Vielleicht habe ich nicht richtig aufgepasst oder an dem Tag einfach keine Tagesschau gesehen, aber vor über vier Monaten, am 20. April, wurde der Kiessieb- und Waschturm in Ashausen (Steinhageturm) zunächst zweimal erfolglos gesprengt. Scheinbar war der Turm doch nicht so morsch und marode wie gerne behauptet wurde. Bei der zweiten Sprengung fing der Turm jedoch Feuer, brannte dann eine zeitlang licherloh, um letztendlich noch halbwegs wie gewünscht einzustürzen. Nun war der Steinhageturm nicht der Eiffelturm, aber mit Sicherheit doch eine Besonderheit in einer an Sehenswürdigkeiten recht armen Gegend. Vielleicht wäre eine Sanierung ja langfristig doch die bessere Lösung gewesen. Aber was weiß ich schon davon.
Was mich sowieso viel mehr wurmt, ist die nun endgültig verpasste Gelegenheit, den Turm zu besteigen. Irgendwie war jeder mal als Jugendlicher trotz Absperrzaun und Warnungen oben auf dem Turm gewesen. Nur ich habe, weil ich zu Jugendzeiten zu anständig und vernünftig (im Sinne von ängstlich) war, diese Chance verpasst. Aber möglicherweise ist noch nicht aller Tage Abend. Wenn es möglich ist, das Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen, warum sollte dann nicht eines Tages auch der Steinhageturm wieder stehen und mich auf die Dachterasse seines Cafés einladen. Gerne auch mit fünf Euro Eintritt und Fahrstuhl. (Mit dieser touristischen Zukunftsvision bewerbe ich mich hiermit auch gleich als Fremdenverkehrsminister des Landkreises Harburg.)
Montag, 22. August 2011
Mittlere Katastrophe für Ashausen (und mich)
Sonntag, 30. Mai 2010
Gropius muss herhalten
Neulich mitgehört, während einer Zugfahrt nach Berlin: “Gropiusstadt. Schlimm, dass so was nach dem Gropius benannt wurde.”
Dienstag, 7. April 2009
Elbeaquarium

In der Kategorie Anbauten, der Keimzelle dieses Blogs, heute aus dem beschaulichen Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz eine kleine Erfolgsstory, die zeigt wie man mit nur etwas gutem Willen und der richtigen Idee zur richtigen Zeit aus einer Not eine Tugend macht. Doch beginnen wir vorne.
Zunächst einmal zeigt das obige Bild zwei benachbarte, durch einen mittelbreiten Gang mit Holztor getrennte Häuser – das eine in grau, das andere in ocker gehalten. Rechtsseitig des linken Hauses (grau) ragt ein merkwürdig erscheinender Glasanbau aus der Dachkonstruktion, der wie ein Fremdkörper in der Luft liegt. Wichtiges, für den Betrachter aber nicht sichtbares Detail, um Sinn und Zweck des Anbaus verstehen zu können: Links vom grauen Haus und noch kleines Stückchen weiter fließt die Elbe, die wie jeder Fluß mal weniger und mal mehr Wasser führt.
Letzteres war im August des Jahres 2002 der Fall, als die Elbe in einer Jahrhundertflut über die Ufer trat und dabei auch die auf dem Bild gezeigten Häuser reichlichst unter Wasser setzte. Anfänglich war die Ohnmacht gegenüber den Naturgewalten natürlich groß, doch schon während der Aufräumarbeiten reifte im Eigentümer des grauen Hauses eine Idee, wie aus unbezähmbaren Wassermassen, die vorrangig Schlamm und Schaden mit sich bringen, Kapital geschlagen werden kann.
Inspiriert durch einen Besuch im Sea Life Berlin mit Glastunnel direkt durch das Haifischbecken begann er noch im Herbst 2002 damit, sein Haus mit einer Art Glaserker zu versehen. Die Haifische immer vor Augen malte er sich aus, wie er Einheimischen und Touristen gegen einen kleinen Obolus das Erlebnis bieten kann, die nächste Flut von innen zu erleben. Der Anbau wurde fertig, doch das Hochwasser vom März 2006 erreichte nicht die nötige Höhe. So wartet der von den Bad Schandauern liebevoll “Elbeaquarium” genannte Glasanbau weiterhin auf seinen ersten Einsatz und wird stattdessen zeitweise als Wintergarten genutzt, was auch sehr gut funktioniert.
Insgesamt hat hier aber jemand sehr schön mit den Wölfen geheult, nur lauter, was ja gerade in Zeiten der Krise vielen Menschen als Vorbildfunktion dienen kann und höchste Anerkennung verdient. Denn wie sagt Charlotte Engelhardt in jeder Sendung, die sie moderiert: “Meine Mama sagt immer, man muss immer einmal mehr aufstehen als man hinfällt.”
