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Donnerstag, 28. Februar 2008
Ivan Rebroff († )
Dienstag, 26. Februar 2008
ooxoooo
Entschuldigt, dass ich hier nur Links poste, aber dieser irakische Blick auf den Hamburger Wahlkampf ist wirklich sehr nett.
Montag, 25. Februar 2008
~~~V~~~
Das Schiff, das Eis, der Schiffbruch, die Fotos.
[via]
Sonntag, 24. Februar 2008
Zugfahrten durch die Mark Brandenburg
Neuruppin ist ein schmuckes Städtchen, über das man nicht viele Worte verlieren muss, weil alles noch genauso ist wie im Fontane. Lediglich die Anreisemodalitäten haben sich etwas verändert: S 25 bis Hennigsdorf, dann eine halbe Stunde mit der Regionalbahn. Versäumen Sie es unter keinen Umständen, das Stadtmuseum (August-Bebel-Straße 14-15) zu besuchen, das genauso ist, wie ein Kleinstadtmuseum sein sollte: Kleine hübsch gestaltete Räume direkt aus dem 19. Jahrhundert, Ausstellungstexte direkt aus der DDR, eine aufgrund der unverhofften Anwesenheit “junger Leute” ausgesprochen freundliche Museumswärterin. Die Militärlokalhistoriker bzw. Lokalmilitärhistoriker im Obergeschoß ignorieren Sie einfach (seien wir ehrlich: Wo passen solche Leute hin, wenn nicht nach Neuruppin?). Wenn Sie nach der Entrichtung des Eintrittspreises noch etwas Geld übrig haben, zögern Sie nicht, es in den merkwürdigen Kasten im Treppenhaus zu schmeißen: Er wird sich als wunderbar vielstimmige, über eine schallplattengroße Blechscheibe mit Daten versorgte Spieluhr erweisen. Staunen Sie über die zahlreichen “Neuruppiner Bilderbögen”: Bunte Einblattdrucke aus dem 19. Jahrhundert sind das, die wohl zu trivial sind, um in der Fachwelt dieselbe Begeisterung hervorzurufen wie ihre Vorfahren aus der Frühen Neuzeit, aber mal ehrlich, gehören Sie zur Fachwelt? Eben. Sie werden Ihre Freude haben an den gereimten und ungereimten Albernheiten, Abzählreimen, Brettspielen, Schauergeschichten, Sexismen, Militaria und Anziehpuppen. Kaufen Sie einige Postkarten, damit Sie das 19. Jahrhundert in seiner biederen Gemütlichkeit auch mit nach Hause nehmen können. Schämen Sie sich nicht für ihr neu erwachtes Interesse am “alten Fritz”, das ist hier eben so! Schlendern Sie noch ein wenig durch den winzigen Rest Altstadt, der nicht beim großen Brand von 1787 vernichtet wurde. Nach einigen Stunden Neuruppin werden Sie das Gefühl haben, wirklich alles gesehen zu haben; machen Sie sich dann direkt auf zum Bahnhof (Sie können auf dem Weg dahin im “Russisch-deutschen Laden” noch allerhand Süßzeug für die Fahrt erwerben). Darüber nachdenken, was eigentlich die Bewohner dieses Preußenidylls den ganzen Tag lang so machen, können Sie auch noch im Zug.
Samstag, 23. Februar 2008
Hinweis
Wahscheinlich wird es dem Macher dieses auch sonst sehr tollen Blogs nicht recht sein, nur aufgrund der politischen Situation gelesen zu werden, aber sein enormes Schreibtalent in Verbindung mit der Eigenschaft, derzeit am richtigen Platz zu sein, machen es zum Blog der Stunde.
Freitag, 22. Februar 2008
Glückliches Andorra
Donnerstag, 21. Februar 2008
Germany's Next Top Future...
Ich fürchte, ich bin nicht auf der Höhe der Zeit. Mir ist zwar bewusst, dass mediale Großereignisse seit Kurzem gern mal in Form von allgegenwärtigem “Nächsten” formuliert werden. Germany’s Next Topmodel beispielsweise, oder The Next Uri Geller. Entgangen ist mir allerdings, dass sich Futur 1 und Futur 2 nicht nur auf grammatikalische Formen beziehen, sondern neuerdings auch in der Aufteilung der nächsten Stunden, Tage, Monate, Jahrmillionen Verwendung finden. Aus reinem Interesse frage ich aber trotzdem mal nach: Macht es nicht Sinn, erst einmal die Probleme DIESER Zukunft anzugehen, bevor man sich denen der NÄCHSTEN widmet?
Mittwoch, 20. Februar 2008
Nicht nur, sondern auch
Nicht nur, dass die deutsche und manchmal auch internationale Presse seit geraumer Zeit durch bald tägliche Berichterstattung die ganze Welt über Neukölln und das tägliche Leben dort ausführlich informiert, sondern auch umgekehrt zeigt sich dem Neuköllner häufig das Weltgeschehen in seinem Kiez: Kaum hatte der Kosovo am vorigen Sonntag seine Unabhängigkeit erklärt, konnte man Autos auf der Sonnenallee beobachten, deren Insassen die albanische Flagge aus dem Fenster wehen ließen und die Unabhängigkeit feierten, als ob gerade die Damenstaffel des Kosovo bei der an diesem Tag zu Ende gehenden Biathlon-Weltmeisterschaft eine vom Start weg ungefährdete Goldmedaille gewonnnen hätte.
