Montag, 15. August 2011
Gutes Kriterium
Sonntag, 9. Mai 2010
С праздником
Gerade noch rechtzeitig und mal ganz unironisch.
Donnerstag, 22. April 2010
Aus der Reihe "Bedeutungsschwangere Mülleimerinhalte"
Freitag, 4. Dezember 2009
Im Wandel der Zeit
Am 10.06.2006 sah es im Bahnhofstunnel von Stelle mehrheitlich so aus:

Dreieinhalb Jahre später, genau genommen am 28.11.2009, finden sich am selben Ort überwiegend solcherlei Bilder:

Handelt es sich hierbei um einen ästhetischen Paradigmenwechsel im Hamburger Speckgürtel? Oder wurde nur eine jugendliche durch eine kindliche Schmiererei ersetzt? Zu welcher Antwort man auch gelangt, sicher ist: “Die von der Reinigung klatschen Beifall” (Human Punx, Epilog)
Freitag, 16. Oktober 2009
Aus Lindenau lernen
Oft wird in der sogenannten Blogosphäre über die Geschichtslosigkeit derselben geklagt. Und es stimmt ja: Wo sind sie denn, die Postings, die einer technikaffinen, aber chronisch unter kurzen Aufmerksamkeitsspannen leidenden Generation Internet die Möglichkeit geben, aus der Geschichte Inspiration, Lehre und Werte zu ziehen? In einer Zeit, wo die staatlichen Erziehungsanstalten ganz offenbar ihrem Bildungsauftrag nicht mehr nachkommen wollen oder können und Jugendliche sich hauptsächlich mit Mord und Totschlag befassen, ohne dabei Zugriff auf den außerordentlichen Kenntnisschatz zu haben, den gerade die deutsche Geschichte zu diesem Thema bereithält, tut es not, abseits der Hektik der Tagespolitik den Blick auf diejenigen Ereignisse zu lenken, die den Weg einer Nation bestimmt haben und bis heute bestimmen. antimateur.org fühlt sich diesem Konzept, das sich ohne Angst vor Denkverboten zum urdeutschen Begriff der Bildung (der heute leider allzuoft mit “Ausbildung” gleichgesetzt wird) bekennt, seit jeher verbunden und wird daher in unregelmäßiger Folge an Ereignisse erinnern, aus denen wir im emphatischen Sinne lernen können – und lernen sollten.
Das erste dieser Ereignisse trug sich vor genau 196 Jahren zu und bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.
Donnerstag, 27. August 2009
Wo wir gerade bei Dokumentarfilmen sind:
Wenn Euch, Jungs und Mädels, der fabelhafte Film “Lange nach der Schlacht” vor den Kinosessel oder DVD-Player läuft, seht ihn Euch an. Das sind dreieinhalb gut angelegte Stunden, in denen Ihr nicht nur darüber staunen könnt, wie weit weg sich die 1990er Jahre anfühlen (es geht um den Abzug der sowjetischen Truppen von hier), sondern auch lernen werdet, dass Béla Tarr und Aki Kaurismäki ziemlich idyllenselige Kitschiers, Sowjet-Unterzögersdorf hingegen eine vergleichsweise dröge der Wirklichkeit abgeschaute Angelegenheit ist.
Dienstag, 4. August 2009
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Adolf Endler ist gestorben. Traurig. Eine der wenigen sympathischen Figuren im Literaturbetrieb hat das Feld den verbohrten Rechthabern und pathosübersättigten Dichterdichtern überlassen müssen.
Donnerstag, 4. Juni 2009
Die Stimme des Dichters
Kleine Freuden des Bibliotheksbenutzers: Aus einem Buch fiel unerwartet eine Art große Salzburg-Postkarte heraus.
Diese wiederum enthüllte, Multimedia 1959, bezaubernderweise etwas ganz besonders Auratisches.
Die Aufnahme ist von 1907, und Hofmannsthal schafft es, gleichzeitig wie der See-Elefant, wie Lothar Frohwein und wie ein netter Kerl zu klingen:
Manche freilich müssen drunten sterben,
Wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,
Andre wohnen bei dem Steuer droben,
kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.
Manche liegen immer mit schweren Gliedern
Bei den Wurzeln des verworrenen Lebens,
Andern sind die Stühle gerichtet
Bei den Sibyllen, den Königinnen,
Und da sitzen sie wie zu Hause,
Leichten Hauptes und leichter Hände.
Doch ein Schatten fällt von jenem Leben
In die anderen Leben hinüber,
Und die leichten sind an die schweren
Wie an Luft und Erde gebunden:
Ganz vergessener Völker Müdigkeiten
Kann ich nicht abtun von meinen Lidern,
Noch weghalten von der erschrockenen Seele
Stummes Niederfallen ferner Sterne.
Viele Geschicke weben neben dem meinen,
Durcheinander spielt sie alle das Dasein,
Und mein Teil ist mehr als dieses Lebens
Schlanke Flamme oder schmale Leier.
