Neueste Episode aus dem Raum18 vom Hofberichtserstattungsblog antimateur.org. Die Schläuche an die Saxophone gestöpselt und Borbetomagus gelauscht:
Man muss die jungen Leute sich auch mal austoben lassen.
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Borbetomagus
Montag, 24. November 2008
d.O.d.D.
Unter der Tatsache, dass Akronyme vielfach für eine besonders geistreiche und zeitgemäße Form der Belabelung gehalten werden, leiden nicht nur Leute, die in Pisa oder in einem Iglu wohnen. Auch all jene Wissenschaftler, die sich neben der Suche nach der Weltformel immer mehr mit Sponsoring und Drittmittelakquise beschäftigen müssen, wissen davon ein traurig’ Lied zu singen. Am Beispiel des Heinrich-Hertz-Instituts lässt sich das Drama anschaulich illustrieren: Sicherlich herzensgute, aber etwas weltfremde Physiker sehen sich plötzlich vor die Aufgabe gestellt, ihr Wirken fachfremden Techno- und Bürokraten mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne präsentieren zu müssen. Zunächst werden die von den Kollegen Aufmerksamkeitsökonomen gemachten Vorgaben trotzig ignoriert, und es entstehen MoBüD, die Mobilen Bürgerdienste. Dieses ambitionierte Projekt fristet daraufhin ein trauriges Dasein, woran auch das regelwidrig großgeschriebene D nichts mehr ändern kann. Zähneknirschend beugt man sich dem Akronymzwang und ersinnt etwas mit dem Titel “Bringing User Satisfaction to Media Access Networks”, kurz BUSMAN. Diese Anspielung auf den “man on the Clapham omnibus” wird von niemandem verstanden, und man ist dem Ziel nicht nähegekommen. Bei BREAD ist erstmals ein allgemein als solches erkennbares Akronym entstanden, wobei die Herleitung von “BRoadband in Europe for All: a multi-Disciplinary approach” noch etwas bemüht wirkt. Die “Advanced Three-Dimensional Television System Technologies”, vulgo ATTEST, sind da anders, doch das diesem Apronym zugrundliegende Nomen ist den Investoren nicht sexy genug. Mittlerweile mit allen Wassern der Titulierung gewaschen, ersinnen die Berliner Forscher daraufhin ihr Meisterstück, das aus den gemachten Fehlern die entsprechenden Lehren zieht: Man nehme zum einen seine “Citizen-friendly Trans-European mGovernment Services”, zum anderen als Zielvorgabe einen locker-spritzigen Begriff, den man einfach sympathisch finden muss. Desweiteren schere man sich nicht weiter um den mangelnden Zusammenhang zwischen Zeichen und Bezeichnetem und gehe selbstbewusst und -ironisch mit der Definition von “Akronym” um, mit der das ganze Elend einmal angefangen hatte – Voilà!
Samstag, 6. September 2008
Jerry Reed († )
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Mittwoch, 9. Juli 2008
Fader again
Als ich mir vor einiger Zeit zum ersten Mal die Website des Musikmagazins The FADER angeschaut habe, bin ich an dieser Stelle schnell zu dem Ergebnis gelangt, dass das nicht meine Baustelle ist: Wer alle Inhalte so auswählt, hinbiegt und präsentiert, dass stylish deren vorrangige Eigenschaft zu sein scheint, der kann mein Herz nicht gewinnen.
Auf den zweiten Blick fällt mir jetzt allerdings auf, dass die als Podcast angebotenen Mixe, passend zu den einzelnen Ausgaben des Magazins, gar nicht so übel sind, was vielleicht damit zusammenhängt, dass ich viel von dem Mixmaterial sonst nicht so auf dem Schirm habe.
Das bisher Gehörte bietet – um es mit den Worten von Heinz Strunk zu sagen – “viel Afrika und wenig Bavaria”, die Beats kommen meist nicht wie Carpaccio geschnitten, sondern schön dick daher und die Auswahl ist angenehm abenteuerlich. So werden beispielsweise in der Episode der aktuellen Ausgabe #55, die ausdrücklich zum Anhören empfohlen sei, neben Crookers’ Kracher-Remix von AC/DCs Thunderstruck auch noch Ebony Bones, Miles Benjamin Anthony Robinson und Drakkar Sauna zusammengebracht. Macht Laune.
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