Mein persönlicher Preis für den bescheuertsten Untertitel geht an Weißrußland – Land zwischen Polen und Rußland. Ich bin schon sehr gespannt auf die Folgebände “Die Ukraine – noch so ein komisches Land zwischen Polen und Russland” sowie “Litauen – früher zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, jetzt auch zwischen Polen und Russland”. Vorsichtshalber möchte ich aber für mein eigenes Projekt, an dem ich seit Ewigkeiten arbeite, schon mal Titelschutz anmelden, damit mir da niemand zuvorkommt: “Nordkorea – Land nördlich von Südkorea”.
Freitag, 3. September 2010
Erdkundeclub (II)
Freitag, 21. Mai 2010
Die Jungs vom Erdkundeclub
Montag, 29. März 2010
Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meines Industriegebiets
Wie lange mussten wir Creativen leiden: Das, was wir machen, hieß es auf so mancher Weltverbesserer-Party, sei so sinnlos, habe gar keinen impact auf das real life. Nun, es empfiehlt sich ein Blick nach Holland, wo sich die Realität ganz erheblich unseren Worthülsen angepasst hat. Auch andere gesellschaftliche Gruppen wie Systemadministratoren oder, äh, Äpfel müssten sich dort wohlfühlen.
(Falls allen außer mir bekannt ist, dass es sich bei der Stadt Duiven um eine Erfindung von z.B. Christoph Niemann handelt, sagt Bescheid, dann lösche ich den Kram hier oder verlege ihn mit Pauken und Trompeten in den Nachbarort)
Freitag, 7. August 2009
Meine Stuttgart-Trilogie, Erster Teil
Dienstag, 3. März 2009
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Zur Vorbereitung auf die bald anstehende Reise habe ich schon einmal Lektüre eingekauft, die einerseits zwei 24-stündige Zugfahrten erträglich machen, andererseits, so viel Bildungsbürgertum muss sein, über Mentalität, Kultur und Literatur des bereisten Landes (das ich in diesem Fall sehr großzügig ausgelegt habe) Auskunft geben soll. Ein Buch wurde mehr in Hinsicht auf Aspekt 1, das andere mehr wegen Aspekt 2 ausgewählt. Schon die Autorenfotos machen deutlich (oder legen zumindest nahe), dass sich der dortige Literaturbetrieb von dem hiesigen doch signifikant unterscheidet:
Dem Buch von Autor 1 ist im Übrigen ein Glossar beigegeben, das neben lokalen Gebäuden und Ortsnamen nahezu ausschließlich verschiedenste Schnellfeuerwaffen aufführt. Ich bin gespannt.
Freitag, 9. Januar 2009
Ermutigung
Donnerstag, 13. November 2008
Marbach by numbers
1. Der weitgehend verdolte Strenzelbach.
2. Die unechte Teilortswahl; das Prinzip der u.T.
Freitag, 28. März 2008
Us & Them (II)
(Ernst Krüger: Heimat am Pruth. Erinnerungen an Mariental, Bessarabien. Mit Beiträgen von Albert Wutzke, Eduard Klotzbücher und Emmanuel Krämer. Salzgitter 1990)
Us & Them (I)
(Heimatbuch der Bessarabiendeutschen. Im Auftrage des Hilfskomitees der evangelisch-lutherischen Kirche aus Bessarabien e.V. Hannover und der Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen e.V. Stuttgart bearbeitet und herausgegeben von Pastor Albert Kern. Hannover 1976)
Sonntag, 24. Februar 2008
Zugfahrten durch die Mark Brandenburg
Neuruppin ist ein schmuckes Städtchen, über das man nicht viele Worte verlieren muss, weil alles noch genauso ist wie im Fontane. Lediglich die Anreisemodalitäten haben sich etwas verändert: S 25 bis Hennigsdorf, dann eine halbe Stunde mit der Regionalbahn. Versäumen Sie es unter keinen Umständen, das Stadtmuseum (August-Bebel-Straße 14-15) zu besuchen, das genauso ist, wie ein Kleinstadtmuseum sein sollte: Kleine hübsch gestaltete Räume direkt aus dem 19. Jahrhundert, Ausstellungstexte direkt aus der DDR, eine aufgrund der unverhofften Anwesenheit “junger Leute” ausgesprochen freundliche Museumswärterin. Die Militärlokalhistoriker bzw. Lokalmilitärhistoriker im Obergeschoß ignorieren Sie einfach (seien wir ehrlich: Wo passen solche Leute hin, wenn nicht nach Neuruppin?). Wenn Sie nach der Entrichtung des Eintrittspreises noch etwas Geld übrig haben, zögern Sie nicht, es in den merkwürdigen Kasten im Treppenhaus zu schmeißen: Er wird sich als wunderbar vielstimmige, über eine schallplattengroße Blechscheibe mit Daten versorgte Spieluhr erweisen. Staunen Sie über die zahlreichen “Neuruppiner Bilderbögen”: Bunte Einblattdrucke aus dem 19. Jahrhundert sind das, die wohl zu trivial sind, um in der Fachwelt dieselbe Begeisterung hervorzurufen wie ihre Vorfahren aus der Frühen Neuzeit, aber mal ehrlich, gehören Sie zur Fachwelt? Eben. Sie werden Ihre Freude haben an den gereimten und ungereimten Albernheiten, Abzählreimen, Brettspielen, Schauergeschichten, Sexismen, Militaria und Anziehpuppen. Kaufen Sie einige Postkarten, damit Sie das 19. Jahrhundert in seiner biederen Gemütlichkeit auch mit nach Hause nehmen können. Schämen Sie sich nicht für ihr neu erwachtes Interesse am “alten Fritz”, das ist hier eben so! Schlendern Sie noch ein wenig durch den winzigen Rest Altstadt, der nicht beim großen Brand von 1787 vernichtet wurde. Nach einigen Stunden Neuruppin werden Sie das Gefühl haben, wirklich alles gesehen zu haben; machen Sie sich dann direkt auf zum Bahnhof (Sie können auf dem Weg dahin im “Russisch-deutschen Laden” noch allerhand Süßzeug für die Fahrt erwerben). Darüber nachdenken, was eigentlich die Bewohner dieses Preußenidylls den ganzen Tag lang so machen, können Sie auch noch im Zug.
