muss gerade wieder Laufen lernen
Dienstag, 13. Dezember 2011
Zu viel Zeit III
Montag, 23. Mai 2011
Ich fahr nach Hamburg und hau die
Einmal gelobt und schon denken die Elitejournalisten vom Hamburger Hafen, sie könnten völlig frei drehen. Langweiliges Thema (zum drüber schreiben, versteht sich), saublödes Titelbild (was machen wir, wenn die Frauen in den Chefetagen loslegen?) und das A-Wort im Untertitel.
Freitag, 29. Januar 2010
Landser-Kater
Es ist wahrscheinlich eine bloße handwerkliche Finesse, die Fachfremde irritiert, aber von Veteranen der schreibenden Zunft lediglich zur Kenntnis genommen wird. Da ich der ersten Gruppe angehöre, stolperte ich eben über folgenden Ausschnitt:
Einen Tag, nachdem der britische Flugzeugträger “HMS Ark Royal” von einem deutschen U-Boot torpediert worden war, wurde das letzte Besatzungsmitglied aus dem Wasser gefischt. Am 13. November 1941 hatte U 81 vor Gibraltar zugeschlagen, die Mannschaft des getroffenen Trägers war sofort evakuiert worden. Am Tag darauf sollte die “Ark Royal” in den nächsten Hafen geschleppt werden, doch sie rollte sich auf die Seite und sank. Zurückblieben nur im Wasser treibende Wrackteile – und ein triefnasser Kater.
Wussten die deutschen Landser vom Holocaust? Ja, sagt Annette Schücking-Homeyer, die als Rot-Kreuz-Helferin hinter der Ostfront arbeitete. Über den Judenmord sei offen gesprochen worden.
Er klammerte sich, “verärgert, aber weitgehend unverletzt” an ein Holzstück. Ein britischer Marinesoldat entdeckte das Tier, als er von einem der zur Rettung herbeigeeilten Schiffe auf das Wasser hinunterblickte. Die tropfende Katze wurde an Bord der “HMS Legion” gehievt. Dort strich bereits eine Tigerkatze umher, die bereits während der Evakuierung “in den Armen eines königlichen Marineinfanteristen” das Schiff gewechselt hatte.
(http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/6001/schiff_versenkt_kater_am_leben.html)
Oder muss in jedem Artikel, der sich – wie auch immer – dem Zweiten Weltkrieg widmet, der Frage nachgegangen werden, wer wieviel über den Holocaust wusste? Die S-Bahn wird auch in den kommenden Monaten nur nach einem Notfahrplan fahren.
Kann ja auch sein, dass die Artikel bei Spiegel-Online weitgehend automatisiert zusammengestellt werden. Viele Autoren erstellen Datenbankeinträge (Sätze oder Absätze), versehen sie mit Schlagworten (2. Weltkrieg, Nazis, England, Katze) und dann muss nur noch ein Praktikant auf “Artikel senden” klicken. Oder so.
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Hinweis
Am Mittwoch, dem 16. Dezember, 9 Uhr abends, spielen Borbetomagus im weiter unten schon erwähnten Raum 18.
Ich erwähne das hier nur, um 1. dem Verfasser des Raum-18-Beitrags für sein feines, kleines Filmchen zu danken (“gut fotografiert”, könnte man sagen, konnte das aber nicht, weil die Kommentare gesperrt waren), und um 2. einen Anlass für das Posten dieses Bildes zu haben, das ich neulich irgendwo (ich glaube, hier) fand:
Kommt alle. Das wird sicher gut.
Samstag, 28. November 2009
Preisfrage:
Wieviele Gitarren befinden sich in diesem Fernsehstudio?
