
Elbeaquarium
In der Kategorie Anbauten, der Keimzelle dieses Blogs, heute aus dem beschaulichen Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz eine kleine Erfolgsstory, die zeigt wie man mit nur etwas gutem Willen und der richtigen Idee zur richtigen Zeit aus einer Not eine Tugend macht. Doch beginnen wir vorne.
Zunächst einmal zeigt das obige Bild zwei benachbarte, durch einen mittelbreiten Gang mit Holztor getrennte Häuser – das eine in grau, das andere in ocker gehalten. Rechtsseitig des linken Hauses (grau) ragt ein merkwürdig erscheinender Glasanbau aus der Dachkonstruktion, der wie ein Fremdkörper in der Luft liegt. Wichtiges, für den Betrachter aber nicht sichtbares Detail, um Sinn und Zweck des Anbaus verstehen zu können: Links vom grauen Haus und noch kleines Stückchen weiter fließt die Elbe, die wie jeder Fluß mal weniger und mal mehr Wasser führt.
Letzteres war im August des Jahres 2002 der Fall, als die Elbe in einer Jahrhundertflut über die Ufer trat und dabei auch die auf dem Bild gezeigten Häuser reichlichst unter Wasser setzte. Anfänglich war die Ohnmacht gegenüber den Naturgewalten natürlich groß, doch schon während der Aufräumarbeiten reifte im Eigentümer des grauen Hauses eine Idee, wie aus unbezähmbaren Wassermassen, die vorrangig Schlamm und Schaden mit sich bringen, Kapital geschlagen werden kann.
Inspiriert durch einen Besuch im Sea Life Berlin mit Glastunnel direkt durch das Haifischbecken begann er noch im Herbst 2002 damit, sein Haus mit einer Art Glaserker zu versehen. Die Haifische immer vor Augen malte er sich aus, wie er Einheimischen und Touristen gegen einen kleinen Obolus das Erlebnis bieten kann, die nächste Flut von innen zu erleben. Der Anbau wurde fertig, doch das Hochwasser vom März 2006 erreichte nicht die nötige Höhe. So wartet der von den Bad Schandauern liebevoll “Elbeaquarium” genannte Glasanbau weiterhin auf seinen ersten Einsatz und wird stattdessen zeitweise als Wintergarten genutzt, was auch sehr gut funktioniert.
Insgesamt hat hier aber jemand sehr schön mit den Wölfen geheult, nur lauter, was ja gerade in Zeiten der Krise vielen Menschen als Vorbildfunktion dienen kann und höchste Anerkennung verdient. Denn wie sagt Charlotte Engelhardt in jeder Sendung, die sie moderiert: “Meine Mama sagt immer, man muss immer einmal mehr aufstehen als man hinfällt.”
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