Zu One Moment In Time habe ich mit Jessica W. auf einer Party bei Lars M. meinen ersten Stehblues getanzt.
Sonntag, 12. Februar 2012
Meine Erinnerung
Samstag, 11. Februar 2012
electroHippie - Minnesangh3.0
Mein Bruder hat unter dem Namen electroHippie ‘ne CD gemacht und ich bin überrascht. Seit 100 Jahren muss ich als Testhörer für seine neuen Lieder herhalten und seit 100 Jahren lautet meine Kritik gleich. Ob nicht eine kleine Melodie hier und eine Klangfläche dort das ganze Geklapper und Geschäpper gut zusammenhalten und abrunden könnten. Aber: Vergebliche Liebesmüh, Perlen vor die Säue. Bisher.
Auf seinem Erstlingswerk Minnesangh3.0 klingt das alles nun ganz anders. Als ob meine Kritik irgendwie in Gottes Ohr gelangt, innerhalb von Gott veredelt und zu guter letzt über Gottes Mund ins künstlerische Schaffen meines Bruders eingehaucht worden wäre. Oder kürzer: Gut ist es geworden. Vielleicht sollte ich meinen Einfluss auf Gott, meinen Bruder und sein Album aber auch nicht überschätzen. Schließlich durfte ich bis auf ein Stück nichts testhören und kritisieren.
Gleich das erste Stück Support your local elephantCombat lässt mich über seine rüsseltierartigen Trompetenklänge eine Brücke zur namensgebenden Crust-Band Electro Hippies schlagen, die mit The Horns Of Hades auch ein Trötenstück im Repertoire hatten. Während The Horns Of Hades vier Sekunden dauert und damit immerhin vier mal so lang ist wie Mega-Armageddondeath Pt.3 von der halbwegs legendären Split-Single mit Napalm Death, zieht mein Bruder es vor, seinen Stücken zwischen vier und sechs Minuten Zeit mit auf den Weg zu geben. Das ist bei den guten Liedern auch wunderbar, beim Langeweiler des Albums Herr Stefan und sein Stift wären mir auch vier Sekunden schon zu viel gewesen.
Sobald gesangsartiges Sprechen ins Spiel kommt, wird es spooky und erinnert mich zu 25% an Witch House à la Aural Sects. Das zweite Stück knochenTrocken mit den immer wiederkehrenden “Hunger! Folter! Gift!”-Ausrufen gefällt mir ausgezeichnet, der Zugang zum Schimmelreiter blieb mir dagegen bisher verschlossen.
Der Sound spielt aufgrund der technischen Ausstattung nicht in einer Liga mit aktuellen Pitbull-Produktionen. Aber erstens ist das nichts, was man unbedingt wollen muss, und zweitens ist Lo-Fi kein Schimpfwort. Insbesondere dem letzten Stück des Albums und meinem persönlichen Favoriten SchöneNeueWelt steht das Keksdosenhafte im Klang sehr gut zu Gesicht:
Den zugeneigten Lesern und Hörern sei abschließend verraten: Zu kaufen gibt es die CD im gut sortierten Online-Fachhandel ausschließlich als Download. Und weil ich so lange für diesen Artikel gebraucht habe, kann ich noch eine exklusive Information hinterherschieben: Das Nachfolgewerk steht bereits in den Startlöchern. Es soll noch besser sein.
Sonntag, 13. November 2011
Roll over Berlusconi
Donnerstag, 22. September 2011
Schlafender in der Großstadt
Als audiovisuelle Ergänzung zum vorherigen Beitrag hier der Auftritt von Anne Clark beim Musik Convoy in Geldern: Schlafender in der Großstadt
Mittwoch, 21. September 2011
In Geldern und in Nettersheim
Seit einiger Zeit läuft auf einsfestival eine Wiederholung von Musik Convoy, einer hauptsächlich von Alan Bangs moderierten Musiksendung aus den 80er Jahren. Mit jeder Folge steigt meine Begeisterung wie mehr oder weniger berühmte Stars auf den Marktplätzen großer Dörfer und kleiner Städte irgendwo in Deutschland auftreten.
So war es zum Beispiel in der Folge aus Geldern sehr schön zu sehen, dass Sade nicht unnahbar und zurückhaltend (meine recht schlichte Erwartung), sondern sympathisch und humorvoll ist: Im Interview spricht sie davon, dass man ihrem Bassisten seine Alkoholprobleme ja wohl ansehen könne.
