The Wind that Shakes the Barley Does not Shake the Christmas Tree
Dienstag, 26. Dezember 2006
Mein Weihnachtsstatement
Freitag, 22. Dezember 2006
Mein Weihnachtsstatement
Aki Kaurismäki = Kino-Gott
Mittwoch, 20. Dezember 2006
Mein Weihnachtsstatement
Youppala hat gerade das Lied “unsolved remained” von Masha Qrella gespielt, dessen erste zwei Textzeilen ich hiermit zu meinem diesjährigen Weihnachtsstatement erhebe:
no silent night
no driving home
Dienstag, 19. Dezember 2006
Hart am Markt
Das heutige Arnsberg ist, wie ja allgemein bekannt, erst durch die weltberühmte Gemeindereform 1973 aus dem Ei geschlüpft. Seitdem gibt es also das pittoreske Alt-Arnsberg, bekannt für seine preußische Beamtentradition und das mittelständisch-industriell geprägte Neheim-Hüsten, vormals Neheim und Hüsten. Nun kommt aus eben diesem Hüsten, besser gesagt vom dortigen Markt. ein junger Mann namens Maero, seines Zeichens Doyen von Arnsberg City Records, ein Hund ganz harter Schule mit Reimen wie eine sauerländische Jagdbüchse. Und was soll ich sagen: A star is born!
Freitag, 15. Dezember 2006
Quote Unquote
Globalisierung, die dumme Kuh, hat auch ihre guten Seiten. So musste z. B. früher der Liebhaber serbischen Mineralwassers nach Serbien, um dort welches zu kaufen. Das konnte sich, gerade bei schlechtem Wetter und einem Fahrrad ohne Gangschaltung, ganz schön weit anfühlen. Heute gibt es “Vujić Voda” auch bei der türkischen Bäckerei um die Ecke zu kaufen, und die pfandfreie Plastikflasche wird von folgendem Satz geziert:
Dank dem besten Verhältnis zwischen den Mineralstoffen ist das “Wasser” genießbar und erfrischend.
Geschmacklich dem Zeug von Plus weit überlegen. Das shelf life beträgt 2 year.
Donnerstag, 14. Dezember 2006
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Reise zum Mittelpunkt der Erde. Technokratisch-schick.
Nagelschere? Wattepads? Topflappen?
Da schreibt diese Jelena Tregubowa ein putinkritisches Buch und besitzt die Frechheit, zusätzlich noch ein bisschen hübsch auszusehen. Da ist sie doch selber schuld, wenn die Berliner Zeitung sabbert, sie “kämpfe gegen Putin mit den Waffen einer Frau”, nicht wahr?
Mittwoch, 13. Dezember 2006
Saublöder Geschmack für ein Essen
Kroketten sind nicht gleich Kroketten. Ein Backofen ist keine Fritteuse. Fritteusenkroketten sehen auch nach einer halben Stunde im heißen Backofen aus wie tiefgefroren. Und sie schmecken nach drei Tage alten Pommes. Weder Salz noch Ketchup leistet Abhilfe.
Deshalb: Auch wenn man noch so müde und lustlos durch den Supermarkt hetzt, lohnt es sich doch meistens, lieber zweimal hinzuschauen, bevor man blind in die Tiefkühltruhe greift.
Dienstag, 12. Dezember 2006
Urszenen
Was für ein saublöder Titel für ein Buch.
Montag, 11. Dezember 2006
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Eine ganz ganz alte Zitty liegt hier im Internet rum, und es ist schon erstaunlich: Man dachte immer, nur in den Goldenen Zwanzigern und dann vielleicht noch, als Bowie und so da waren, sei in Berlin was losgewesen. Und, wo wir das Thema neulich hatten, auch Reunions gabs schon, etwa das “Reunion-Concert von Herrn Meißner” am 1. Dezember. Damals war die faustische Seelenspaltung noch präsent genug, dass auch Einzelpersonen Reunionkonzerte durchführen konnten, ohne sich blöde Witze über Schizophrenie anhören zu müssen.
