Chef: “Puh, so richtig klappt das mit dem Wahlkampf ja nicht. Wir haben da noch Defizite bei den Jungwählern.”
Zweiter Chef: “Junge Leute sind doch alle übergesext und untergefickt, da müssen wir anknüpfen. Besonders jetzt, wo die Journaille die alten Geschichten wieder ausgräbt. Räkeln statt mäkeln – nur so gewinnt man Wahlen.”
Von der Muse geküsst präsentieren sich unsere liebsten Jugendorganisationen auch in diesem Vorwahlkampf. Die Jungen Liberalen Mannheim folgen dabei dem großen Sohn der Stadt und üben sich in Vokalakrobatik, vergessen aber ihr Hauptanliegen nicht – Liberal sein heißt different sein: “Mit CDU und CSU/macht Deutschland seine Grenzen zu./Das werden wir verhindern,/nicht nur mit High-Tech-Indern”
Damit ist er Lagerwahlkampf bei den Bürgerlichen wohl eröffnet. Denn die Junge Union spielt diesmal die Identitätskarte. “Wir sind Wir”, da kann man doch nicht widersprechen, oder?
“Verrückte Zeit, verrückte Welt” heißt es da und das stimmt ja irgendwie auch. Die Rente in weiterer Ferne und auch deutsche Autos will niemand mehr haben. Da verpflichtet Tradition ja geradezu irgendwie. Und deshalb haben die Orangenen auch Erfolgsproduzent Leslie Mandoki verpflichtet. “Klare Sicht und schönes Land” – da fehlt eigentlich nur noch der Gastauftritt von Günter Wewel, um den Liberalen auch stimmlich Paroli bieten zu können. Wenn es schon bei den Bürgerlichen so spannend ist, was wird dann erst die schweigende Mehrheit auffahren? Cem Özdemir singt im Medley mit den “Erben der Scherben” das Rauchhaus-Lied vom Balkon seines Kreuzberger Wohnhauses? Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin mittlerweile gespannt wie ein Flitzebogen.
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