Und wenn dann auf einmal in Folge 25 die Skeleton Crew in Nettersheim auf der Bühne steht, dann ist das Glück perfekt und ich begreife sofort, warum ich konventionelle Auftrittsszenarien abends im Club meist so unglaublich langweilig finde.
Übrigens ist in der Sendung aus Nettersheim auch Heinz Rudolf Kunze mit seiner deutschen nicht Coverversion, sondern “Nachdichtung” von Lola aufgetreten. Im Gespräch mit Alan Bangs äußerte er sich dann so über Skeleton Crew, dass er diese Band höre, wenn er frei habe, und sie sein schlechtes musikalisches Gewissen darstelle, weil der Mainstream blablabla…
Mittwoch, 20. Juli 2011
Eigentlich nicht, aber so (Der CD-Kauf)
Eine beliebte Floskel der Teilnehmer bei Das perfekte Dinner lautet: Eigentlich mag ich Gericht/Zutat xyz überhaupt nicht, aber so zubereitet/verwendet hat es mir richtig gut geschmeckt. So geht es mir mit dem neuen Album here before von The Feelies, aus dem mich heute morgen in der Sendung Von Bullerbü nach Babylon einige Lieder begeistert haben.
Weiterlesen »Sonntag, 6. März 2011
Aus Chanty-Mansijsk kommt die Musik
Heute morgen zeigte die ARD einen Nachbericht über den Goldlauf von Arnd Peiffer bei der Biathlon-Weltmeiterschaft in Chanty-Mansijsk. Als Hintergrundmusik des Beitrags war einer der Slawischen Tänze des Komponisten Antonín Dvořák zu hören. Während nun Chanty-Mansijsk im Westen Sibiriens liegt, sind die Slawischen Tänze böhmischen und mährischen Volkstänzen nachempfunden. Zwischen der Stadt der Biathlon-Weltmeisterschaft einerseits und Böhmen und Mähren andererseits liegen somit genügend Kilometer, um die musikalische Untermalung als unpassend bezeichnen zu können, ohne allzu kleinkariert zu wirken. Vielleicht reicht ja auch die eine Kategorie Ostblock für alles, was da hinter Oder und Neiße kommt, für den Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aus. Auf jeden Fall leisten die Slawischen Tänze nun der Musik von Calexico beste Gesellschaft als vielseitig einsetzbare Folklorefeelingerzeuger.
Touch a girl (ahhh)
Wollte nur mal fragen, ob jemand Lust hat, mit mir die magische Handbewegung von Pharrell Williams einzuüben. An der VHS gibt es dafür leider keine Kurse.
Sonntag, 30. Januar 2011
Dies und das
Ich bin krank und da handelt man ja manchmal verrückt. So schleppte ich mich im erkältungsbedingten Tran zum nächsten Elektronikgroßmarkt meines Misstrauens und machte etwas, was ich seit bestimmt zehn Jahren nicht gemacht habe: Ich kaufte eine aktuelle CD (Definition: eine CD ist aktuell, wenn es sich nicht um ein Reissue eines Jazz-Klassikers aus den Sechzigern für 5,99 handelt), deren Existenz mir zudem durch den Kulturteil der Tageszeitung bekannt gemacht wurde: Gang of Four, Content (nicht die Special-Deluxe-Edition, weil ich zum Zeitpunkt des Kaufs noch nicht wusste, dass diese “ein Kunstbuch enthält, in dem Jon und Andy auf Keramikkacheln die letzten 40 Jahre des Weltgeschehens abbilden”). Schon auf dem Rückweg (auch so eine fast vergessene Sache: Im Bus die Plastikhülle um die CD aufreißen in der vergeblichen Hoffnung, im Booklet etwas Unterhaltendes zu finden) musste ich feststellen, dass ich auf diese Weise einen mir unsympathischen Herrn finanziert habe, und das, obwohl dieser nach eigener Ansicht bereits die Popkultur Europas dominiert. Sowas.
