Die Stadtautobahn – schon dieses Wort hat so etwas von “BRD, 60er Jahre”. Wenn man des Nachts über selbige durch Westberlin düst, scheint es, ob all die Stadviertel, die nach der Wende vergessen worden sind, Rache an einem nehmen wollen. Schmargendorf, Lankwitz, Westend, klar, man kennt sie, ist auch schon mal dagewesen, aber an der Autobahn stehen sie massiv aufgereiht und formen ein Berlin, in dem man fremd ist und das auch bleiben wird. Grazer Damm – Sachsendamm – Alboinstraße: Das geht nicht so flott über die Lippen wie Boxi, Helmi, Kotti. Sollten die dort Wohnenden wider Erwarten ebenfalls zärtliche Abkürzungen benutzen (“Also ick wohn ja nu schon 20 Jahre Grazi, vorher die Kindheit har ick Spanische verbracht”), wird es wohl nicht in Lonely Planets und Zittys durchsickern.
Samstag, 31. März 2007
A 100
Freitag, 30. März 2007
Die Bilder vom Betriebsausflug...
...sind online.
Probleme mit Antifaschismus und Titten
1. Antifaschismus scheint für die Lübecker Junge Union keine Selbstverständlichkeit zu sein. Der Kreisvorsitzende Carsten Grohmann sieht sich nicht in der Lage, Teil eines gesamtgesellschaftlichen Bündnisses gegen einen Naziaufmarsch zu sein. Und das, obwohl sogar die Mutterpartei mit dabei ist.
2. Frauen in der Bürgerschaft scheinen für die Lübecker Junge Union keine Selbstverständlichkeit zu sein. Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Oliver Fraederich soll sich gegenüber Kolleginnen mit der Äußerung “Ihr seid doch nur wegen eurer Titten in der Bürgerschaft” hervorgetan haben.
Mal ganz ehrlich, gibt es da draußen irgendjemanden, der einen Menschen kennt, der zugleich in der Jungen Union ist und auch noch irgendwie sympathisch rüberkommt?
Knut ist everywhere

bei regenwetter
schnecke theo fragt sich bang:
“wie komm ich nur heim?”
lieber theo, denk nicht lang,
gleit auf deinem schleim.
aus: selbstlernheft zur vereinfachten ausgangsschrift
gu = gemeinsamer unterricht?
manchmal möchte ich meine kolleginnen fragen, wie anders man sein darf um nicht so anders zu sein, dass dieses anderssein nicht mehr anders sondern einfach nur doof ist.
und ich möchte gerne wissen, wen man fragen kann, damit er denen vor die tür kackt, die nicht bereit sind, ihren job zu tun und dabei die, die eigentlich unterstützung bräuchten schamlos “total doof” nennen.
Donnerstag, 29. März 2007
Die kleine Mandy ist verschwunden

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Kinderladen “This is Kreuzberg. Not Neukölln.” e.V.
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21.00 Uhr Gemütlicher Tagesausklang in der Stefan-Andres-Klause
Montag, 26. März 2007
"Wir waren eher die ersten Popper in Cottbus"
Ein langes und stellenweise unerträgliches, stellenweise dann aber auch wieder sehr interessantes Interview mit Kai-Uwe Kohlschmidt, seines Zeichens Sänger der Band Sandow, gibt es hier. Dort u.a. ungewohnte Perspektiven auf das Besetzen von Wohnungen:
Und, jedenfalls kam der LSD-Trip bei mir genau in dem Moment, als ich sah, wie Meineid sich immer wieder gegen diese Wohnungstür warf, weil die war ja zu, um die aufzubrechen. Der flog dann irgendwann nach dem dritten Mal da durch und ich sah den dann schon so ganz seltsam mit dem Holz verschmelzen. Und da merkte ich, irgend etwas ist jetzt anders als das was ich schon kannte. Und die Tür krachte auf und wir waren gleich in so einem großen Wohnzimmer, wo eine gigantische Tapetenwand mit Karibikstrand über die komplette Wand geklebt war. Und das hat derartig geknallt.
Eine andere gute Stelle ist die Geschichte von einem Filmdreh, wo ein Bandmitglied mit dem Geiger von Uriah Heep auftreten darf:
Da stand dann drin, diese Konstellation von Tilmann und dem einen von Uriah Heep. Da stand dann: “Der junge Tilman Fürstenau trifft auf sein altes Idol Soundso. Es ist für ihn das allergrößte, dass er ihn hier trifft. Und jetzt wird er auch noch aufgefordert mit ihm zu spielen. Wird er es schaffen, er ist ganz aufgeregt.” (Lachen) Irgendwie so ein Dreck stand da drin. Unglaublich. Til kannte den überhaupt nicht. Dem war das doch völlig scheißegal. “Und dann stellt sich doch heraus, wie sich zwei Generationen wunderbar berühren können…” Und was weiß ich für ein Kram. Der junge Tilman, der zum Gott aufschaut. Und der hat nur gedacht, er ist in einem Soundcheck und hat sich einen abgequietscht.
Sonntag, 25. März 2007
Des Säufers Abendgebet
Müde bin ich geh zur Ruh’,
Decke meinen Bierbauch zu;
Herrgott, laß den Kater mein,
Morgen nicht so schrecklich sein;
Bitte gib mir wieder Durst,
Alles andere ist mir Wurst.
Hat sich eigentlich Ralph Giordano schon geäußert?
Tut mir leid, nochmal Knut. Aber wenn selbst Barrikaden-Baring sich zum Thema äußert, kann man schlecht schweigen, oder? Wobei unser Lieblings-Historiker ein wenig am Thema vorbeidiskutiert. Anstatt knallhart aufzudecken, wie der (Halb-Ossi!) Knut seinen Beitrag zur DDRfizierung der alten Bundesrepublik leistet und uns mit seiner Niedlichkeit unter die Knute (!) des postsozialistischen Wohlfahrts-Terrors zwingt, faselt er irgendwas von dem “dicken Eisenpanzer um unsere Herzen”, den das Vieh aufgesprengt habe. Seit wann kann ein Konservativer auf Panzerung verzichten?
Freitag, 23. März 2007
Nazis (1-3)
Schon seit längerem bekannt ist, dass der Faschist als solcher nicht ausschließlich in Springerstiefeln und ohne Haare daherkommt. Wir wissen von der Unterwanderung einer uramerikanischen Freizeitsportart durch (üble) Nazis, und auch der faschistische Subtext scheinbar harmloser Kochrezepte ist uns nicht verborgen geblieben. Die Erkenntnis, dass sogenannte Heiden oder Neopaganisten oder wie immer sie sich nennen mögen, teilweise nach rechtsaußen tendieren, vermag nun erst recht niemanden mehr hinter dem Ofen hervorzulocken. Um so erfreulicher, dass auch auf diesen (vermeintlichen!) Nebenschauplätzen der Kampf gegen Rechts mit Vehemenz ausgetragen wird, wenngleich der notwendige Ernst ein wenig zu fehlen scheint: Nazi Polytheists, fuck off!
Nu is aber mal g*t, Kn*t!
Der Eisb*r entwickelt sich immer mehr zur Nervensäge. Spätestens an diesem Punkt hätte ich ihn als Eisb*rmutter auch verstoßen.
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