Freitag, 18. Mai 2012
Aus (gestern) gegebenem Anlass
Mittwoch, 14. September 2011
Über und unter Minsk
Wie es aussieht, kann man mit dem notwendigen Mut und einer gewissen Dreistigkeit in der Hauptstadt der “vorletzten Diktatur Europas” (die letzte wäre der Vatikanstaat) hier und dort eindringen und diese unglaublichen Fotos machen. Chapeau.
Montag, 7. März 2011
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Wenn man (GOtt sey’s geklagt!) Tag für Tag mit von Feiglingen verfasster und daher einigermaßen thesenloser Literatur zu tun hat, muss jede Abweichung vom Prinzip der Vorsicht und Augewogenheit als attraktiv erscheinen, unabhängig von ihrer sachlichen Rechtfertigung. Deswegen ernenne ich nachträglich zum Buchtitel des Jahres 1834:
Soll die plattdeutsche Sprache gepflegt oder ausgerottet werden?
Gegen Ersteres und für Letzteres
von Ludolf Wienbarg.
Mittwoch, 3. November 2010
Land zwischen Polen und Russland (3): Das farbenprächtige Plakat
Und bröckelt mit der kalten Stadt im Monde;
Wenn Logik nicht im ethischen Konnex,
Nein, kategorisch wuchtet; Mangel an Aufschwung
Bejahung stänkert; Klammerung an Zahlen,
(Zumal wenn teilbar), Einbeinung in den Gang
Nach Krankenhaus, Fabrik, Registratur
Im Knie zu Hausbesitzverein; Geschlechtsbejahung,
Fortpflanzung, staatlichem Gemeinsystem
Ingrimmige Bekehrung, – Tröstet den Trambahngast
Allein das farbenprächtige Plakat.
Gottfried Benn
Obwohl es in diesem Hause gute Tradition ist, mit dem letzten Teil von Reiseberichten etwas zu warten, will ich meinen doch mal zu Ende schreiben, bevor mir Guido Westerwelle zuvorkommt.
Das weißrussische Plakat also. In seiner klassischen Form ist es eigentlich gar kein Plakat, weil der zu vermittelnde Inhalt es rechtfertigt, dauerhaftere Trägermaterialien zu verwenden:
Natürlich gibt es auch im heutigen weißrussischen Staat noch Ewigkeitswerte, wenn auch (das ist angesichts der ungemein schrecklichen Geschichte dieses Landes verständlich) weniger festliche, die außerdem in leicht bedrohlicher Weise ins Bild gesetzt werden:
Irgendwann kam dann hinsichtlich der Heldentaten des Volkes trotzdem Verwirrung auf: Welches Volk ist denn überhaupt gemeint? Das sowjetische, das russische, das weißrussische? Wohl schon in Anerkennung der Tatsache, dass die Antwort auf diese Frage historischen Veränderungen unterworfen ist, wich man hier auf leicht auszutauschende Plakate aus. Die dafür notwendigen Halterungen waren vorhanden, vielleicht weil Weißrussland in den frühen 90er Jahren deutlich westlicher orientiert war als heute und damals mehr Werbung gezeigt wurde.
Ich weiß nicht, wer diese Herrschaften sind; warum sie mir ihre Nationalität zurufen, kann man sich vorstellen. Idealerweise sollte beim Betrachter folgender Eindruck entstehen:
Spätestens hier wird deutlich, dass diese лозунги im Gegensatz zu ihrem steinernen Vorbild nicht mehr über eine qua Medium gegebene Bedeutsamkeit verfügen: Sie müssen sich ihre Aufmerksamkeit erkämpfen, und das Ausrufezeichen wird zur Pflicht (s.a.). Wichtig ist natürlich, dass bei soviel nation-building der Spaß nicht zu kurz kommt. Gottseidank hat sich auch bei den zuständigen Stellen die Erkenntnis durchgesetzt, dass pädagogischer Wert und Humor einander nicht ausschließen müssen.
Übrigens spiegelt sich in diesem Plakat die “Национальная Школа Красоты” – die “Nationale Schule der Schönheit”. Die wäre mir einen eigenen Eintrag wert, wenn ich wüsste, worum es sich dabei handelt. So muss sie hier mit rein.
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Land zwischen Polen und Russland (2): Один плюс один
Eins plus eins, behauptet Godard in seinem gleichnamigen Film, müsse nicht unbedingt zwei sein: Wenn man die Rolling Stones dabei filmt, wie sie “Sympathy for the Devil” proben, und einige ziemlich irre Spielfilmszenen mit ziemlich irren Revolutionären dazufügt, ergibt das nicht einfach “Rolling Stones + Revolutionäre”, sondern ein umfassendes Bild einer revolutionären Zeit (1968). Dass eins und eins auch sehr viel weniger als zwei sein kann, beweisen in Deutschland der gleichnamige Telefonanbieter, in Weißrussland die Hersteller einer DVD mit Godards Film. Zur ohnehin chaotischen Original-Tonspur hat man die Übersetzung addiert, was am Anfang noch ganz charmant ist:
Später stellt sich eine gewisse Verärgerung ein, wenn das wohlbekannte Lied mit Sprechgesang ergänzt wird:
Schon klar, dass diese nervtötende Art der Synchronisation in russischsprachigen Ländern gang und gäbe ist, aber hätte man nicht wenigstens auf der DVD die Möglichkeit vorsehen können, den Kram abzuschalten? Hätte nicht der Direktor der charmanten Galerie, der auf der Verpackung für die Rechtmäßigkeit dieser ziemlich offensichtlichen Raubkopie bürgt (soviel Ordnung muss sein in einem Land, das sich komplett im Würgegriff der Bürokratie befindet), dafür sorgen können, ja müssen?