Leider ist die Platte nicht besonders: Davon einmal abgesehen, dass “Rock” (Definition: weiße, aufrechte Männer versuchen mit Gitarrebassschlagzeug und Gesang Intensität und Authentizität zu erzeugen) vielleicht auch seine besten Zeiten hinter sich hat, war an Gang of Four doch mal der extrem sparsame Einsatz von Instrumenten gut: Wenn zu den keineswegs raumfüllenden Standardgerätschaften noch so ein tutendes Etwas dazukam, hatte man schon den Eindruck von barocker Opulenz, und wenn in einem einzigen Song zusätzlich ein Saxophon tutete, war man den Tränen nahe. Hier kracht und scheppert es ununterbrochen, und auch wenn das alles “kristallklar”, “schneidend”, “spröde” oder [hier ein weiteres Musikjournalistenwort einsetzen] produziert ist, klingt es doch verdächtig nach den von Daniel Lanois produzierten U2-Alben. Kulturindustrie, mit anderen Worten. Überhaupt ein Wort, das man mal wieder häufiger verwenden sollte. Was also tun? Hier kommt eine Technik zum Einsatz, die ich ebenfalls seit langem nicht mehr einsetzen musste: Immer wieder hören, irgendwann gewöhnt man sich dran und findet das (ja immerhin nun einmal vorhandene) Produkt dann doch irgendwie ganz gut.
Ähnlich scheint derzeit die EU mit Weißrussland zu verfahren. Wenn dieser gut informierte Herr hier recht hat, wird sich Europa nicht zu ökonomischen Sanktionen gegen das Lukaschenko-Regime durchringen können, nachdem dieses den Präsidentschaftskandidaten Nekljajew und die Journalistin Chalip aus der Haft entlassen hat. Dass das etwas anderes ist als “freilassen”, zeigt u.a. dieses Video (unten auf der Seite, embedden klappt nicht).
Nekljajew und Chalip werden in Zukunft ihre Wohnungen mit KGB-Beamten teilen, die für sie ans Telefon gehen, den Kontakt mit der Außenwelt unterbinden und generell ein Auge darauf haben werden, was sie so machen. Chalips Ehemann, der Präsidentschaftskandidat Andrej Sannikow, ist nach wie vor in Haft, ebenso über 50 weitere im Zusammenhang mit den Protesten vom 19. Dezember Verhaftete.
Wer mehr wissen will, kann sich diese Anhörung im US-Senat reinziehen. Ab Minute 86 spricht Natalja Koljada, Gründerin des “Freien Theaters Belarus”, und fasst eigentlich alles ganz gut zusammen. Es ist immer ausgesprochen beeindruckend, die dann doch zahlreichen weißrussischen Oppositionellen zu sehen und zu hören, die trotz des unglaublichen Ausmaßes an Repression nicht aufgeben und denen die EU gerade in den Rücken fällt.
Eigentlich ist es ziemlicher Unsinn, diese beiden völlig unzusammenhängenden Themen in einen Eintrag zu packen. Aber wie gesagt, ich bin krank, da macht man manchmal merkwürdige Dinge.
Mittwoch, 12. Januar 2011
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00:45 Uhr. Draußen geht einer lang und grölt Amazing Grace. Hier in Neukölln ist es eben immer noch am schönsten.
Dienstag, 8. Dezember 2009
splitter
samstag abend kurzfristig zum tanzbein schwingen im raum18 gewesen. berlin speedcore hatte zur trash & core sause geladen.
letztendlich dann doch nicht getanzt. wie sind 600bpm in moves umzusetzen? schien aber keiner der anwesenden zu wissen.
Dienstag, 21. April 2009
Der Busfahrer-Song
Manchmal braucht man fern der Pseudometropole lebende Freunde. Wenn man für sie die unsägliche Quatschkampagne “be berlin” im Internet sucht, stellt man plötzlich fest, dass die lokalen Medien (ja, 94,3 rs2, Dich meine ich) ihrer Informationspflicht aber sowas von nicht nachgekommen sind und uns diesen Song vorenthalten haben. Man mag gar nicht drüber nachdenken, welches Ausmaß an Sachbeschädigung und Blutvergießen von seiten der “Multi-Kulti-Fraktion” (toll, wie subtil Busfahrer Stephan diese ins Spiel bringt) hätte verhindert werden können! Auch ein schönes Beispiel dafür, dass man manchmal Gewalt gegen das ästhetische Empfinden in Kauf nehmen muss, um Gewalt gegen Sitze zu verhindern.
Dienstag, 31. März 2009
Liebe Freunde,
was gibt es eigentlich in Berlin, was es in Ashausen nicht gibt? Seit Behn’s Gasthaus wieder auf hat und mit Behn’s Live die Sparten Live-Musik und Kultur bedient, fällt mir dazu jedenfalls nix mehr ein. Umzugsinteressierte und Heimkehrwillige bitte melden.
