Wie lautet die Steigerungsform der
Beleidigung verbalen Herausforderung “Du Sohn einer Nutte!”? Etwa: “Du Sohn einer Nutte, die selber schon Tochter einer Nutte ist!”? Dieser Frage wird sich ein Großteil der Hip-Hop-Crews, die sich auf
“Rap City Berlin”, diesem umfassenden Überblick der Berliner Rapszene, präsentieren, schon bald stellen müssen. Schließlich zieht spätestens die fünfte Clique, die ihre Rapgegner als Hurensöhne bezeichnet – im übrigen die denkbar schlechteste Beleidigung für den eigenen Bruder -, nicht mehr die Wurst vom Teller.
Viel interessanter ist da der Begriff “Atze”, von dem
MC Bogy drei ebenso überzeugende wie unverständliche Definitionen abliefert, die mit eigenen Worten wiederzugeben, mir unmöglich ist. An dieser Stelle sei nur soviel verraten, dass es sich nicht um ein
Musiktheater für Kinder handelt, dass durchaus Millionen davon mit einem down sein können, und dass viele
die Zulassung für ihre Karre im
Landkreis Anhalt-Zerbst beantragt haben oder gleich ganz dahin gezogen sind, weil ihnen in Berlin der Boden unter den Füßen zu heiß geworden ist.
Doch irgendwann ist der letzte Rest des Atzenpulvers verschossen, man kennt
jedes Label, jeden Künstler, jedes Lied und hat die Faxen so richtig dicke von MC Muschi, dem Katzenkeeper, und all den anderen besten Rappern, Gangstas (erfordert mehr als schlappe fünf Wochen U-Haft) und
Pörnchen-Produzenten.
Das ist der Zeitpunkt, an dem man zu YouTube switchen und sich die in mundgerechte Häppchen aufgeteilte Dokumentation “And You Don’t Stop: 30 Years Of Hip Hop” zu Gemüte führen sollte, solange diese noch nicht gelöscht wurde. Und obwohl ich bisher lediglich zweieinhalb Folgen gesehen habe, lässt sich schon ein erster großer Unterschied zu “Rap City Berlin” ausmachen: Die zu Wort kommenden Personen besitzen eine klare, deutliche Aussprache.
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