- zum Ziel einer behutsamen Poetisierung des Alltags beantrage ich, das hässliche und überflüssige Wort “Neutöner” zu streichen und durch geeignete Äquivalente zu ersetzen.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Das Stammeln der Neuntöter*
Dienstag, 23. Oktober 2007
In einem Land in unserer Zeit
Zu den absoluten Desiderata des Films (und im Prinzip auch der Realität) gehört die Szene, wo szenekundige Velociraptoren über ein Berlin-Mitte-Café herfallen und dessen Gäste verspeisen, nachdem sie (als Kaltblüter) von den zur Abwehr eingesetzten Kaffespezialitäten nur noch rasender gemacht wurden. Heute dachte ich für einen Moment, es sei soweit, als aus den Boxen einer allerdings nicht wirklich szenigen Lokalität der Score von Jurassic Park an mein Ohr drang. Noch bevor ich über Möglichkeiten der Selbstverteidigung nachdenken konnte, was angesichts der verfluchten Cleverness der Viecher ohnehin müßig gewesen wäre, hatte Klassik-Radio ein Einsehen in Form des Kaiserwalzers. Kennt ihr übrigens die Szene, wo ein Stegosaurus auf dem Wiener Opernball…?
Sonntag, 21. Oktober 2007
Yes!We!Can?
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Wahrscheinlich habt Ihr mit allen Wassern gewaschenen Online-Häschen es schon mitbekommen, aber lesenswert ist das allemal: Die Freundin von Andrej H. (so muss man es wohl nennen) hat ein Blog.
Freitag, 19. Oktober 2007
Kino
Ich wollte es nur mal kurz sagen, bevor es zu spät ist: The Bubble sollte man sich keinesfalls ansehen. So ein Scheiß! Auf der anderen Seite kann man sich durchaus ansehen, und ich denke, die meisten haben das auch schon getan. Still Life, und damit möchte ich schließen, muss man sich unbedingt ansehen.
Mittwoch, 17. Oktober 2007
2000plus
Das erste Mal wurden mir die Abgründe des mir doch über lange Jahre verbundenen Turnsports bewusst, als ein unter dem Decknamen “Michael” agierender Bekannter sich wiederholtermaßen über sein “persönliches Cannae” am sogenannten Königsgerät echauffierte und damit für allerlei erheiterte Gemüter sorgte: dem Unterschwung am Reck, damals im Sportunterricht in der Schule. Wir erinnern uns. Nun, Jahre später, stocke ich erneut und frage mich in der Tat, ob alles in dieser Sportart mit rechten Dingen zugeht. Zumindest in Bezug auf die vom Niedersächsischen Turnerbund herausgegebenen Publikationen, hier dem NTB-Magazin 10/2007:
Varusschlacht jetzt auch mit DTB Pluspunkt.GesundheitDie Gemeinde Schwagstorf liegt nur einen Steinwurf von jenem Gelände entfernt, auf dem der römische Feldherr Varus neusten Erkenntnissen zufolge die vernichtende Niederlage erlitten hat. 2000 Jahre später hat nun der SV Schwagstorf den DTB Pluspunkt.Gesundheit des Deutschen Turnerbundes – gleichzeitig auch die Dachmarke “Sport pro Gesundheit” des Deutschen Sportbundes und der Bundesärztekammer – durch den Oberturnwart Friedrich Kompa verliehen bekommen.
Was folgt als nächstes? Völkerschlacht bei Leipzig jetzt auch mit Markenzeichen Bewegungskita? Schlacht bei Tannenberg jetzt auch Mitglied im Kinderturnclub? Schlacht bei Waterloo tanzt jetzt den Turntigertanz? Ach, aber dieses Beispiel verballhornten ja schon ganz andere. Wie dem auch sei, ich melde mich jetzt erst mal bei “Well + Fit – eine Woche für Frauen” an. Vielleicht sind auch einige “Hochaltrige” dabei, diejenigen also, die man früher einmal die “Generation 50plus” nannte. Danach belege ich noch schnell den Kurs “Fit im Kopf und überhaupt”, bevor ich dann am Jahn-Gedenklauf teilnehme und zu guter Letzt einen Kranz am Grabe des Turnvaters in Freyburg niederlege. Turner, auf zum Streite!
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Neulich, beim Nachrichtensurrogat eines nichtsnutzigen Webportals, war die Meldung eines Fahndungserfolgs der französischen Polizei im Kampf gegen die Kinderpornografie mit einem Bild einer CD-Rom illustriert, die mit blauem Filzstift folgendermaßen beschriftet war: KINDERPORNOGRAPHIE. Davon abgesehen, dass das der Kinderpornografiebekämpfung eine unverdient lächerliche Note gibt, will mir seitdem der (mutmaßliche) IT-Praktikant nicht aus dem Kopf, zu dessen Tätigkeitsprofil eine solche einschlägige Beschriftung gehört.