Freitag, 9. Januar 2009
Geschichte und Musik
Zeitungszeugen: Wenn wir von dem idiotischen Titel einmal absehen, eine hervorragende Idee. Historische Zeitungen verraten zwar keine Fakten, die man nicht anderswo besser nachlesen könnte, aber durch ihre kunterbunte Zusammenstellung (Schlagzeilen – Lokalteil – Werbung – Wetter – Kleinanzeigen – Reportage) erreichen sie ganz von selbst eine polyperspektivische, unhierarchische Sichtweise, die man sich in der Geisteswissenschaft erst mal erarbeiten musste. Wobei normalerweise nicht immer die Zeit und Motivation da ist, sich derlei Dokumente zu verschaffen (und wer schon einmal in einer Bibliothek den “Völkischen Beobachter” bestellt hat, weiß, dass es da zusätzlich eine gewisse Schwelle zu überschreiten gibt, die am Kiosk wegfällt). Also jekauft dit Ding. Und in der U-Bahn die “Reichsausgabe” der “Deutschen Allgemeinen Zeitung” vom 31. Januar 1933 gelesen, was einem spezielle Blicke einträgt, aber die Bereitschaft, so eine Reihe zu abonnieren, erstmal nicht schmälert. Dann aber die Ummantelung des Ganzen: Eine Katastrophe. Dass man Zeitungen wie “Der Angriff” mit Leitartikel des Herausgebers Dr. Goebbels nicht unkommentiert lassen kann, ist ja klar. Allerdings besteht der Kommentar aus einigen läppischen Seiten, die, wenn nicht “Prof. Dr. Wolfgang Benz” drunterstehen würde, ebensogut aus einem Schulbuch für die 5. Klasse hätten kommen können. Desweiteren haben wir eine Einführung in die Fraktur (was sicher richtig ist), die bei der Transkription eines kurzen Beispieltextes zwei Fehler macht. Wir haben eine Zeitungsauswahl, die (durch die Hereinnahme einer kommunistischen, einer Nazi- und einer Dazwischenzeitung) Ausgewogenheit suggeriert, als Zeitung der Mitte aber die schon erwähnte, sehr rechte “D.A.Z.” nimmt. Wir haben als Extra dieses Poster, das angesichts der thematischen Ausrichtung der Reihe für die nächsten Ausgaben faschistische Plakate erwarten lässt. Muss ich mir die dann alle aufhängen? Wir haben ein Abomodell (Vergünstigungen bei Abschluss bis zum 31. Januar), das haargenau dem Nazi-“Angriff” entnommen ist. Und wir haben einige Thesen zur Geschichtphilosophie, die für die erwünschte Diskussion Böses erahnen lassen:
Ich finde es wichtig, den Menschen die Geschichte des Landes nahe zu bringen und sie lebendig zu halten. Deshalb finde ich das Projekt sehr gut und hoffe, dass es alle Generationen erreicht.
sagt zum Beispiel Michael Stich, der gewohnt kontrovers argumentierende Citoyen erster Güte. Auch der mir persönlich unbekannte Björn Casapietra hat sich so seine Gedanken gemacht:
Geschichte ist wie Musik: Man muss sie erleben können, um sie zu begreifen. Zeitungszeugen macht deutsche Geschichte hautnah nachvollziehbar – ein wertvolles Projekt.
Geschichte ist wie Musik – das gibt dem Zeitungszeugen-Lesen in der U-Bahn, das vielen die iPod-Berieselung ersetzen wird, natürlich eine ganz andere Note.
Ich werde den Schwachsinn wohl leider weiterhin kaufen. Aber die “Zeitungszeugen”, die von durchaus namhaften Historikern unterstützt werden, lassen mich von meiner bisherigen Überzeugung Abstand nehmen, eine wissenschaftlich kommentierte, frei verkäufliche Ausgabe von “Mein Kampf” sei eine gute Sache. Der nächste, nein, nicht Hitler, der nächste Moritz Fürste kommt bestimmt. Und er wird etwas ähnliches sagen, wie es der “Hockey Champion” schon jetzt gesagt hat:
Ich finde, es ist eine innovative und interessante Idee. Gut zu lesen und anschaulich aufbereitet.
Samstag, 6. September 2008
Jerry Reed († )
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