Ich wollte ja meine Eltern besuchen. Etwas ungewöhnlich war es schon, dass mich niemand vom Bahnhof abholte, aber naja, da bin ich halt gelaufen. Als ich nach einer halben Stunde das Anwesen meiner Eltern erreichte, die nächste Unregelmäßigkeit: Auch nach mehrmaligem Klopfen an das Hoftor machte mir niemand auf. “Das Gesinde ist im Urlaub”, dachte ich mir und ärgerte mich insgeheim über die Aussicht, mein Porridge die nächsten Tage selbst zubereiten zu müssen. Ich kletterte über den Zaun. Tatsächlich, das Pförtnerhäuschen war leer. Dass gerade der alte Christoph, die treue Seele, während meines Besuchs abwesend sein sollte, wunderte und kränkte mich. Ich ging zunächst in Richtung des Stallgebäudes, weil ich meinen Vater dort vermutete. Wie groß war meine Überraschung, als mir stattdessen Victor, mein alter Airedale-Terrier, laut kläffend entgegenkam! Und in was für einem Zustand! Ganz offensichtlich hatte er seit Tagen nichts gefressen, und das sonst so schön glänzende Fell war stumpf und zerzaust. Jetzt war ich wirklich wütend und machte mich zusammen mit dem offenbar völlig verängstigten Hund auf, meine Eltern zu suchen. Das gesamte Personal in den Urlaub zu schicken, war ja eine Sache, aber sich dann um nichts zu kümmern und das Tier leiden zu lassen, ging zu weit und sah ihnen im Übrigen gar nicht ähnlich. Um es kurz zu machen: Ich fand weder sie noch sonst eine Menschenseele. Alles war ansonsten, wie ich es gewohnt war, wenn man von der skandalösen Unordnung einmal absieht. Offenbar hatten meine Eltern vor ihrem Verschwinden meine alten Stofftiere vom Dachboden geholt und, warum auch immer, in Tausend Stücke zerhackt und im ganzen Haus zerstreut. Merkwürdig. In meinem alten Schlafzimmer, das Victor partout nicht betreten wollte und das besonders übel hergerichtet war, fand ich diese beiden Puppen, die mir unbekannt vorkamen. Nunja, die Sache wird sich schon aufklären. Ich leg mich jetzt erstmal schlafen und hoffe, dass der Hund draußen bald mal aufhört zu jaulen.
Freitag, 27. Juli 2007
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Lebende Leichname ähnlich den Vampiren
Schön ist ja, dass sich Ende der sechziger Jahre in der Übersetzung von Fanons ‘Die Verdammten dieser Erde’ noch eine Fußnote zur Erläuterung des Wortes “Zombies” findet…
Wer lacht schon in Düsseldorf?
Nennt es fortgeschrittene Trotzigkeit gegenüber der Hauptstadtberichterstattung, aber diese Schlagzeile, die wird morgen für viel verprusteten Kaffee an den Frühstückstischen zwischen Lörick und Lierenfeld sorgen:
Donnerstag, 26. Juli 2007
Aufregenbogen
Alles scheint perfekt geplant: Jetzt, da weder “Spritztour” noch homophobe Wortakrobaten den wachsamsten Hund aus dem Sommerloch zu locken vermögen, setzt Bezirksbürgermeisterin Wanjura zum Angriff auf die Schurkenspitze an.
Eigentlich glaub ich ja an das Gute im Menschen und weder Wolfgang Schäuble noch Bono Vox Phil Collins können nicht mit einer zweiten Chance rechnen. Wer aber so etwas mies verlogenes sagt:
“Wir sind 365 Tage im Jahr tolerant, nicht nur an diesem einzigen.”
Und sich dazu auch noch, vom Fraktionssprecher mit fadenscheinigsten Argumentattrappen sekundieren lässt, darf meinetwegen in der Hölle schmoren und dort mit G-Hot Stadt-Land-Fluss spielen.
Sonntag, 22. Juli 2007
Ein Wort, das man sich merken muss, wenn man mal wieder seinen "Pilsator"-Konsum gegenüber den Anhängern hochpreisiger Biermarken rechtfertigen will:
Donnerstag, 19. Juli 2007
Ein Gleiches
Wielands Hamlet ruft III, 2, 191 “Wurmsaamen, Wurmsaamen!” (wormseed) statt: “Wermut!” (wormwood).
Stadler (s.u.), S. 43.
Ein Gleiches
Das ganz gebräuchliche “den” für “even, evening” = Abend scheint Wieland für eine Abkürzung von “dinner” gehalten zu haben. Sein Mercutio begrüßt (Rom. II, 4, 116) die Amme mit: “Ein gutes Mittag-Essen geb euch Gott” statt mit: “Schönen guten Abend” (God ye good den).
Stadler (s.u.), S. 43.
