Am 18.01.2005 habe ich eine E-Mail verschickt – ja, ich archiviere E-Mails, nicht alle, aber die wichtigsten, um später einmal in der Lage zu sein, selbst im Falle einer Alzheimererkrankung noch eine astreine Autobiographie abzuliefern, Vorsorge ist schließlich die halbe Miete. Wie dem auch sei, Inhalt dieser E-Mail war die Transkription eines Gesprächs zwischen einem gescheiterten mittdreißiger (gm) und einer angehenden architektin (aa), das durchaus so fetzenartig war, wie es sich liest*:
gm: studieren sie architektur?
aa: ja.
gm: innen- oder aussenarchitektur?
aa: architektur und städteplanung.
pause
gm: also das aussen?
...
aa: haben sie auch architektur studiert?
gm: so was ähnliches.
pause
gm: maschinenbau.
...
gm: was haben sie denn gelernt?
aa: nichts weiter. ich habe gerade mit dem studium begonnen.
gm: sie können sich exmatrikulieren lassen.
aa: also eigentlich wollte ich erstmal weiterstudieren.
gm: lassen sie sich exmatrikulieren. machen sie erst eine ausbildung. das ist besser.
...
gm: wir sehen uns dann in fünf jahren in <a href="http://www.viaduk.de/anbieter1/diakonieverband/stoevchen.html" title="Psychosoziale Kontaktstelle für Menschen mit persönlichen Krisenerfahrungen und unterschiedlichen Krankheitsverläufen">lüneburg im stövchen</a>.
aa: was ist das?
gm: wo arme leute hingehen. oder bei der lüneburger tafel. essensausgabe.
...
gm: studieren wird ja jetzt sehr teuer. das kostet 500 euro pro semester.
aa: nicht, wenn man in hamburg angemeldet ist.
gm: doch. sie müssen auch 500 euro bezahlen. haben sie reiche eltern?
aa: nein.
gm: dann wird es sehr schwer für sie.
pause
gm: sehr schwer für sie.
- Nicht, dass ich mich daran erinnern könnte, aber ich habe ja die E-Mail zum Nachschlagen. Nur um nochmal die Vorteile der E-Mail-Archivierung zu verdeutlichen.