Freitag, 9. Januar 2009
Geschichte und Musik
Zeitungszeugen: Wenn wir von dem idiotischen Titel einmal absehen, eine hervorragende Idee. Historische Zeitungen verraten zwar keine Fakten, die man nicht anderswo besser nachlesen könnte, aber durch ihre kunterbunte Zusammenstellung (Schlagzeilen – Lokalteil – Werbung – Wetter – Kleinanzeigen – Reportage) erreichen sie ganz von selbst eine polyperspektivische, unhierarchische Sichtweise, die man sich in der Geisteswissenschaft erst mal erarbeiten musste. Wobei normalerweise nicht immer die Zeit und Motivation da ist, sich derlei Dokumente zu verschaffen (und wer schon einmal in einer Bibliothek den “Völkischen Beobachter” bestellt hat, weiß, dass es da zusätzlich eine gewisse Schwelle zu überschreiten gibt, die am Kiosk wegfällt). Also jekauft dit Ding. Und in der U-Bahn die “Reichsausgabe” der “Deutschen Allgemeinen Zeitung” vom 31. Januar 1933 gelesen, was einem spezielle Blicke einträgt, aber die Bereitschaft, so eine Reihe zu abonnieren, erstmal nicht schmälert. Dann aber die Ummantelung des Ganzen: Eine Katastrophe. Dass man Zeitungen wie “Der Angriff” mit Leitartikel des Herausgebers Dr. Goebbels nicht unkommentiert lassen kann, ist ja klar. Allerdings besteht der Kommentar aus einigen läppischen Seiten, die, wenn nicht “Prof. Dr. Wolfgang Benz” drunterstehen würde, ebensogut aus einem Schulbuch für die 5. Klasse hätten kommen können. Desweiteren haben wir eine Einführung in die Fraktur (was sicher richtig ist), die bei der Transkription eines kurzen Beispieltextes zwei Fehler macht. Wir haben eine Zeitungsauswahl, die (durch die Hereinnahme einer kommunistischen, einer Nazi- und einer Dazwischenzeitung) Ausgewogenheit suggeriert, als Zeitung der Mitte aber die schon erwähnte, sehr rechte “D.A.Z.” nimmt. Wir haben als Extra dieses Poster, das angesichts der thematischen Ausrichtung der Reihe für die nächsten Ausgaben faschistische Plakate erwarten lässt. Muss ich mir die dann alle aufhängen? Wir haben ein Abomodell (Vergünstigungen bei Abschluss bis zum 31. Januar), das haargenau dem Nazi-“Angriff” entnommen ist. Und wir haben einige Thesen zur Geschichtphilosophie, die für die erwünschte Diskussion Böses erahnen lassen:
Ich finde es wichtig, den Menschen die Geschichte des Landes nahe zu bringen und sie lebendig zu halten. Deshalb finde ich das Projekt sehr gut und hoffe, dass es alle Generationen erreicht.
sagt zum Beispiel Michael Stich, der gewohnt kontrovers argumentierende Citoyen erster Güte. Auch der mir persönlich unbekannte Björn Casapietra hat sich so seine Gedanken gemacht:
Geschichte ist wie Musik: Man muss sie erleben können, um sie zu begreifen. Zeitungszeugen macht deutsche Geschichte hautnah nachvollziehbar – ein wertvolles Projekt.
Geschichte ist wie Musik – das gibt dem Zeitungszeugen-Lesen in der U-Bahn, das vielen die iPod-Berieselung ersetzen wird, natürlich eine ganz andere Note.
Ich werde den Schwachsinn wohl leider weiterhin kaufen. Aber die “Zeitungszeugen”, die von durchaus namhaften Historikern unterstützt werden, lassen mich von meiner bisherigen Überzeugung Abstand nehmen, eine wissenschaftlich kommentierte, frei verkäufliche Ausgabe von “Mein Kampf” sei eine gute Sache. Der nächste, nein, nicht Hitler, der nächste Moritz Fürste kommt bestimmt. Und er wird etwas ähnliches sagen, wie es der “Hockey Champion” schon jetzt gesagt hat:
Ich finde, es ist eine innovative und interessante Idee. Gut zu lesen und anschaulich aufbereitet.
Montag, 8. September 2008
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Weil es weder Spiegelonline noch Netzeitung eine Meldung wert ist und obwohl ich nicht so ein schickes asciiarthaftes Kreuz produzieren kann:
Wendelin Schmidt-Dengler ist tot.
Mittwoch, 20. August 2008
Qualität
Neulich habe ich eine Schallplattenwaschmaschine im Internetauktionshaus gekauft. Zunächst war ich etwas unsicher, ob das Gerät denn auch meinen hohen Ansprüchen genügen würde, doch das änderte sich, als mein Blick auf dieses Qualitätssiegel fiel.
Wie sollten sich die Kriterien (wahrscheinlich: Grooveverstärkung, Bassboost und Erhöhung der mittleren Hitdichte) in den letzten 29 Jahren auch so verändert haben, dass dieses Urteil nicht bestehen bleiben könnte? 
Donnerstag, 12. Juni 2008
Älter werden
Ist wohl doch scheiße.
Früher=gut.
Heute= enttäuschend.
Da werde ich mir wohl keine Karte für die O2-World-Arena kaufen.
Donnerstag, 10. April 2008
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Sonntag, 6. April 2008
Rauchen am Arbeitsplatz
Als ich letztens das Hamburger Abendblatt vom Donnerstag, den 9. Mai 1996 las, stach mir die folgende Meldung ins Auge:
Montag, 25. Februar 2008
~~~V~~~
Das Schiff, das Eis, der Schiffbruch, die Fotos.
[via]

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