Vielleicht habe ich nicht richtig aufgepasst oder an dem Tag einfach keine Tagesschau gesehen, aber vor über vier Monaten, am 20. April, wurde der Kiessieb- und Waschturm in Ashausen (Steinhageturm) zunächst zweimal erfolglos gesprengt. Scheinbar war der Turm doch nicht so morsch und marode wie gerne behauptet wurde. Bei der zweiten Sprengung fing der Turm jedoch Feuer, brannte dann eine zeitlang licherloh, um letztendlich noch halbwegs wie gewünscht einzustürzen. Nun war der Steinhageturm nicht der Eiffelturm, aber mit Sicherheit doch eine Besonderheit in einer an Sehenswürdigkeiten recht armen Gegend. Vielleicht wäre eine Sanierung ja langfristig doch die bessere Lösung gewesen. Aber was weiß ich schon davon.
Was mich sowieso viel mehr wurmt, ist die nun endgültig verpasste Gelegenheit, den Turm zu besteigen. Irgendwie war jeder mal als Jugendlicher trotz Absperrzaun und Warnungen oben auf dem Turm gewesen. Nur ich habe, weil ich zu Jugendzeiten zu anständig und vernünftig (im Sinne von ängstlich) war, diese Chance verpasst. Aber möglicherweise ist noch nicht aller Tage Abend. Wenn es möglich ist, das Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen, warum sollte dann nicht eines Tages auch der Steinhageturm wieder stehen und mich auf die Dachterasse seines Cafés einladen. Gerne auch mit fünf Euro Eintritt und Fahrstuhl. (Mit dieser touristischen Zukunftsvision bewerbe ich mich hiermit auch gleich als Fremdenverkehrsminister des Landkreises Harburg.)
Montag, 22. August 2011
Mittlere Katastrophe für Ashausen (und mich)
Donnerstag, 27. August 2009
Wo wir gerade bei Dokumentarfilmen sind:
Wenn Euch, Jungs und Mädels, der fabelhafte Film “Lange nach der Schlacht” vor den Kinosessel oder DVD-Player läuft, seht ihn Euch an. Das sind dreieinhalb gut angelegte Stunden, in denen Ihr nicht nur darüber staunen könnt, wie weit weg sich die 1990er Jahre anfühlen (es geht um den Abzug der sowjetischen Truppen von hier), sondern auch lernen werdet, dass Béla Tarr und Aki Kaurismäki ziemlich idyllenselige Kitschiers, Sowjet-Unterzögersdorf hingegen eine vergleichsweise dröge der Wirklichkeit abgeschaute Angelegenheit ist.
Sonntag, 29. Juni 2008
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Zwei Mittfünfzigerinnen an der Currywurstbude.
Zwei Mittfünfzigerinnen mit säuerlichem Gesichtsausdruck.
Zwei Mittfünfzigerinnen, konservativ gekleidet.
Zwei Mittfünfzigerinnen, wie sie sich anschweigen.
Zwei Mittfünfzigerinnen mit Buttons an ihren Jäckchen: “Ich nehme ALLE – mit Standhaftigkeit” die eine, “DILDOKINGS” die andere.
Alleine deswegen muss man den CSD doch lieben.
Donnerstag, 22. Mai 2008
Leidenschaft und Wärme
Die Monotonix hatten ihr Schlagzeug vor der Bühne, was bei zahlreicherem Erscheinen mitten im Publikum gewesen wäre, aufgebaut. So blieb der Band jedoch reichlich Platz, der in erster Linie vom Sänger, den man mir bei Schummerlicht auch gut und gerne als Helge Schneider hätte unterjubeln können, ausgiebig genutzt wurde. Während der Gitarrist das Konzert über weitestgehend ungestört sein Instrument spielte, entwickelte sich zwischen Sänger und Schlagzeuger eine unterhaltsame Täter-Opfer-Beziehung. Letzterer musste es ertragen und tat es letztlich, glaube ich, auch ganz gerne, dass ersterer auf ihn raufkletterte, sein Schlagzeug umschmiß, die einzelnen Teile wieder irgendwo im Raum aufbaute, ihn mit einer frisch aus einem Mülleimer geangelten Banane fütterte, anschließend den Mülleimer samt Inhalt über seinen Kopf stülpte und ihn auch noch mit einem Gürtel kräftig würgte. Pause hatte der Arme nur, wenn der Sänger Bier verspritzend durchs Publikums spazierte, sich auszog, über den nassen Boden schlitterte, einzelne Konzertbesucher geschickt ins Programm einband, aufs Lichtgerüst kletterte oder – ein Höhepunkt! – im hohen Bogen ins Publikum schneuzte. Und parallel dazu spielte die Band ihre Lieder ohne Pause. Ich war begeistert, so geht Leidenschaft.
Zu den Silver Jews lässt sich kaum etwas sagen. Wem da nicht sprachlos warm ums Herz wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Zehn Shellac-Konzerte würde ich gegen 1 Minute von den Silver Jews eintauschen.
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