Samstag, 28. Mai 2011
...und dazu einen Gurkensalat
Donnerstag, 17. Februar 2011
Herrn Pastorensohn sien Peer
Ló and behold: Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber für das neueste, tendenziell merkwürdige Werk des großen Béla Tarr gibt es tatsächlich noch Karten. Vielleicht wissen die zuhausebleibenden Leute mehr als ich, aber vorerst möchte ich das doch allen Berlinerinnen und Berlinern ans tierfreundliche Herz legen.
Mittwoch, 7. April 2010
Das letzte Wort zur Hegemann-Debatte...
...ist hier zu hören. Trotz einer gewissen Airen-Lastigkeit (Mexiko!) werden einige Fehler vermieden, die zum Scheitern des Hegemannschen Projekts führten: Selbst wenn es der Literaturwissenschaft gelingen sollte, ein Plagiat nachzuweisen, ist der Collage-Charakter des Werks auch für verbohrteste Interpreten nicht zu übersehen. Außerdem wird der Tatsache Rechnung getragen, dass bei Hegemann die Kombination aus avantgardistischer Form (Kinderfickdrogengroßstadtroman) und Inhalt (seltener Lurch) das Lesepublikum überfordern musste. Daher bedient man sich hier, wie bei diesem verwandten, auf Empirie setzenden Projekt, einer ansprechenderen Präsentationsform: Die bereits bestens eingeführte Musical-Form trägt zur Vermittlung des – deswegen nicht minder schleimigen – Gehalts bei, anstatt sie zu erschweren.
Freitag, 19. März 2010
Wo wir schon bei Hitchcock sind:
Sonntag, 28. Februar 2010
Bestiarium
Die Walton-Ford-Ausstellung im Hamburger Bahnhof ist unfassbar gut. Vier Euro Eintritt bezahlt, 20 eigentlich nicht vorhandene €-s in Devotionalien angelegt (hier hat die Postkartenindustrie ausnahmsweise mal nicht gepennt).
Zur Erbauung noch einige mitgehörte Gesprächsfetzen einer direkt aus der Hölle des Kunstbetriebs entwichenen Kleinfamilie (Er: Mitte vierzig, hinsichtlich von Brille und Frisur an Boris Groys orientiert, aber mit einer ekelhaften Ich-kauf-meinen-Tweed-doch-nicht-bei-Krethi-und-Plethi-Geschmeidigkeit gekleidet; Sie: Ende zwanzig, ganz und gar nicht unhübsch, jedoch im Lolita-Teutonica-Look mit langen, straffen Zöpfen, groteskem Makeup, knappem Irgendwas aus braunem, schwerem Stoff; Es: Prinzesschen, um die vier).
Prinzesschen: Papa, was ist das?
Boris: Das ist ein brennender Baum. Und (begeistert) guck mal, da sitzen ja noch Bären drin!
Prinzesschen: Wo?
Boris: (zeigt genauer) Da, schau mal, zwei kleine Bären.
Prinzesschen: Ooh, was machen die da?
Boris: Die, äh, sind da wohl hochgeflüchtet. Aber jetzt werden sie wohl verbrennen.
Prinzesschen: Mama, was ist das?
Lolita: Das ist ein Pfau! Guck mal, der hat ein besonders schönes Gefieder!
(nach einer Pause) Nur, dass es jetzt brennt…
Montag, 13. Juli 2009
Michael Jackson Beitrag (verspätet)
Ich möchte nicht der einzige Blogger ohne Beitrag zu Michael Jackson in diesen Tagen sein und bleiben. Also, bitteschön:
Montag, 25. Mai 2009
W. d. S.-V. (3)
Als dritter Teil der Sozialismusverharmlosungswoche ein Blick über den, äh, Teller-Rand, nach Stralau. Dass die DDR die besseren Kinderbücher hatte, bezweifelt ja auch glaube ich niemand. Selbst in meiner von allem Östlichen weitgehend isolierten Kindheit war das common sense.
Dienstag, 28. April 2009
Beispiel für keine Gefangenen machen
Man muss wirklich neidlos anerkennen, dass der spanische Fußball im Vergleich zur Bundesliga um Längen besser ist:
Mittwoch, 12. November 2008
Veranlagt sein
Ulf, der heutige Koch bei “Das perfekte Dinner”, kauft Eier nicht aus Käfig-, sondern aus Freilandhaltung, weil er
humanitär zu Hühnern veranlagtist.