Donnerstag, 17. Januar 2008
The way we walk
“Für den Weg vom S-Bahnhof zur F.-Straße brauchen Sie im scharfen Stechschritt zehn Minuten.”
Dienstag, 27. November 2007
Richtigstellung
Mittwoch, 21. November 2007
Darmstadt
Das (auch touristische) Zentrum der Stadt bildet ein kleiner See, in dessen Mitte sich ein höchst aktiver Vulkan befindet. Er bricht alle 30 Minuten aus, was alle Häuser in der Innenstadt ins Wanken bringt, und erzeugt eine Fontäne von (glücklicherweise nur) heißem Wasser. Um den See und den Vulkan haben die Darmstädter ein apartes Gebäude errichtet, das touristische und medizinische Funktionen vereint. Die Decke ist etwas zu niedrig, sodass sie bei den Ausbrüchen von der Fontäne erreicht wird. Aus diesem Grund ist dort der Putz abgebröckelt; das einzige Manko des ansonsten sauber und freundlich wirkenden Gebäudes. Direkt neben dem Vulkan befindet sich der Eingang zu einer berühmten Grotte. Wer dorthin will, muss sich einfach in ein Loch im Boden fallen lassen. Die Verwaltung der liberalen Stadt verbietet es niemandem, dies zu tun; sie ermuntert aber auch ausdrücklich nicht dazu, da in der Grotte eine nur hier heimische Spezies der Grottenmotten lebt.
Sonntag, 2. September 2007
Charlotte (16): Bautzen statt Balaton - so überstand ich den Ungarn-Knast
die deutsches Land so oft aus Osten traf?
In fernster Mark hießt Weib und Kind ihr beten:
“Herr Gott, bewahr uns vor der Ungarn Wut!”
Derzeit ist ja allerorten zu lesen, dass in Ungarn Hakenkreuz, Pfeilkreuz und der rote fünfzackige Stern verboten sind. Als ob das irgendetwas erklären würde. Wenn die ungarische Polizei dieses Verbot auch durchsetzt, bleibt völlig unklar, warum man nicht jeden Tag in den Zeitungen vom Schicksal der 16-jährigen Mädels lesen kann, die nichtsahnend mit ihrem dunkelblauen Shirt mit rotem Stern die Grenze überqueren. Noch in Hegyeshalom oder Rajka wird ihnen von grimmigen Grenzern der iPod aus dem Ohr gerissen: Ohne Manu Chao müssen Sie dann vor einem Militärtribunal aussagen (natürlich nur auf ungarisch) und werden anschließend in den finstersten magyarischen Bau verfrachtet, wo sie dann lange auf die Intervention durch das auswärtige Amt warten. Wo ist die Bildzeitung, wenn man sie braucht?
Sonntag, 19. August 2007
Aus meinem Leben (Teil 2)
Sie: Junger Mann, warten Sie mal! Ihr Autokennzeichen (sie schaut noch einmal nach), OH, was bedeutet denn das?
Ich: Das bedeutet “Ostholstein”.
Sie (als wäre ihr einiges klargeworden): Aaaah ja…
Ich: Das ist so Fehmarn und die Ecke.
Sie: Sieht man ja nicht so häufig hier in Berlin. Ist ja auch ein Stück weg.
Ich: Ich bin aber auch nicht von da, das ist nur ein Firmenwagen.
Sie: Ach, Sie sind also aus Berlin?
Ich: Ja genau, nur die Firma ist von da.
Sie (nach einigem Nachdenken): Najaaa, macht ja nichts, macht ja nichts, kann ja nicht jeder aus, äh (ein weiterer Blick aufs Kennzeichen), OH sein.

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