Dienstag, 17. November 2009
Picknick das System
Gut, vielleicht entpuppt man sich als Pedant, wenn man Produkte wie dieses:
auf ihren textlichen Gehalt hin hört. Der Titel stammt sicher nicht von Walther von der Vogelweide, und die Interpreten Rita Straps, Reiner Maco, Arno Zwickel und “die bekannte Gummiband” sehen sich möglicherweise nicht in der Tradition nachdenklicher Liedermacher oder empfindsamer Poeten. Was man allerdings erwarten durfte, nachdem man die für einen Euro erstandene Kassette mit zitternden Fingern in die allseits bereite Öffnung des Autoradios geschoben hatte (die auf das Cover gedruckte Aufforderung “drauflegen und mitmachen!” richtet sich wohl eher an die glücklichen Besitzer der LP-Version und verliert bei der MC etwas an knisternder Zweideutigkeit), ist so etwas wie Sex. Gerne hätte man sich von primitiver Derbheit oder in Musik gegossener Obszönität schocken lassen; auch die eine oder andere sexistische Pointe hätte man gerne über sich ergehen lassen oder gar – bei entsprechender Qualität – in den eigenen Wortschatz übernommen. Von all dem kann nun beim sexy-Picknick keine Rede sein, denn: Es geht überhaupt nicht um Sex. Die einzigen Körperteile, die ausgiebig zum Einsatz kommen, sind die Augen, die zum unablässigen Zwinkern gebraucht werden, und die animalische Enthemmung des Geschlechtsakts weicht einer schwer zu ertragenen Angespanntheit, die dem offenkundigen Samenstau mit dem Ausstoßen allerlei handverlesener Ressentiments begegnen will. Ob Schwule (“Ich bin der Detlef aus Calais” – zwinker, zwinker), Amerikaner (denen in einer Art lustvoller Triebverdrängung die etwas anzüglicheren Zeilen von “Muß i denn zum Mägdele hinaus” in den Mund gelegt werden – ist eben doch ein Tier, der GI) oder natürlich die Weiber – hier ist für jede Angstphantasie des verklemmten Mannes was dabei. Ein durchgehender Schunkelbeat mit vielen Bumsfalleras und Hoppsassas trägt einen ohne viel Federlesens durch diese schwitzige Hölle, die natürlich auch eine des Wortspiels ist: Soviel Picknicken (für die ganz Unschuldigen: Es reimt sich auf ficken – zwinker, zwinker) war selten in deutschen Wäldern.
Bei aller Besorgnis über die Pornowelle, die gegenwärtig schon zehn-, achwas dreijährige Kinder zu Experten in Sachen Gruppensex macht: Angesichts dieser Picknicker, die von ihr hoffentlich hinweggefegt und -gefickt wurden, wird sie zur historischen Notwendigkeit.
Sonntag, 16. August 2009
Glanz und Elend
Glanz:
Ja, ich weiß, man hätte sich etwas Eleganteres einfallen lassen können, um diese musikalischen Elemente miteinander zu verbinden. Vielleicht ist Irving Fields sogar (Salon-)Kommunist. Aber es ist spät, zu spät für Medientheorie.
Montag, 13. Juli 2009
Konzertmitschnitte
Dieses hier für Dich, ja_be, der Du nicht dabei sein konntest: Konzertmitschnitte von Omar Suleyman und Group Doueh am 13.06.2009 im Festsaal Kreuzberg in Berlin.
Samstag, 6. September 2008
Jerry Reed († )
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Mittwoch, 9. Juli 2008
Fader again
Als ich mir vor einiger Zeit zum ersten Mal die Website des Musikmagazins The FADER angeschaut habe, bin ich an dieser Stelle schnell zu dem Ergebnis gelangt, dass das nicht meine Baustelle ist: Wer alle Inhalte so auswählt, hinbiegt und präsentiert, dass stylish deren vorrangige Eigenschaft zu sein scheint, der kann mein Herz nicht gewinnen.
Auf den zweiten Blick fällt mir jetzt allerdings auf, dass die als Podcast angebotenen Mixe, passend zu den einzelnen Ausgaben des Magazins, gar nicht so übel sind, was vielleicht damit zusammenhängt, dass ich viel von dem Mixmaterial sonst nicht so auf dem Schirm habe.
