Heute mal eine andere Art von Verharmlosung, die weniger gemütlich daherkommt als die bisher hier zu bestaunende und zum Glück nicht von mir stammt, sondern vom Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf (der, falls das denn derselbe ist, schon als Autor der “TKKG”-Bücher nicht wirklich ein Händchen für Political Correctness hatte). Anlass ist der bevorstehende Besuch von Barack Obama in Weimar, der dort folgendes vorhat:
Der US-Präsident kommt vor allem deshalb nach Weimar, weil er die Gedenkstätte Buchenwald besuchen möchte. Das KZ Buchenwald mit seinen Außenlagern war das erste Lager, das die amerikanische Armee auf ihrem Vormarsch 1945 befreite. Die Bilder von Buchenwald haben die westlichen Vorstellungen von dem, was Nationalsozialismus bedeutet, bis heute geprägt. Barack Obamas Wunsch, Buchenwald zu sehen, hat auch einen persönlichen Hintergrund: Sein Großonkel Charlie Payne gehörte zur 3. US-Armee und war dabei, als am 6. April 1945 das Außenlager in Ohrdruf befeit wurde.
So weit, so gut, möchte man sagen: Wenn man auf seiner Deutschlandreise nur wenig Zeit hat, scheint das KZ in unmittelbarer Nähe zur Kultstätte des zu NS-Zeiten fröhlich weiterwurschtelnden Bildungsbürgertums ein ganz geeigneter Ort, um einen Eindruck von Land und Leuten zu bekommen. Das übliche “Wir haben doch von nichts gewusst” klang wohl von wenigen Orten so unglaubwürdig wie aus Weimar. Das hat auch dessen OB verstanden und geht beim Versuch, sein selbstverliebtes Kaff im Schwarzlicht der deutschen Geschichte mal so richtig glänzen zu lassen, entsprechend weniger verschämt, manche sagen unverschämt, vor:
Weimar freut sich riesig auf Präsident Barack Obama! Sein Besuch in Buchenwald und Weimar zeigt, welche unglaublich große Bedeutung Weimar in der ganzen Welt hat. An diesem Symbol- und Lernort der deutschen Geschichte kommt man einfach nicht vorbei!
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