Aber natürlich bleibt es nicht bei dieser kolonialherrenhaften Indigniertheit. Zum einen sind Mick und Keith nicht so kreativ, dass sich am Text was ändern würde, sodass er bei der vierten Probe nicht mehr eingesprochen werden muss, zum anderen wächst einem der charmante Sprecher mehr und mehr ans Herz: Er kämpft mit der ungeheuren Textmenge, verhaspelt sich, lässt ganz offensichtlich Passagen weg und deutet subtil an, dass er den ganzen Unsinn, den die Sprecher da von sich geben, auch nicht besser nachvollziehen kann als der Zuschauer.
Und es ist wirklich unglaublicher Unsinn, der da zum Teil gesprochen wird. Zum Schluss ist man also ganz froh, vor dieser Kinderkrankheit im Kommunismus einigermaßen akkustisch geschützt worden zu sein und gleichzeitig einen neuen, fürsorglichen Freund gewonnen zu haben. Somit hat selbst die sagenhaft anspruchsvoll sortierte Film-Ecke der sich sagenhaft oppositionell gebenden Galerie ihren Beitrag zum inneren Frieden geleistet.
Montag, 20. September 2010
Land zwischen Polen und Russland (1): Minsk bleibt Minsk, wie es singt und lacht
День города (Tag der Stadt). Ganz Minsk versinkt in Fähnchen. Das Festprogramm ist eher mau, aber im Gorkij-Kinderpark gibt es Spaß für Groß...
und Klein.
Freitag, 27. August 2010
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Gut, Deutschland ist nicht Russland, und heftiger Regen in Teilen des Südens des Landkreises Osnabrück ist nicht vergleichbar mit abgebrannten Dörfern und radioaktiv verseuchten Wäldern usw. Trotzdem: Das ist die langweiligste Naturkatastrophen-Fotostrecke, die ich überhaupt je gesehen habe. Ein Jammer, dass man die fünf im Treibsand jämmerlich krepierten Feuerwehrleute aus medienhistorischen Gründen (s.u.) nicht bringen konnte, denn so blieb nur der Kollege, der im Untergeschoss eines Hotels ein Bett auf Funktionsfähigkeit überprüft. Faszinierend aber: Die Tatsache, dass die Wasseroberfläche völlig glatt ist, zeigt seine Arbeitsgeschwindigkeit an. Ich sehe die Schlagzeile in einer Woche schon vor mir:
Tief Cathleen: Aufräumarbeiten dauern an!
Donnerstag, 26. August 2010
Treibsand
Ganz wunderbarer Artikel. Zunächst denkt man: “Ach, diese amerikanischen Nerds mit ihren lustigen kleinen Ideen”, dann kommt eine kulturwissenschaftliche Beweisführung, die sich gewaschen hat.
Sonntag, 30. Mai 2010
Nicht vergessen:
Samstag, 24. April 2010
Szene einer Ehe
Am Flohmarktstand. ER hält ein undefinierbares Etwas aus Lederriemen hoch:
“Kiek ma, hier is n Maulkorb für Dich.”
SIE: “Brauch ick nich.”
Samstag, 4. Juli 2009
This is it
Die erste Welle der Nachrufe und der Trauerarbeit (auch hier) ebbt langsam ab, aber immer neue Videos tauchen auf, die die letzten Tage Michael Jacksons und die Vorbereitung auf seine Konzerte in London dokumentieren. Heute habe ich ein Filmchen gefunden, dass uns Zynikern hier eine Steilvorlage und den anderen ein mundgerechtes Häppchen der ewig traurigen Geschichte von großen Träumen und ihrem jähen Ende bietet. Mein Kumpel Olli würde das, was die Tänzer wohl gerade durchmachen, “Abfuck” nennen. Eigentlich können alle froh sein, dass uns diese Casting-Show erspart blieb.
Samstag, 27. Juni 2009
Auch hier
soll dem verstorbenen King of Pop gedacht werden.
Dienstag, 9. Juni 2009
Stil Ikonen
Manche musikalischen Höhepunkte sind mir in meiner Jugend entgangen…
Grund genug dieses neulich erst entdeckte Video mit Euch zu teilen!
Man achte besonders auf:
- Gesamtarrangement – Kleidung – Choreografie
Freitag, 22. Mai 2009
W.d.S.-V. (1)
Der real existierende Sozialismus hat es derzeit nicht leicht: Anlässlich von 100 Jahren BRD und 50 Jahren Wende wird uns sein Scheitern täglich vor Augen geführt, seine Kunst wird schändlich verschwiegen und die Tatsache, dass seine Schergen unseren guten Benno Ohnesorg auf dem Gewissen haben, macht ihn vollends zum bad guy.
Aus Trotz rufe ich daher zur Woche der Sozialismus-Verharmlosung auf und eröffne diese mit einem Video, das allen Totalitarismustheoretikern den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte:
[via b3ta]
Sonntag, 10. Mai 2009
I want to break free, It's easy if you try
Dieses Video möchte ich Euch auf keinen Fall vorenthalten!
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