Das bisher Gehörte bietet – um es mit den Worten von Heinz Strunk zu sagen – “viel Afrika und wenig Bavaria”, die Beats kommen meist nicht wie Carpaccio geschnitten, sondern schön dick daher und die Auswahl ist angenehm abenteuerlich. So werden beispielsweise in der Episode der aktuellen Ausgabe #55, die ausdrücklich zum Anhören empfohlen sei, neben Crookers’ Kracher-Remix von AC/DCs Thunderstruck auch noch Ebony Bones, Miles Benjamin Anthony Robinson und Drakkar Sauna zusammengebracht. Macht Laune.
Montag, 16. Juni 2008
Alptraum garantiert
Deluxe Music, das erste Musikfernsehen für Erwachsene, scheint direkten Zugriff auf das Musikvideoarchiv der Hölle zu haben. Gerade eben flimmerte Nick Drakes “River Man”, gesungen und trompetet von Till Brönner, über den Bildschirm und wenn ich mir meine immer noch zitternde Gänsehaut so anschaue, dann ist verstörend wohl der richtige Ausdruck für das Erlebte. Manche Dinge sind halt einfach wie Kerners Autobahn.
Montag, 2. Juni 2008
Russians love the sunshine too
[via]
Donnerstag, 22. Mai 2008
Leidenschaft und Wärme
Die Monotonix hatten ihr Schlagzeug vor der Bühne, was bei zahlreicherem Erscheinen mitten im Publikum gewesen wäre, aufgebaut. So blieb der Band jedoch reichlich Platz, der in erster Linie vom Sänger, den man mir bei Schummerlicht auch gut und gerne als Helge Schneider hätte unterjubeln können, ausgiebig genutzt wurde. Während der Gitarrist das Konzert über weitestgehend ungestört sein Instrument spielte, entwickelte sich zwischen Sänger und Schlagzeuger eine unterhaltsame Täter-Opfer-Beziehung. Letzterer musste es ertragen und tat es letztlich, glaube ich, auch ganz gerne, dass ersterer auf ihn raufkletterte, sein Schlagzeug umschmiß, die einzelnen Teile wieder irgendwo im Raum aufbaute, ihn mit einer frisch aus einem Mülleimer geangelten Banane fütterte, anschließend den Mülleimer samt Inhalt über seinen Kopf stülpte und ihn auch noch mit einem Gürtel kräftig würgte. Pause hatte der Arme nur, wenn der Sänger Bier verspritzend durchs Publikums spazierte, sich auszog, über den nassen Boden schlitterte, einzelne Konzertbesucher geschickt ins Programm einband, aufs Lichtgerüst kletterte oder – ein Höhepunkt! – im hohen Bogen ins Publikum schneuzte. Und parallel dazu spielte die Band ihre Lieder ohne Pause. Ich war begeistert, so geht Leidenschaft.
Zu den Silver Jews lässt sich kaum etwas sagen. Wem da nicht sprachlos warm ums Herz wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Zehn Shellac-Konzerte würde ich gegen 1 Minute von den Silver Jews eintauschen.
Samstag, 15. März 2008
KINGDOM
Neulich bin ich auf die Website des Magazins The FADER geraten, wo man sich inhaltlich auf den ersten Blick irgendwo im Dreieck von Hip-Hop, Fashion und Afrika bewegt. Für mich als altgedienten Vertreter der graubeigebraun-Mode ist es dort zwar eine Spur zu stylish, aber nichtsdestotrotz gibt es da musikalisch das eine oder andere Schmankerl zu entdecken wie beispielsweise den New Yorker KINGDOM, der auf mich wie ein Wiedergänger YAZOOs mit eingebauter Rap-Erweiterung wirkt. Glaubt ihr nicht? Hier ist der Beweis:
Donnerstag, 28. Februar 2008
Ivan Rebroff († )
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