Die Walton-Ford-Ausstellung im Hamburger Bahnhof ist unfassbar gut. Vier Euro Eintritt bezahlt, 20 eigentlich nicht vorhandene €-s in Devotionalien angelegt (hier hat die Postkartenindustrie ausnahmsweise mal nicht gepennt).
Zur Erbauung noch einige mitgehörte Gesprächsfetzen einer direkt aus der Hölle des Kunstbetriebs entwichenen Kleinfamilie (Er: Mitte vierzig, hinsichtlich von Brille und Frisur an Boris Groys orientiert, aber mit einer ekelhaften Ich-kauf-meinen-Tweed-doch-nicht-bei-Krethi-und-Plethi-Geschmeidigkeit gekleidet; Sie: Ende zwanzig, ganz und gar nicht unhübsch, jedoch im Lolita-Teutonica-Look mit langen, straffen Zöpfen, groteskem Makeup, knappem Irgendwas aus braunem, schwerem Stoff; Es: Prinzesschen, um die vier).
Prinzesschen: Papa, was ist das?
Boris: Das ist ein brennender Baum. Und (begeistert) guck mal, da sitzen ja noch Bären drin!
Prinzesschen: Wo?
Boris: (zeigt genauer) Da, schau mal, zwei kleine Bären.
Prinzesschen: Ooh, was machen die da?
Boris: Die, äh, sind da wohl hochgeflüchtet. Aber jetzt werden sie wohl verbrennen.
Prinzesschen: Mama, was ist das?
Lolita: Das ist ein Pfau! Guck mal, der hat ein besonders schönes Gefieder!
(nach einer Pause) Nur, dass es jetzt brennt…
Die Ausstellung will ich auch unbedingt noch sehen. Keinen Foto dabei gehabt für Lolita und Co?
Nein, das habe ich auch sehr bedauert. Die Bilder hätte man allerdings eh nicht fotgrafieren können – viel zu voll. Und diese Familie lässt mich auch so schlecht schlafen, da ist gar keine visuelle Erinnerungsstütze nötig.