Das Leben als gefürchteter Schurke ist nicht leicht. Tagsüber muss man fleißig in die Muckibude und sich dabei Texte ausdenken, die anstößig und gleichzeitig nicht strafbar sind. Da ist es schön, wenn man die dunkle Seele auch mal über dem Abgrund baumeln lassen kann und die Hausschuhe auch dort stehen, wo man sie abends ausgezogen hat. Denn auch als Schurke hat man ein Recht auf Heimeligkeit.
Freitag, 31. August 2007
Des Schurkens Domizil
Donnerstag, 30. August 2007
Rang und Namen
...und heiratete Ende der 1890er Jahre die Museumsdirektorentochter Petronella Pleyte, mit der er zwei Töchter hatte.
Mittwoch, 29. August 2007
Liebe, Magen etc.
Dienstag, 28. August 2007
Wasch Dich!
Neues vom Wendler
Blick frei, auf einer der schönsten Männerkörper Deutschlands.
[via]
Nachtrag: EINE DISCO BRICHT AUSEINANDER: Die Homepage vom Wendler hab ich erst jetzt gesehen.
Montag, 27. August 2007
Rolle rückwärts
Da haben sich sowohl Poltitik als auch Boulevard aber gehörig geirrt, als sie voreilig ein “Bushido-Verbot” forderten. Wohl als Reaktion auf den massiven Druck, den eine Demonstration des Lesben- und Schwulenverbandes auf ihn ausgeübt haben muss, vollzog der Rüpel-Rapper nun im Rahmen des “Schau-Nicht-Weg-Bei-Gewalt-Auf-Dem-Schulhof”-Festivals eine ganz überraschende Wendung. Vor zehntausenden danach wahrscheinlich stark verwunderten Fans stellte er ein für alle Mal klar:
“Es geht heute nicht um die Schwulen, die gegen mich demonstriert haben. Es würde mir nie einfallen, gegen Schwule zu demonstrieren.”
Finde nur ich es komisch
dass die ARD gestern einen Brennpunkt zu den Waldbränden in Griechenland gesendet hat?
Donnerstag, 23. August 2007
Ars Amatoria
Aus dem neuen Roman von Robert Menasse zitiert die Süddeutsche Zeitung (von gestern) in ihrer Besprechung Folgendes:
Die Schönheit und Weisheit des Zölibats verstand ich zum ersten Mal, als Christa Chili-Schoten zwischen den Händen zerrieb, mich danach masturbierte und schließlich wünschte, dass ich sie – um es mit ihren Worten zu sagen – in den Arsch ficke.
Danach hätte die Rezension eigentlich auch zu Ende sein können, denn dass das besprochene Produkt nicht mehr als peinlichstes Hirngewichse des alternden Intellektuellen sein kann, ist sonnenklar. Man kann ja nun den Literatenmännchen jenseits der 50 schlecht verbieten, über Sex zu schreiben, und niemand wird bestreiten, dass das fast so schwierig ist wie der Sex selber. Gerade deswegen aber gilt es, ganz grundsätzliche Regeln einzuhalten, deren Verletzung auch den lustvollsten Text zu verkrampfter Genitalprosa macht:
1. “Masturbieren” ist, wenn überhaupt, ausschließlich intransitiv zu gebrauchen.
2. Die Verbindung “Ficken”+Konjunktiv geht niemals, nirgends, unter keinen Umständen, auf gar keinen Fall.
Sonntag, 19. August 2007
Aus meinem Leben (Teil 2)
Sie: Junger Mann, warten Sie mal! Ihr Autokennzeichen (sie schaut noch einmal nach), OH, was bedeutet denn das?
Ich: Das bedeutet “Ostholstein”.
Sie (als wäre ihr einiges klargeworden): Aaaah ja…
Ich: Das ist so Fehmarn und die Ecke.
Sie: Sieht man ja nicht so häufig hier in Berlin. Ist ja auch ein Stück weg.
Ich: Ich bin aber auch nicht von da, das ist nur ein Firmenwagen.
Sie: Ach, Sie sind also aus Berlin?
Ich: Ja genau, nur die Firma ist von da.
Sie (nach einigem Nachdenken): Najaaa, macht ja nichts, macht ja nichts, kann ja nicht jeder aus, äh (ein weiterer Blick aufs Kennzeichen), OH sein.
Sonntag, 5. August 2007
~
Er (aufgeregt): Hallo, junger Mann, haltense mal!
Ich: Ja?
Er: Is dit n Kieler Kennzeichen, wasse da ham?
Ich: Ja?
Er: Nuissesjasoditichunmeinefraunächstewochenachflensburg-
wollenundahaickmirjefrachtnimmstedalieberdemtunneloder-
nimmsteihmnichunmeinefrauhatoochjesachtditseditnichweeß...
Ich: Tut mir leid, da kann ich Ihnen nicht helfen. Das Auto ist zwar aus Kiel, aber ich war da noch nie.
Er: Ach, dit isn Firmenwagen wa?
Ich: Ja, genau.
Er: Balina?
Ich: Sozusagen.
Er: Achsojafaschteheickdachtemirjanurweilwawolltenjaoochdem-
wohnwagenmitnehmunddaisditdennjaimmadiefrare…
Ich: Ja, tut mir leid.
Er: Naja, denn nochn schönen Ahmd, wa?
Ich: Ja, Ihnen ooch.
Samstag, 4. August 2007
Jetzt also auch in Berlin
Am Hamburger Hauptbahnhof hat man sich ja schon fast damit abgefunden, demnächst kann einem auch in Berlin eine einfache Ubahnfahrt die abgrundtiefe Schlechtigkeit der Welt im Allgemeinen und einiger widerlicher BVG-Schergen im Besonderen vor Augen führen. Es gibt wohl kaum eine Maßnahme, die treffender die abartige Verlogenheit moderner Innenstadtplanung versinnbildlicht, als das Vertreiben von Obdachlosen u.ä. mit Kuschelklassik. Gleichzeitig kann wohl kaum etwas mehr geeignet sein, den gesellschaftliche Standort von Musik überhaupt zweifelhaft erscheinen zu lassen: Die Übergänge zwischen dem weichgespülten Müll, der nicht nur hier zum Einsatz kommt, sondern anderswo beispielsweise ein angenehmes Kaufklima schaffen soll, und Musik, die man selbst schätzt und die man zur stilistischen Ausstaffierung der eigenen sich eher konsumkritisch gebenden Individualität nutzt, sind ja durchaus fließend, und nichts bewahrt einen vor der Aussicht, die Klänge, die man liebt, demnächst als Waffe eingesetzt zu sehen. Zwar scheint mir vieles von dem, was ich höre, einigermaßen immunisiert gegen eine solche Verwendung, aber erstens ist das nicht unbedingt gesagt und zweitens müssen gerade diejenigen Platten, auf die das nicht zutrifft, die also einen sagen wir “harmonischeren” Charakter haben, zunehmend dem Verdacht ausgesetzt sein, auch jenseits des Bahnsteiges der akkustischen Verzuckerung einer Welt zu dienen, die eigentlich unerträglich ist.
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