Übersezerey
Fehler wie sie Lessing im 3. Literatur-Brief an Palthens Gray als typisch für die Übersetzungen aus dem Englischen aufgezeigt hatte, grobe Verwechslungen ähnlich lautender Worte und Formen sind auch bei Wieland nichts seltenes und führen mitunter zu den merkwürdigsten Entstellungen. So wird etwa in H4A. III, 1, 163 “cate” = Speise mit “cat” = Katze verwechselt, und Percy sagt von Glendower statt: “Viel lieber Lebt’ ich bei Käs’ und Knoblauch in der Mühle, Als dass ich schmaust’ (feed on cates) und hört’ ihn immer reden Im besten Lustschloß in der Christenheit” (Schlegel) bei Wieland: “Ich wollte lieber .. bei Käs und Knoblauch in einer Windmühle leben, und weit von ihm seyn; als Kazen fressen, und seinem Geschrey zuhören, in irgend einem Sommerhaus in der Christenheit”. Nicht minder wunderbar ist das Misverständnis, das ihm Tim. III, 6, 95 unterläuft. Timon, die falschen Freunde mit warmem Wasser bewirtend, schließt, auf die zugedeckten Schüsseln weisend, seine Ansprache mit den Worten: “Deckt auf, Hunde, und leckt!” (Uncover, dogs, and lap). Durch den Kursivdruck der Warburtonschen Ausgabe verführt, diese Worte als szenische Bemerkung anzusehen, hielt Wieland “lap” = lecken für gleichbedeutend mit “lap-dog” = Schooshund und kam zu der abenteuerlichen Übersetzung: “Man dekt auf und alle Schüsseln sind mit Hunden von verschiedner Gattung angefüllt”.
Ernst Stadler: Wielands Shakespeare. Straßburg 1910, S. 41f.
Mittwoch, 18. Juli 2007
Kopf an Kopf
Das werden sich Programmdirektor Struwe und Chefredakteur Brender wohl auch gedacht haben. Allerdings machen die beiden mit dieser geballten Ladung an Zynismus und Opportunismus Sinkewitz den (wahrscheinlich letzten) Titel streitig und sichern ihrem Antlitz einen Platz an der Blog-Sonne.
Aber dem Doping-Problem begegnen wir ja nicht nur im Profi-Sport. Auch im Showbusiness wird geschummelt und betrogen, dass sich die Balken biegen und im Gegensatz zur Athletik kann von Vertuschung keine Rede sein.
Und da es anders als mit der Herrschaft über Raum, Zeit, Materie und Energie nicht zu erklären ist, dass ein mittelmäßiger Mime an der Spitze des Dollar-Peletons fährt, sollten die Verantwortlichen (s.o.) mit dem Verzicht auf Filme wie Top Gun oder Tage des Donners dafür sorgen, dass uns der Anblick dieses Schurken ebenfalls erspart bleibt.
Dienstag, 17. Juli 2007
Mix mir einen Drink
Also Freunde, zwei gute Nachrichten: Zum einen gibt es beim NP eine neue, schmackhafte Diät-Waldmeisterlimonade in Retro-Optik, die sich gut mit Bier mischen lässt. Hat man so die preisgünstige 2-Liter-Flasche geleert, erscheint die zweite, von Stralau her gemeldete Neuigkeit in einem noch strahlenderen Licht als ohnehin schon: Den zweiten Teil des Dokumentarfilms “Flüstern und Schreien”, der im Gegensatz zum ersten weder sehr bekannt noch auf DVD zu haben ist, gibts bei Youtube! Über eine Stunde lang postsozialistische Tristesse mit Feeling B, Sandow und Rammstein aus der Zeit (1994), als gerolltes R auf der Bühne ebenso Pflicht war wie Oberbekleidung ein Tabu! Also schnell eine neue Buddel Leynau-Brause rangeschafft und eins, zwei, drrei, vierr, fünf, sechs, sieben!
Mittenprächtig

Nur einen kleinen Moment zu Hause gewesen, schon wird man am hellichten Tag und auf offener Straße von den neuen Marketingstrategien der Jungkonservativen bedrängt. Und was meint das Gästebuch dazu?
Zunächst einmal mein Kompliment zu diesem cleveren “Marketing-Gag”! Das alte Sprichwort: “Sex Sells” wurde hier gut und vor allem interessant-witzig umgesetzt.
Er kann sprechen
“Wo ich gleich vorab sagen möchte, dass ich den nicht veröffentlicht habe im Netz.”“Ich hab alle Internet-Seiten angeschrieben, diese ganzen Penner bei YouTube, Alter.”
“Ich bin der große Wichser für euch, Alter.”
“Homosexuelle gehen mir eigentlich am Arsch vorbei.”
“Ich bin ein übelst toleranter Mensch. Soll jeder machen, was er will, so lange gewisse Grenzen nicht überschritten werden, dass irgendwelche Kinderpornografie oder was pädophil sind.”
“Ich will mich hiermit offiziell an alle Homosexuellen entschuldigen.”
“Kein Berufsverbot, ich hab mein neues Album am Start – ‘Das Wunder von Berlin’”
PS: Warum spricht der sich eigentlich “Jihad” aus?
Samstag, 14. Juli 2007
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DONE.
(Einziges Manko an einem ansonsten fantastischen Film, dass die optische Umsetzung von Computer-Interfaces auf der Leinwand immer noch auf dem Stand von War Games ist, garniert mit einigen die Sache nicht besser machenden protzigen Spielereien)
Freitag, 13. Juli 2007
Mice Mice Baby
Es würde hier zu weit führen, die genauen Details zu bringen, aber die Früchte der geheimen Leidenschaft zwischen Knut und Thomas Dörfchen oder wie heißt der Kerl sind aufgetaucht.
Donnerstag, 12. Juli 2007
Ein T-Shirt, wo was draufsteht
Bisher musste man, wenn man sein dogmatisches, borniertes, abergläubisches, dummes Wesen nach außen tragen wollte, in den USA einkaufen. Da einige der dort angebotenen Waren hier aber wohl sagen wir mal nicht konsensfähig wären, hat sich die hiesige Steiner-Sekte damit befasst, einige liebenswert kuschelige Verdummungs-Textilien für den deutschsprachigen Markt zu entwerfen, die mit ihrem treudoofen Humor fast noch widerlicher sind als die Mordaufrufe gegen Schwule und Abtreibungsgegner, die man drüben so trägt.
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