Neulich vergessen bei den Sehenswürdigkeiten des Havellandes: Die Papierfabrik zwischen Döberitz und Premnitz. Zumindest, wenn es sich wirklich um eine Papierfabrik handelt (ich bin mir da nicht ganz sicher), ist dieser Nachtrag aber gerechtfertigt, denn Papierfabriken sind Kathedralen der Imagination. Es heißt zwar Das Mädchen aus der Streichholzfabrik (Tulitikkutehtaan tyttö), aber P.s hat man sich sicher ähnlich vorzustellen: Bekopftuchte Frauen mit von Säure zerfressenen Unterarmen, die in Zellulosekübeln waten. Thomas Bernhard schrieb auch glaube ich mal zum Thema, in Beton oder so, wobei er die harten Günter-Wallraff-mäßigen Fakten aber vermissen liess. Da empfiehlt sich ein Recherchebesuch in
1. D-09509 Pockau - Wernsdorfer P.,
2. D-08324 Bockau - P. Bockau,
3. RUS-238710 Neman - Nemanskij Zelljulozno-bumažnyj Kombinat.
Erstere Orte spuckte mein Routenplanerprogramm aus, letzterer fand sich auf der Rückseite eines sowjetisch anmutenden Schulhefts, wobei die Nennung einer Homepage darauf hoffen lässt, die dortige P. noch in Betrieb vorfinden zu können.
Diese unvollständige, wirre Aufzählung von Assoziationen wäre noch unvollständiger (und weniger wirr), wenn ich die Erwähnung eines mir aus eigener Anschauung bekannten Ortsteils unterließe. Das wäre dann rein vom Namen her auch eine schöne Postanschrift: J.B., Straße der DSF 1, 16259 Falkenberg-Papierfabrik. Hiermit möchte ich schließen.
Sonntag, 7. Januar 2007
Nachtfahrt-Nachtrag
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