Dienstag, 19. Februar 2008
Abgehen wie ein Flitzebogen
Man kennt “Gespannt wie ein Flitzebogen sein” und man kennt “Abgehen wie Schmidts Katze”. Aber als Angela heute abend in “Das perfekte Dinner” die Zuschauer wissen ließ, dass sie gespannt wie Schmidts Katze sei, war das neu für mich.
Deutschland wird rückfällig
Teilweise wirklich tolle Fotos aus einer doch deutlich als vergangen zu erkennenden Epoche gibt es hier. Sie stammen aus dem Riesennachlass des Journalisten Dietmar Gottschall, sind alle schwarzweiß und zeichnen sich neben ihren Bildqualitäten durch die Lakonie ihrer Benennung aus: Film 23, Bild 7. Und wo wir gerade dabei sind: Das hier ist das großartigste Blog, das ich überhaupt kenne. Eine gewisse Amerikanophilie und eine schnelle Internetverbindung könnten hilfreich sein.
[Das erste via Stralau, das zweite weiß ich nicht mehr]
Wie man sich nennt, so heißt man
Den einen kennt man, den anderen auch. Das beide ein und dieselbe Person sind, hat mir wieder kein Schwein gesagt.
Freitag, 15. Februar 2008
First we take the world, then we take Dortmund
Die Haarschneidemaschinerie ist seit jeher ein Geschäft, in dem Schönheit, Neid und eine klare Linie eine Must sind. Da ist es erfreulich, wenn jetzt auch ein eher immaterieller Wert seinen Platz in dieser Reihung findet und mit “riesen Schritten seiner internationalen Bestimmung entgegen” geht – die Weltgewandtheit.
Donnerstag, 14. Februar 2008
Eto Leto Svet
So ein Youtubevideo wollte ich ja schon immer mal embedden, und was könnte für den Anfang besser geeignet sein als der estnische Beitrag zum European Song Contest 2008?
Es gehört keine große Prophezeiungsgabe dazu, zu prophezeien, dass uns allen diese kulturindustriell zugerichtete Campness schon sehr bald auf die Nerven gehen wird, aber was solls. Und wenn jemand die Aussprache des Russischen noch schlechter beherrscht als ich, gibt das auf jeden Fall Sympathiepunkte.
[Hinweis von Herrn Newski]
[EDIT: Ich komme gerade auf den Gedanken, dass das womöglich gar kein Russisch sein soll, sondern Serbisch. Vermutlich völlig akzentfrei.]
Sekt zum Frühstück
“Helmut, du hier?”
“Hallo Matthias, ich hab gedacht, deine Frau ist allein zuhaus.”
Mittwoch, 13. Februar 2008
Für Sie gesehen
Aus dem einzigen Grund, dass das ja jetzt alle machen, fange ich mal mit einer Berlinale-Filmkritik an. Sleep Dealer (Regie: Alex Rivera), in den ich nur durch Einsatz meines gesamten schauspielerischen Talents reinkam (ich mimte einen zerstreuten Journalisten, der sein Presse-Badge nicht finden kann) ist ein mexikanischer Science-Fiction-Film, und wenn man das zweidreimal vor sich hinspricht (mexikanischer Science-Fiction-Film, mexikanischer Science-Fiction-Film), hat man eine Ahnung davon, warum man ihn sich anschauen kann. Die Effekte und die gesamte Optik erinnern unangenehm an eine 80er-Jahre-Fernsehserie, und die Story ist mau, wird aber recht konsequent aus einer Dritte-Welt-Perspektive erzählt: Die Grenze zu den USA ist seit Jahren permanent geschlossen, und die Arbeitsmigration aus einem von US-Firmen versklavten Mexiko erfolgt nurmehr virtuell durch das Einloggen in Neuro-Rechennetze, die dann unbemannte Drohnen in den Staaten steuern. Wie es nördlich der Sicherheitsanlagen aussieht, erfahren wir kaum, während das Elend in Tijuana durch avancierte Blogger vermittelt wird, deren Wahrnehmungen und Empfindungen kostenpflichtig von überalher angesteuert werden können. Die in dieses Setting verfrachtete Handlung ist weiter nicht erwähnenswert, aber man kann dem Film schon zugestehen, ein paar deutliche Bilder für die (hier sehr antiamerikanisch codierte) globale Ungleichheit gefunden zu haben. Der wie gesagt sehr TV-mäßigen Optik verdanken wir ein sehr attraktives Hauptdarstellerpaar, deren männliche Hälfte erstaunlicherweise keinen Bruch zwischen Model-Aussehen und Armes-Schwein-Rolle fühlen lässt: Das muss wohl Schauspielkunst sein. Einige wirklich blöde Denkfehler (dass in einem Nano-Neuro-Sonstwas-Staat ausschließlich mit zerknitterten Dollarscheinen bezahlt wird, dient wohl nur der polemischen Inszenesetzung der Ikone US-Dollar und ist durch keine Logik gedeckt) runden das Gesamtbild ab, sodass am Ende ein in vieler Hinsicht bekloppter, aber doch irgendwie sehenswerter Film herauskommt, der es wohl nicht in den regulären Kinobetrieb schaffen wird.
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