008
Good Night and Good Luck
In der angenehmen Charlottenburger Kneipe, einem Refugium für in nicht ganz so viel Würde gealterte Hippies, neuerdings zum Raucher-Club aufgewertet, sitzt neben mir an der Bar ein Mann um die fünfzig. Er ist vielleicht blind, denke ich, jedenfalls hält er die Augen krampfhaft geschlossen und nimmt von niemandem Notiz außer dem Wirt, von dem er gelegentlich neuen Schnaps fordert und auch bekommt. Normalerweise sind die in nicht ganz so viel Würde gealterten Hippies immer recht kommunikativ, aber mein unablässig marlbororauchender Nachbar möchte sich ganz sicher nicht unterhalten. Ohne preiszugeben, an wen er sich richtet, sagt er immer nur zwei Sätze in einem ziemlich aggressiven Tonfall: Zuerst “Das Leben könnte so einfach sein”. Dann, wenn man gerade die Hoffnung aufgegeben hat, eine weitere Erläuterung zu diesem ja doch recht weitreichenden Satz zu bekommen: “Ick glaub, mein Schwein schielt”. Dann wieder von vorne. Zwischendurch wird er durch die Musik zu recht gewagten und auch nicht unvirtuosen Trommelsoli auf der Theke angeregt. All das ändert sich, als ein schrecklicher Song aufgelegt wird, in dem das Wort “Eisbär” vorkommt (nicht der NDW-Klassiker, sondern etwas reggaemäßiges): Mitten im Satz (es war der mit dem Schwein) bricht er ab, um im Folgenden rhythmisch “Knut! Knut! Knut!” zu skandieren, während hinter ihm die bekloppte psychedelische Beleuchtung rote Kringel in den verqualmten Raum projiziert.
Kommentare