Vielleicht habe ich nicht richtig aufgepasst oder an dem Tag einfach keine Tagesschau gesehen, aber vor über vier Monaten, am 20. April, wurde der Kiessieb- und Waschturm in Ashausen (Steinhageturm) zunächst zweimal erfolglos gesprengt. Scheinbar war der Turm doch nicht so morsch und marode wie gerne behauptet wurde. Bei der zweiten Sprengung fing der Turm jedoch Feuer, brannte dann eine zeitlang licherloh, um letztendlich noch halbwegs wie gewünscht einzustürzen. Nun war der Steinhageturm nicht der Eiffelturm, aber mit Sicherheit doch eine Besonderheit in einer an Sehenswürdigkeiten recht armen Gegend. Vielleicht wäre eine Sanierung ja langfristig doch die bessere Lösung gewesen. Aber was weiß ich schon davon.
Was mich sowieso viel mehr wurmt, ist die nun endgültig verpasste Gelegenheit, den Turm zu besteigen. Irgendwie war jeder mal als Jugendlicher trotz Absperrzaun und Warnungen oben auf dem Turm gewesen. Nur ich habe, weil ich zu Jugendzeiten zu anständig und vernünftig (im Sinne von ängstlich) war, diese Chance verpasst. Aber möglicherweise ist noch nicht aller Tage Abend. Wenn es möglich ist, das Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen, warum sollte dann nicht eines Tages auch der Steinhageturm wieder stehen und mich auf die Dachterasse seines Cafés einladen. Gerne auch mit fünf Euro Eintritt und Fahrstuhl. (Mit dieser touristischen Zukunftsvision bewerbe ich mich hiermit auch gleich als Fremdenverkehrsminister des Landkreises Harburg.)
Da bekommt man sofort den Eindruck, dass man diese Lösung nur aus Gründen der Kosten ausgewählt hat. Die Sprengung ist wohl voll in die Hose gegangen.
Gestern lief ich durch das nur noch teils intakte Industriegebiet im alten Hafen von Montréal und fragte mich, was eigentlich mit dem Steinhageturm sei – ob der noch stünde? Fünf Tage zu spät…I’m all in beim Wiederaufbau!
Sobald Du zurück bist gründen wir den "Waschturmfreunde Ashausen-Berlin Wutbürger wehren sich Stuttgart 21 ist überall e.V." und nehmen uns der Sache an. Alternativ könnten wir natürlich auch den alten Hafen in Montréal sprengen/abbrennen. Wo kein Vergleich, da kein Wiederaufbauwunsch.