[via]
Menschen, die von "Freiheit?" träumen, sollten Freiheit nicht versäumen
Nicht nur bei der Interpunktion, sondern auch im Denken tiefergelegt will sich die “Initiative :Freiheit?“ präsentieren. Vier junge Jungs mit einer Neigung zum unkategorischen Imperativ bitten zur Schreibtat und wie es sich für junge Jungs mit schwarzem Pullover gehört, backt man seine Brötchen nur in Größe einer Menschheitsfrage: “Wir lösen uns von der Gemeinschaft, schauen auf unser Schicksal. Was sagen uns die Worte “Gemeinschaft” oder “Sozialstaat” dann eigentlich noch? Brauchen wir ihn noch, den Staat? Wollen wir nicht: frei sein?“
Ich für meinen Teil kann diese Frage leicht beantworten. Nur allzugerne wäre ich frei von Worten, die mir etwas sagen wollen und den dazugehörigen Artikulatierenden. Noch lieber frei wäre ich aber von jungen Männern, denen in ihrer spärlichen Freizeit nichts besseres einfällt, als verstehen zu wollen “wie unsere Generation tickt“, und die sich damit nicht nur als nicht-zugehörig outen, sondern auch zu verstehen geben, dass sie den Ausdruck “negative Umfragewerte” als die generelle Abweisenheit von Umfragen verstehen möchten. Da sie dabei auch noch so penetrant mit ihrem Existentialistenoutfit hausieren gehen ist fast man zu glauben geneigt , Sartre habe geschrieben, dass man nicht nur mit Ketten an den Füßen, sondern auch mit Bündchen um den Hals noch frei sei.
Sonntag, 10. Dezember 2006
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Je länger die Presse ihre Beißreflexe erprobt, desto solidarischer fühle ich mich mit Frau Unseld-Berkéwicz, obwohl ich wirklich nichts von ihr weiß oder wissen will. Jetzt wieder dieser Martenstein, der ja aus irgendwelchen Gründen eine gewisse Prominenz genießt. Diese Leute haben alle etwas missverstanden: Weil Suhrkamp sie über die Jahre mit den ganzen wichtigen Büchern beliefert hat, die wahrscheinlich irgendwie ihr Denken geprägt haben, meinen sie, jetzt mitreden zu dürfen. Wie Kneipenstammgäste, die den Wirt mit ihren großartigen Geschäftsideen belämmern. Und wenn es dann eine Wirtin gibt, fühlen sie sich noch großartiger und hören überhaupt nicht mehr auf. Wenn die Wirtin es wagt, ihren Tipps nicht sofort nachzukommen, endet die Allegorie leider: Anstatt sich eine andere Kneipe zu suchen, lungern sie vorm Eingang rum und krakeelen. Und all die Leute, die noch nie in der Kneipe waren, aber schon davon gehört haben, dass es nicht mehr so gut läuft, seit Siggi dichtgemacht hat und da jetzt diese komische Hexe ist, stellen sich dazu und grölen mit.