Dienstag, 18. November 2008
Marbach by numbers (II)
3. Das Literaturmuseum der Moderne (mit dem schrecklichen Kürzel LiMo).
4. Das Schiller-Nationalmuseum.
5. Ein Vogel (den man aufgrund des im Bild dokumentierten Nebels für eine Nebelkrähe corvus corone cornix halten könnte; es handelt sich jedoch um corvus corone corone).
Mittwoch, 27. August 2008
Aus der Reihe "Bedeutungsschwangere Bahnhofsbauten"
Odessa-Hauptbahnhof. Willkommen in der Heldenstadt.
Aus der Reihe "Bedeutungsschwangere Bahnhofsbauten"
Odessa, Morskij Vokzal. Symbolträchtige und stinknormale Kindheit im Dialog.
Montag, 7. Juli 2008
Aus der Reihe "Vor Symbolik triefende Fotos aus dem Osten des Landes"
Samstag, 26. April 2008
Tempelhof
Morgen nun soll entschieden werden – mal ausgeblendet, das der Senat nicht an den Volksentscheid gebunden ist -, wie es nun in Zukunft mit dem Flughafen Tempelhof weitergehen soll. Und ich bin da noch ein wenig unschlüssig.
Ziska (“Fasten your seatbelt – Wir verlassen die Welt”) und Smudo (“Die da”) alleine reichen an und für sich ja schon aus, um fünf mal laut mit NEIN abzustimmen, aber wenn ich das hier lese, dann geht die Tendenz auch schon wieder in Richtung JA.
Mal sehen, was euch und Ihnen da draußen kurzfristig so einfällt, um mich für die eine oder die andere Entscheidung zu gewinnen.
Update: Manchmal bin schon erstaunt über meine eigene Gedankenlosigkeit. Was da oben steht, ist so natürlich totaler Quatsch. Es sollte in etwa heißen, dass man wegen Smudo alleine fünfmal laut mit NEIN abstimmen müsste, während es auf der anderen Seite Ziska ist, die für Abschreckung und ein Kreuz im Kringel vom JA sorgen sollte.
Das ganze Spektakel ist jetzt zwar vorbei, aber ich lass das trotzdem mal als mahnendes Beispiel für mich hier stehen und werde mir gleich noch die goldene Blogging-Regel “Keine Schnell-Postings am frühen Morgen” hinter die Ohren schreiben. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Dienstag, 5. Februar 2008
DER DEUTSCHEN KUNST
Museumsinsel. Durch die Bauzäune sieht man die Alte Nationalgalerie mit o.g. Aufschrift. Zwei englischsprachige Touristen.
T1 (auf die Aufschrift deutend): What does that mean?
T2 (eine Weile überlegend, dann): A place for the arts.
Mittwoch, 23. Januar 2008
Wenn der Satz "Ich möchte mich nicht unterhalten, danke" im Repertoire fehlt
Am 18.01.2005 habe ich eine E-Mail verschickt – ja, ich archiviere E-Mails, nicht alle, aber die wichtigsten, um später einmal in der Lage zu sein, selbst im Falle einer Alzheimererkrankung noch eine astreine Autobiographie abzuliefern, Vorsorge ist schließlich die halbe Miete. Wie dem auch sei, Inhalt dieser E-Mail war die Transkription eines Gesprächs zwischen einem gescheiterten mittdreißiger (gm) und einer angehenden architektin (aa), das durchaus so fetzenartig war, wie es sich liest*:
gm: studieren sie architektur?
aa: ja.
gm: innen- oder aussenarchitektur?
aa: architektur und städteplanung.
pause
gm: also das aussen?
...
aa: haben sie auch architektur studiert?
gm: so was ähnliches.
pause
gm: maschinenbau.
...
gm: was haben sie denn gelernt?
aa: nichts weiter. ich habe gerade mit dem studium begonnen.
gm: sie können sich exmatrikulieren lassen.
aa: also eigentlich wollte ich erstmal weiterstudieren.
gm: lassen sie sich exmatrikulieren. machen sie erst eine ausbildung. das ist besser.
...
gm: wir sehen uns dann in fünf jahren in <a href="http://www.viaduk.de/anbieter1/diakonieverband/stoevchen.html" title="Psychosoziale Kontaktstelle für Menschen mit persönlichen Krisenerfahrungen und unterschiedlichen Krankheitsverläufen">lüneburg im stövchen</a>.
aa: was ist das?
gm: wo arme leute hingehen. oder bei der lüneburger tafel. essensausgabe.
...
gm: studieren wird ja jetzt sehr teuer. das kostet 500 euro pro semester.
aa: nicht, wenn man in hamburg angemeldet ist.
gm: doch. sie müssen auch 500 euro bezahlen. haben sie reiche eltern?
aa: nein.
gm: dann wird es sehr schwer für sie.
pause
gm: sehr schwer für sie.
- Nicht, dass ich mich daran erinnern könnte, aber ich habe ja die E-Mail zum Nachschlagen. Nur um nochmal die Vorteile der E-Mail-Archivierung zu verdeutlichen.
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