Montag, 15. September 2008
Falscher Freund
Der vielleicht spektakulärste wollschlägersche Übersetzungsunfall habe sich nicht bei Chandler und auch nicht im »Ulysses« ereignet, sondern in einer Rezension einer Neuausgabe des »Muret-Sanders«, dem englisch-deutschen Wörterbuch schlechthin. In diesem Textchen von 1982, das Wollschläger selbstverständlich – ein Hans Wollschläger schrieb grundsätzlich nie nur fürs Brot, sondern immer für die Ewigkeit – in die noch von ihm selbst begonnene Reihe seiner Schriften aufgenommen hat, stößt man auf dieses komische Juwel:»Warum aber findet er« – der Wörterbuchbenutzer – »bei ›Masturbation‹ nur das steife masturbation und onanism – und nicht auch das durchaus verbreitete, durch Volkswitzigkeit sogar dem Landesbischof erträglich gemachte fist-fucking? Zweifellos: hier hat das Über-Ich der Bearbeiter ungebeten mitgewirkt, und das hätte, so um 1977, nicht mehr sein müssen.«
Das Über-Ich der Wörterbuchbearbeiter konnte halt einfach besser Englisch als das Ich-Ich-Ich von Hans Wollschläger. Und der Landesbischof griff, jede Wette, zum Erträglichmachen nicht zur Volkswitzigkeit, sondern, wie jeder andere auch, zur Vaseline.
Da wäre man doch gern mal dabeigewesen, wenn es den großen Schriftsteller, Organisten, Übersetzer, Karl-May-Herausgeber etc. nach einer Handentspannung verlangt und er bei einer entsprechenden Dienstleisterin ein fist-fucking geordert hätte. Er hätte sich anschließend nicht nur über den gesalzenen Preis gewundert.
(von hier, via mad)
Freitag, 29. August 2008
count(heileWelten) - 1
Update: Ich hatte den Diät-Skandal um Kiwi ganz vergessen. Diese Welt war ja schon kaputt.
Mittwoch, 7. Mai 2008
Wiese
Sonntag, 2. März 2008
Good Night and Good Luck
In der angenehmen Charlottenburger Kneipe, einem Refugium für in nicht ganz so viel Würde gealterte Hippies, neuerdings zum Raucher-Club aufgewertet, sitzt neben mir an der Bar ein Mann um die fünfzig. Er ist vielleicht blind, denke ich, jedenfalls hält er die Augen krampfhaft geschlossen und nimmt von niemandem Notiz außer dem Wirt, von dem er gelegentlich neuen Schnaps fordert und auch bekommt. Normalerweise sind die in nicht ganz so viel Würde gealterten Hippies immer recht kommunikativ, aber mein unablässig marlbororauchender Nachbar möchte sich ganz sicher nicht unterhalten. Ohne preiszugeben, an wen er sich richtet, sagt er immer nur zwei Sätze in einem ziemlich aggressiven Tonfall: Zuerst “Das Leben könnte so einfach sein”. Dann, wenn man gerade die Hoffnung aufgegeben hat, eine weitere Erläuterung zu diesem ja doch recht weitreichenden Satz zu bekommen: “Ick glaub, mein Schwein schielt”. Dann wieder von vorne. Zwischendurch wird er durch die Musik zu recht gewagten und auch nicht unvirtuosen Trommelsoli auf der Theke angeregt. All das ändert sich, als ein schrecklicher Song aufgelegt wird, in dem das Wort “Eisbär” vorkommt (nicht der NDW-Klassiker, sondern etwas reggaemäßiges): Mitten im Satz (es war der mit dem Schwein) bricht er ab, um im Folgenden rhythmisch “Knut! Knut! Knut!” zu skandieren, während hinter ihm die bekloppte psychedelische Beleuchtung rote Kringel in den verqualmten Raum projiziert.
Freitag, 4. Januar 2008
Wissenschaft im Netz
Es ist hochlöblich, dass sich auch die sogenannte Blogosphäre nicht mehr zu schade ist, sich mit der Frage der Ernährungsgewohnheiten des Sprudelfurzpinguins auseinanderzusetzen. Leider fehlt in der gesamten bisherigen Debatte der Hinweis auf die bahnbrechende Arbeit von Röttgers und Kamp, die, wenngleich an entlegender Stelle erschienen (Karl Röttgers, Jürgen Kamp: Die Veränderung menschlicher Ernährungsgewohnheiten und ihr Einfluß auf die Populationen von Eierliköreule, Käseigeligel und Sprudelfurzpinguin. In: Richter, Stamm, Konecny (Hrsg.): Schnucki, das kleine Eichhörnchen. Meckelfeld 2002), ein für allemal mit liebgewordenen Mythen wie der (weitgehend obsoleten) Toast-Hawaii-Fixierung von Aptenodytes kondrauer aufräumt. Man muss den Kollegen, die über diese Studie hinwegsehen, wohl entweder äußerst schlampige Recherche unterstellen oder aber von einem verstockten Essentialismus ausgehen, der ihren Ausführungen zugrundeliegt. Ich weiß nicht, was von beiden gerade auf einem so verbittert umkämpften Terrain wie der Sprudelfurzpinguinforschung fataler wäre; so bleibt zunächst nur der schale Nachgeschmack einer verschenkten Chance.
Dienstag, 20. November 2007
Ja!
Es ist wahrlich Zeit, dass die Wissenschaft aus ihrem Elfenbeinturm herauskommt! Eine noch zu erstellende (und zu fördernde!) Studie zu diesem Thema könnte zwar ergeben, dass alleine die Auswahl eines peppigen Titelbilds für die Diss. noch nicht ausreicht, aber immerhin: Es ist ein Anfang!
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