Nachtfahrt
In Brandenburg, einer der schönsten Städte des gleichnamigen Bundeslandes, ist so etwas wie “Die lange Nacht des Shopping”, und Jugendliche in Camouflagelook, dessen Tarnwirkung durch die rote Zipfelmütze etwas zunichte gemacht wird, streifen in großen Scharen durch ansonsten eher leere Alt- und Neustadtgassen. Gerne würde man verweilen, doch weiter gehts durch BRB-Görden und BRB-Butterlake Richtung Norden, wo die Jugendlichenkonzentration jetzt etwas geringer sein dürfte als sonst. Die meisten Ampeln sind schon ausgeschaltet, und nur wenige schicken ihr übertrieben grelles Grün als hämischen Gruß durch den Rückspiegel. Die wenigen Orte an der B 102 sind schnell durchquert, zumal meist auf die Aufstellung eines Ortsschildes verzichtet wurde. So etwa in Gapel, das nur aus zwei Straßen zu bestehen scheint, die beide – nunja – “Gapel” heißen (Anderenorts leistet man sich wenigstens eine Straße der Jugend). Aber ein von Rathenow kommender Bus endet hier, manchmal kommt er einem entgegen. Die Straße läuft direkt an der gerade sanierten und schon von der Schließung bedrohten Regionalbahnstrecke entlang (“komm in den totgesagten zug und schau”, geht der Bildungsbürger mit mir durch). In Mögelin gibt es neben dem Bahnhof ein verfallenes Gebäude, wo ich gerne abhängen würde, wenn ich ein Mögeliner Jugendlicher wäre. Diese sind jedoch nicht zu sehen, vielleicht haben sie die am Gebäude affichierten Veranstaltungshinweise (das “Crazy” in Friesack wirbt hier für die im wöchentlichen Wechsel stattfindenden Tequila-, Erotik- und 99Cent-Parties) auf andere Gedanken gebracht. Von hier aus ist es nicht mehr weit nach Rathenow, früher als Stadt der Optik, jungem Gemüse vielleicht eher als Austragungsort der diesjährigen Landesgartenschau bekannt. Biber soll es hier geben, ein hübsches Backsteinprunkgebäude, vielleicht das Rathaus, gibt es definitiv, und die Jugend trifft sich unter der Rampe, die zum Parkdeck des Einkaufszentrums Berliner Straße führt. Ziemlich überraschend kommt mir eine Art Love-Parade-Wagen entgegen, der eigentlich nur aus dem östlich der Stadt liegenden Waldgebiet kommen kann. Frenetischer Billigtechno. Im Wald gibt es viel Wild und viele Unfälle, wie viele Hinweisschilder warnen. Rehe sind die Tiere, die uns Menschen vors Auto laufen.
Freitag, 8. Dezember 2006
Von Leoparden und ihren meisterhaften Jägern
Hin und wieder jedoch erhält so ein Einkauf durch überraschende Begebenheiten die nötige Würze, um als Höhepunkt des Tages gewertet werden zu können. So hatte ich mich heute gerade ordnungsgemäß mit meinen fünf Artikeln in eine sehr lange Schlange an einer der Kassen eingereiht, als die Kundin vor mir ein kleines Fläschchen Jägermeister zückte, zum Trinken ansetzte und den Inhalt mir nichts, dir nichts leerte. “Alles klar”, dachte ich, “die Unterschicht feiert den Anfang des Wochenendes, die Tage, an denen der Unterschied zum arbeitenden, Perspektive habenden Teil der Gesellschaft gegen Null geht. Das ist auf jeden Fall mal ein Anlass.”
Als wir uns dann aber langsam der Kasse näherten, ich in Turnschuhen, sie in Schuhen mit Leopardenfellmuster, griff ihre Hand zielsicher eine Tafel Lindt®-Schokolade, Geschmacksrichtung “Zimt & Koriander”, aus dem nebenstehenden, weihnachtlichen Schokoladenangebot, so dass mein nächster Gedanke war: “Was’n jetzt los? Nobel geht die Unterschicht zu Grunde, oder was?”
Meine Irritationen ob der Schichtzugehörigkeit dieser Frau verflogen erst, als sie die Kassiererin mit deutlich lallender Stimme nach dem ebenso deutlich vor ihr liegenden Kassenzettel fragte.
Pynchon verrät seine liebsten Weihnachtsgeschenke und lobt die Große Koalition in Deutschland
Mindestens genauso uninteressant, aber unvermeidbar wie die Frage, ob Mrs. Suhrkamp mit Hexen verkehrt, ist jene, was Thomas Pynchon im Moment so macht. Gerade hat er offenbar sein Schweigen gebrochen, um einen Schriftstellerkollegen gegen irgendwelche Vorwürfe zu verteidigen. Das schreit doch geradezu danach, etwas wie diese großartige Aktion auch mal für Pynchon anzusetzen. Kontodaten auf Anfrage.
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