Mittwoch, 10. Oktober 2007
Ikonoklasmus
Da es sich, spätestens die jüngste Layoutänderung brachte es an den Tag, bei der Redaktion der FAZ um einen Haufen weichgespülter Kulturrelativisten und defätistischer Kryptoliberaler handelt, empfehle ich dringend, die Zeitung in die Hände derjenigen zu legen, die von Konservativismus wirklich noch etwas verstehen und also den Leserbriefen fünf statt bisher einer Seite einzuräumen. Hier melden sich Leute zu Wort, die schreiben können und, entgegen den Geboten des nivellierenden Zeitgeists, auch vor einer gewissen Drastik nicht zurückschrecken:
Nun haben Sie in den letzten Jahren – zunächst etwas halbherzig – das Erscheinungsbild unserer Zeitung etwas verändert und haben die Unverwechselbarkeit und sympathisch-idiosynkratische Note dafür auf dem Altar des Publikumsgeschmacks geopfert. Optisch spielt es ab heute kaum noch eine Rolle, welche Zeitung man aufblättert. Bezeichnenderweise spricht Werner D’Inka im Leitartikel des 5. Oktobers vom “Plebiszit”, und ich brauche nicht auszuführen, welche Konnotationen diesem Begriff innewohnen
, beklagt ein Leser, während ein anderer sich nicht scheut, persönlich zu werden:
Man wird schockierter Zeuge eines journalistischen Harakiri. (...) Adieu, unvergessliche F.A.Z., vielgeliebt, zuweilen auch hassgeliebt! Fast waren wir süchtig nach Dir. Heute, am Tage Deiner Selbstverstümmelung, nehmen wir traurigen Abschied.
Am eindrucksvollsten aber vielleicht die Drohung eines Dritten, die mich auch mein Projekt einer konservativen Reader’s Edition noch einmal überdenken lässt:
Vielleicht hätten die Herausgeber statt Bacons erneuerungsfroher Maxime besser das Ende des Philosophen beherzigt: Er starb – so wird überliefert – an den Folgen eines Experiments.
Lediglich die Vokabel “Krethi und Plethi”, die die großen Vereinfacher vor dem Altar des Publikumsgeschmacks doch ganz gut charakterisiert hätte, habe ich vergeblich gesucht.
Dienstag, 9. Oktober 2007
Traumberuf Melonenschnitzer
Wenn ich Melonenschnitzer wäre, würde ich mit der Venus von Pankow den schöpferischen Höhepunkt meines Gesamtwerks erreichen.




Geburtstagsbeerdigung
Liebe Jungle World,
auch mit einigen Tagen Abstand keine Einsicht bei mir und keine Erklärung dafür. Woher dieser Selbsthass? Da feierst Du Deinen 10. Geburtstag (gutes Ereignis) und dann das: Anstatt mal so richtig Humpa Humpa Tätärä, dürfen chief scheiße, Scheiße Enough For You und als Krönung das Kasperletheater The Scheiße Group meinen Gute-Laune-Karren schön tief in den Dreck schieben. Und dann auch noch in der Zwischenmoderation mehr Engagement vom zu recht steifen Publikum zu fordern. Da konnten auch Die gelben Zitronen nicht mehr viel ausrichten. Als die anschließende Tanzmusik gleichermaßen träge wie zappendüster einsetzte, bin ich gleich und schnell nach Hause gelaufen.
Wie gerne hätte ich an dem Abend etwas unterhaltsames wie beispielsweise die Jack and Jim Show erlebt. Das macht Laune, da kannste zu schwoofen, alle glücklich und zufrieden. Aber nein, Du feierst Deinen Geburtstag lieber so, dass nur zu hoffen bleibt, dass Du immer genügend Abonnenten findest. Denn wie Deine Beerdigung nach dieser Vorlage gefeiert werden sollte, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Dokument des Elends
Martin Mosebach, Michael Kleeberg, Véronique Olmi, Marcus Braun, A.L. Kennedy, Sarah Kirsch, Rada Biller, Christof Hamann, Jay McInerney, Annette Pehnt, Steven Carroll, Paul Auster, Sibylle Berg, Thomas Brussig, Bodo Kirchhoff, Martin Walser, John von Düffel, etliche Autoren einer mediokren spanischen Provinz, die gerne Kulturnation wäre, und als einziger Lichtblick eine Jakob-van-Hoddis-Werkausgabe, die sich bei näherem Hinsehen als Neuauflage einer schweizer Edition von 1987 entpuppt – ein düstereres Bild vom hiesigen Literaturbetrieb als das, was das Zeit-Literaturheftchen zeichnet, ist schwer vorstellbar.
Dokument des Scheiterns
Den Preis der Deutschen Einheit (Rennen der Sparkasse Märkisch-Oderland) gewann Waleria aus dem Rennstall von Dr. Dr. Christiane Otto (nicht Dr. Christiane Otto, wie es beinahe ehrverletzend mancherorts zu lesen ist). Wer hätte das gedacht? Ich nicht, wie man sehen kann.
Mittwoch, 3. Oktober 2007
Interessante Zahnbürstenbenutzung
Ey Leute, das ist echt total verrückt: Gestern abend habe ich mir die Zähne mit einer Aronal-Zahnbürste geputzt!
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